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Kleiner Pfeil und Langnase

Das ist der Kleine Pfeil: Er ist sechs Jahre alt und wohnt mit seinem Papa, dem Häuptling Klapperschlange, seiner Mama, der Schönen Blume und seiner kleinen Schwester Kleine Feder in einem Indianerdorf.

Eines Morgens wachte der Kleine Pfeil auf und war ganz schrecklich schlecht gelaunt. Er stand von seinem Lager auf und gab dem kleinen Schemel neben seinem Bett einen Fußtritt. Dann stapfte er missmutig aus dem Tipi und ging zum Lagerfeuer, wo seine Mama und seine Schwester schon frühstückten. „Nanu, Kleiner Pfeil“ sagte Mama „Du siehst so aus, als ob Du heute gar keine gute Laune hättest. Welche Laus ist Dir denn über die Leber gelaufen?“ – „Laus?“ schimpfte Kleiner Pfeil „Niemand ist mir über die Leber gelaufen. Heute Nacht in meinem Traum hat die blöde Kleine Feder mein Pferd mit Papas Kriegsbemalung angeschmiert. Dafür werde ich sie heute an den Marterpfahl binden – wenn ich sie erwische.“ – „Aber Kleiner Pfeil!“ sagte seine Mama freundlich „Das war doch nur ein Traum.“ –

„Trotzdem“ knurrte Kleiner Pfeil „Die Kleine Feder soll mir heute nicht in die Quere kommen“. Mit diesen unfreundlichen Worten trollte sich der Kleine Pfeil und ging geradewegs zum nahe gelegenen Fluss. Unterwegs dachte er darüber nach, wie er die Kleine Feder am besten dafür bestrafen könnte, dass sie ihm das Pferd angemalt hatte, wenn auch nicht in echt. „Eine Fallgrube werde ich ausheben.“ brummte er „Die decke ich dann mit Ästen zu. Wenn die Kleine Feder kommt, fällt sie hinein und dann nehme ich sie gefangen.“ Kleiner Pfeil setzte sich an das Ufer des Flusses und warf kleine Kieselsteine ins Wasser. Heute machte es ihm gar keine Freude, wenn es ihm gelang, einen Stein besonders weit ins Wasser zu werfen. Auf einmal hörte er hinter sich leise Schritte. Sein Papa war gekommen und setzte sich neben ihn.

„Na, kleiner Pfeil“ sagte Papa „Ich habe gehört, dass Du heute furchtbar wütend bist. Gibt es denn gar nichts, was man tun kann, damit Du wieder froh wirst?“ – „Nein“ sagte kleiner Pfeil leise. Eigentlich war er auch gar nicht mehr wütend, sondern nur noch traurig. „Die Kleine Feder hat mein Pferd angemalt und ihr nehmt sie ständig in Schutz und überhaupt werde ich immer nur geschimpft.“ – „Glaubst Du das wirklich, Kleiner Pfeil?“ fragte Papa „Die Kleine Feder hat doch in Wirklichkeit gar nichts Schlimmes getan. Es stimmt allerdings, dass wir sie oft in Schutz nehmen, aber sie ist ja auch noch klein und weiß oft gar nicht, was sie angestellt hat.“ – „Ich bin jedenfalls schon groß.“ sagte Kleiner Pfeil „Und deshalb kann ich sie auch fangen und an den Marterpfahl binden.“ – „Willst Du das wirklich tun, Kleiner Pfeil? Denk doch nur, wie die Kleine Feder weinen wird, wenn Du so garstig mit ihr umgehst. Ich habe einen anderen Vorschlag: Wenn Du wirklich schon so groß ist, wie Du sagst, dann darfst Du heute mit mir in die Berge reiten.“ Die Augen des Kleinen Pfeils fingen an zu leuchten: „Darf ich dann auch meinen Pfeil und meinen Bogen mitnehmen?“ fragte er. “Selbstverständlich“ sagte sein Vater. „Allerdings gehen wir nicht zur Jagd, sondern wir besuchen den alten Medizinmann Langnase, der in den Bergen in einer Felsenhöhle wohnt. Dem kannst Du erzählen, was Dich bedrückt. Ich bin gespannt, was er dazu sagt.“

