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Die Spinne Rosalinde

Eine sonnige Zimmerecke hatte sich Rosalinde dieses mal ausgesucht. Eifrig spann sie Fäden, verknüpfte sie geschickt miteinander und ließ auf diese Weise ein großes weißes Spinnennetz entstehen. Sie betrachtete ihr Werk zufrieden, kuschelte sich dann in die Mitte des Netzes, wobei sie ihre dünnen Beine fest an den Körper zog, und wiegte sich in der Sonne. Es dauerte nicht lange, da flog ein Brummer in das Netz. Verzweifelt summend und brummend versuchte er, sich zu befreien, doch da-bei verfing er sich nur fester im Gewirr der Spinnfäden.

Rosalinde lachte. Sie ließ ihn so lange zappeln, bis er sich fest gefangen hatte, krabbelte schließlich zu ihm und verspeiste ihn genüsslich. So ein dicker Brummer war eine willkommene Mittagsmahlzeit.

Kurze Zeit später flog eine Mücke ins Spinnnetz.

"Ein kleiner Nachtisch ist immer gern gesehen", kicherte Rosalinde jetzt, eilte her-bei und verschlang  die Mücke mit einem Bissen. Danach rollte sie sich gemütlich zusammen und schlief ein. Als sie die Augen wieder öffnete, mußte sie zu ihrer Freude feststellen, daß sich zwei Fliegen, eine Mücke und ein weiterer Brummer in dem Netz verfangen hatten. Rosalinde hatte zwar keinen Hunger mehr, sie lähmte die Insekten aber mit ihrem Gift, wickelte sie in einen Faden ein und hängte sie an die Unterseite ihres Spinnnetzes. 
"Für schlechte Zeiten", dachte sie.

Gerade wollte sie sich zu einem weiteren Schläfchen in ihr Spinnetz kuscheln und ihren Traum weiterträumen, da vernahm sie unter sich ein furchtbares Geräusch. Es hörte sich wie ein Brummen an, war aber um das Tausendfache lauter. Vorsichtig spähte Rosalinde nach unten. Und dann wusste sie sofort, woher das Geräusch kam. Ein großer Staubsauger bewegte sich über den Teppich, langsam und gefährlich. Mal in Längsrichtung, mal quer. In den Ecken des Fußbodens verharrte er besonders lan-ge und gab quietschende Geräusche von sich.

Rosalinde schüttelte sich. Es gab nichts Schlimmeres auf dieser Welt, als einen Hausputz. Na gut, so ein Staubsaugeer war meist ungefährlich. Doch wenn erst der Wischeimer dazukam, das Staubtuch und vor allem...

Da war er! Rosalinde schrie laut auf, als sie ihn entdeckt hatte. Ein giftgrüner Staubwedel tastete sich langsam über die Zimmerdecke, kam bedrohlich näher. Als er die Ecke erreicht hatte, in der Rosalinde ihr Spinnennetz errichtet hatte, ließ sie sich mit großer Geschwindigkeit an einem Faden herab und erreichte mit letzter Kraft den Fußboden. Dort angekommen, sah sie sich nach einer dunklen Ecke um, in die sich flüchten konnte. Da hörte sie hinter sich einen spitzen Schrei.

"Du ekeliges Biest. Ich erwische dich." 
Zitternd hastete Rosalinde über den Fußboden. Der Schuh verfehlte sie nur um Haaresbreite. Rosalinde schlug einen Haken und rannte in die andere Richtung. Wie-der spürte sie, wie der Schuh dicht neben ihr aufprallte. Rosalinde lief um ihr Leben. Sie floh aus dem Zimmer und fand eine große Kommode, unter der sie verschwand. Dort rollte sie sich zusammen und bewegte sich nicht mehr. Nur ihre dünnen Bein-chen zitterten. Erst gegen Abend hatte sie sich von ihrem Schock erholt. Mit Traurigkeit dachte sie an ihr mühevoll gesponnenes Netz und die guten Leckerbissen, die darin gehangen hatten.

"Ich muss mir etwas anderes zum Essen suchen", dachte Rosalinde verzweifelt. Vorsichtig kroch sie unter der Kommode hervor und schlich durch den Raum. Es war dunkel geworden. Rosalinde krabbelte über den dicken Teppich, kletterte die Zimmerwand hinauf und fand sich auf einer dicken weichen Bettdecke wieder. Sie eilte die Decke entlang, weiter und immer weiter.

Ein greller Schrei ließ sie auf der Stelle erstarren. Licht wurde angeschaltet, und Rosalinde erkannte, wo sie sich befand: Mitten auf der Nase eines kleinen Mädchens. Das Mädchen blickte sie mit riesengroßen Augen an, und Rosalinde starrte angstvoll zurück. So verharrten beide eine Weile bewegungslos. Plötzlich lachte das Mädchen.

"Ach, du bist nur eine Spinne", sagte es  und hob Rosalinde mit vorsichtigem Griff von der Nase. Rosalinde verkroch sich ängstlich in die Tiefe der Handhöhle.

"Du brauchst keine Angst zu haben", sagte das Mädchen leise und streichelte Ros-lindes dicken pelzigen Körper vorsichtig mit dem kleinen Finger. "Tut mir leid, dass ich so geschrieen habe. Ich habe gedacht, du bist eine Mücke, und vor Mücken habe ich fürchterliche Angst."
Rosalinde schaute das Mädchen erstaunt an. 
"Na ja", erklärte das Mädchen. "Das sind doch wirklich fiese Biester. Die stechen mich so oft und saugen mir das Blut aus. Und der Stich juckt und wird dick, wenn ich nur ein winziges bisschen daran kratze."

Rosalinde wagte, wieder zu atmen.

"Euch Spinnen habe ich lieb", fuhr das Mädchen fort. "Ihr fangt diese ekeligen Mücken und fresst sie." Und sie streichelte Rosalinde wieder zärtlich.

"Weißt du was", sagte das Mädchen dann. "Du kannst in meinem Zimmer wohnen, so lange du willst:"

Rosalinde zögerte. Das Mädchen überlegte.

"Vielleicht sollte ich dich doch lieber wieder nach draußen setzen", fiel ihr ein. "Mama hat nämlich furchtbare Angst vor Spinnen. Es kann sein, dass sie dich er-schlägt."

Rosalindes Herz begann, wieder zu klopfen, und sie dachte an den schrecklichen Staubwedel und den Schuh.

"Komm", sagte das Mädchen freundlich. Es stand auf, ging mit Rosalinde zum Fenster und öffnete es. Dann setzte es Rosalinde vorsichtig auf die Fensterbank. Langsam ließ sich die Spinne an einem Faden herunter, bis sie im Gras angekommen war.

"Tschüß, und viel Glück", rief das Mädchen.

Rosalinde winkte mit ihrem dünnen Beinchen. Dann lief sie durch das nasse Gras davon. 

Annette Weber 

 

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