Papa und Kleiner Pfeil stiegen auf ihre Pferde und ritten los. Mama hatte ihnen eine Menge zu essen und zu trinken eingepackt, und nach zwei Stunden machten sie eine Pause und ließen sich das mitgebrachte Essen gut schmecken. Kleiner Pfeil wurde zusehends vergnügter, eigentlich konnte er gar nicht mehr recht verstehen, warum er heute früh so schlecht gelaunt gewesen war. Nach einer weiteren Stunde erreichten sie die Felsenhöhle, in der der uralte Medizinmann Langnase wohnte. Langnase hatte - wie sein Name schon sagt – eine ziemlich lange Nase und das ganze Gesicht voller Runzeln und Falten. Ein bisschen mulmig war dem Kleinen Pfeil nun schon zumute, als er und sein Papa von den Pferden stiegen, um sich vorzustellen. Langnase bat die beiden Indianer, in seine Höhle zu kommen und lud sie ein, sich zu ihm ans Feuer zu setzen. „Ich bin ein alter Mann“, sagte er „und in den Bergen ist es manchmal ziemlich kühl. Aber nun zu Euch: Was führt Euch zu mir? Es hat nur selten jemand den Weg bis zu mir gefunden, meistens warten die Menschen immer darauf, dass ich einmal zu ihnen komme.“ Kleiner Pfeil nickte ein wenig ängstlich. Natürlich hatte er schon oft Geschichten über Langnase gehört. Alle Indianerkinder fürchteten sich vor ihm, denn wenn eines der Kinder etwas angestellt hatte, sagten die Erwachsenen „Pass auf, sonst kommt Langnase zu Dir!“. Jetzt, wo der Kleine Pfeil dem Langnase gegenüber saß, stellte er fest, dass der ja gar nicht so furchteinflössend war – im Gegenteil: Er sah sogar recht freundlich aus.

„Also das ist so“ begann der Kleine Pfeil zögernd. „Ich ärgere mich immer über meine Schwester, die  Kleine Feder“ fing der Kleine Pfeil zögernd an. „Was tut Sie denn?“ fragte Langnase. „Eigentlich nichts Schlimmes.“ gab Kleiner Pfeil zu. „Allerdings hat sie heute Nacht in meinem Traum mein Pferd angemalt.“ – „Ja, im Traum. Aber warum ärgerst Du Dich denn wirklich über sie?“ fragte Langnase weiter. Da konnte der Kleine Pfeil sich nicht länger zurückhalten und rief: „Sie darf einfach alles. Immer wird sie in Schutz genommen. Wenn ich etwas anstelle werde ich sofort geschimpft und sie nie. Mama passt die ganze Zeit auf sie auf und wenn sie weint, nimmt Mama sie sofort auf den Arm und kümmert sich nur um sie.“ – „Nimmt Mama Dich nicht in den Arm, wenn Du weinst?“ fragte Langnase. „Doch, schon.“ gab Kleiner Pfeil zu. „Aber ich bin schon groß und muss nicht mehr so oft weinen. Außerdem haben Mama und Papa nicht mehr so viel Zeit für mich, sei die Kleine Feder da ist.“ – „Ja, siehst Du“, sagte Langnase „manchmal ist es schwer ein großer Junge zu werden. Die Erwachsenen erwarten so vieles von Dir: Du sollst geduldig sein und immer Rücksicht auf die kleinen Geschwister nehmen. Aber wenn man groß ist, dann darf man doch auch so vieles, was die kleinen Kinder noch nicht dürfen.“ – „Was denn zum Beispiel?“ fragte Kleiner Pfeil gespannt. „Na, zum Beispiel durftest Du mit Deinem Papa einen Ritt zu mir machen, um mich kennen zu lernen. Darf Deine kleine Schwester so etwas auch?“ – „Nein, dazu ist sie noch viel zu klein und außerdem kann sie ja noch nicht einmal reiten.“ sagte Kleiner Pfeil verächtlich.  „Siehst Du.“ sagte Langnase. „Du hingegen darfst so etwas schon. Und jetzt kannst Du nach Hause reiten und allen kleinen Kindern in Eurem Dorf erzählen, dass Du schon einmal bei Langnase zu Besuch warst. Was meinst Du, wie die staunen werden.“ – „Kommst Du denn auch einmal zu uns zu Besuch?“ wollte der Kleine Pfeil wissen. „Ich hoffe nicht, dass ich kommen muss!“ sagte Langnase und drohte zum Spaß mit dem Finger. „Auf jeden Fall hat es mich gefreut, dass Du zu mir gekommen bis. Wenn Du noch einmal Kummer hast, dann kannst Du gerne wiederkommen.“ – „Au ja“ sagte Kleiner Pfeil und fühlte sich auf einmal sehr erwachsen. Kleiner Pfeil und sein Papa stiegen wieder auf ihre Pferde und ritten heim. Unterwegs mochte der Kleine Pfeil sich gar nicht unterhalten, weil er so angestrengt nachdenken musste.

Als sie sich dem Indianerdorf näherten, kamen ihnen schon die Kinder entgegen gelaufen – es hatte sich nämlich herum gesprochen, dass Kleiner Pfeil heute zu Langnase geritten war. Auch die Kleine Feder kam herbei und Kleiner Pfeil spürte, dass er sich freute, seine kleine Schwester wieder zu sehen. Ja, es wurde ihm richtig warm vor Freude, als sie ihre Ärmchen nach ihm ausstreckte, um ihn zu begrüßen. Der große Häuptling Klapperschlange und Kleiner Pfeil stiegen von den Pferden und gingen zusammen zu ihrem Zelt. Dort wartete Mama mit dem Abendessen. Sie breitete ihre Arme aus und Kleiner Pfeil rannte, so schnell er konnte, zu seiner Mama hin. Endlich nahm Mama ihn in ihre Arme und sagte: „Da bist Du ja endlich wieder, Kleiner Pfeil!“

Eine Geschichte von Muriel Lamm-Kleinow

 

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