Hoppsala
 

Die Struktur von hoppsala.de alle Inhalte

Du bist hier: Home »» Seite für Kinder »» Spiel & Spaß »» Geschichten

Suchen

Home

Journal

Pädagogik

Junge Familie

Gesundheit

Ernährung

Freizeit & Feste

Kindergeburtstage

DIY - Selbstgemacht!

Seite für Kinder

News für Kids

Kreativ-Club

Brieffreundschaften

Thema Spezial

Wieso & Warum

Natur & Umwelt

DonnerWetter!

Einfach tierisch!

Reportage

Kinderhelden

Rund um die Welt

Fußball

Pias Ponyseite

Spiel & Spaß

Spielen & Rätseln

Desktop-Bilder

Kinderkunst

Malvorlagen

Geschichten

Tolle Links

Spieltipps

Dies & Das

Kochecke für Kinder

Einfach einzigartig: Kunst!

Kindermedien

 

Bücher für Kids & Co

Gewinnspiele

Kontakt/Impressum

 

Aktuelle Meldung

23.11.2018

Igeln über den Winter helfen

lesen


Zurück zur letzten Seite Druckversion Seite empfehlen Einen Kommentar schreiben

 

Der große Fino Schokoladenfabrik

Niemand konnte sagen, woher er gekommen war. Plötzlich stand er mitten auf einer Lichtung im Wald – dort, wo sich die wilden Hasen treffen. Sein Fell schimmerte golden und silbern, seine Ohren trug er stolz erhoben, und das Blitzen seiner Augen flößte selbst dem wildesten Hasen Respekt ein. Allen war klar: Er war ein Osterhase!
Wilde Hasen sind ein eigenes Volk. Mit den Osterhasen haben sie nicht viel zu tun.
Wilde Hasen sind stolz auf ihr wildes Leben, sagen sie. Niemals, sagen sie, würden sie freiwillig harte Eier bunt bepinseln und in Körben zu den Menschenkindern tragen. Sagen sie. Aber natürlich wäre jeder wilde Hase gern einmal ein Osterhase. Wenigstens einmal im Leben.
Manchmal wird ein wilder Hase mit einem Osterhasen verwechselt. Wenn zur Osterzeit Menschen den Wald durchstreifen, dann heißt es: „Guck mal, der Osterhase.“ Das schmeichelt dem wilden Hasen natürlich. Und wenn er eitel genug ist, macht er Männchen und lässt sich als Osterhase bewundern …
Plötzlich stand nun also dieser große, unerhört glänzende Osterhase auf der Lichtung des Waldes. Stumm starrte er in die Runde.
Die wilden Hasen waren plötzlich zahm wie Kaninchen. Sie rückten enger zusammen.
Einer von ihnen, Hugo mit Namen, fasste sich ein Herz. Er trat vor und räusperte sich und sagte: „Will…“ – und räusperte sich noch einmal und sagte endlich: „Willkommen bei uns im Hasenwald!“
„Willkommen im Hasenwald!“, riefen die wilden Hasen, erfreut darüber, dass es etwas zu tun gab.
Dann war es wieder still. Verzagt saßen die wilden Hasen vor dem mächtigen Osterhasen.
„Womit können wir dienen?“, fragte Hugo.
Der Osterhase schwieg.
„Purzelbäume gefällig?“
„Au ja, Purzelbäume!“, schrien die wilden Hasen. Über Purzelbäume würde er sich bestimmt freuen. Also purzelten sie wild durcheinander.
Aber der hohe Herr Osterhase verzog keine Miene.
„Vielleicht will er Möhren“, schlug Willi zaghaft vor und hielt ihm eine unter die Nase.
Der hohe Herr schnupperte nicht mal.
Doch Willi hatte etwas gesehen. „Auf seiner rechten Pfote“, flüsterte er, „steht Fino Schokoladenfabrik.“
„Fino Schokoladenfabrik!“ Ehrfurchtsvoll ging der Name reihum. „Was für ein würdiger Name. So lang und so schwierig!“
Gut zu wissen, wie der hohe Herr Osterhase hieß. Aber was weiter? Es war schon fast Mittag, und die wilden Hasen wollten nicht ewig auf der Lichtung warten. Doch man konnte Herrn Fino Schokoladenfabrik auch nicht alleine lassen.
Schließlich blieb Willi zur persönlichen Betreuung des Herrn Fino zurück. Denn er kannte ihn am besten von allen.
Willi setzte sich zu Herrn Finos Füßen, bereit, ihm jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Aber der blieb stumm.
Die Sonne brach durch das Geäst; es wurde Mittag. Und es wurde heiß auf der Lichtung und immer heißer.
Plötzlich fuhr Willi hoch. Herr Fino hatte sich bewegt. Sein rechter Löffel bog sich sanft nach unten. Dann der linke. Willi stand wie vom Donner gerührt: Was war das?
Herr Fino sank in sich zusammen. Alles an ihm blieb blitzend und hell, doch sein Haupt schien kleiner zu werden, die glänzende Schnauze drückte sich nach innen, und die strengen, starren Augen rückten zusammen: Herr Fino schielte plötzlich fürchterlich.
„Er schmilzt!“, schrie Willi verzweifelt. „Heilige Mohrrübe, der schmilzt mir weg wie ein Schneemann!“
Aber da war nichts mehr zu retten. Herr Fino schmolz weiter. Und wo jetzt auch noch die Hülle aufriss, quoll eine warme, duftende Masse heraus.
Willi schnupperte. Und schnupperte. Und plötzlich vergaß er all seine Pflichten.
Herr Fino schmeckte ausgezeichnet.
Am Abend fanden die wilden Hasen einen Willi, der mit verklebter Schnauze neben einer gold- und silberglänzenden Kugel hockte. Das war nämlich alles, was von Herrn Fino übrig geblieben war.
Willi hob die Pfote und gebot Schweigen. Er rief: „Herr Fino Schokoladenfabrik hat uns verlassen. Es hat ‚puff‘ gemacht, und weg war er.“
„Wie hat es gemacht?“, fragte der schwerhörige Theodor.
„Puff!“, wiederholte Willi. „Puff, und er war fort. Zurückgelassen hat er nur diese glänzende Kugel, mit der man prima Fußball spielen kann.“
Ob ihm die wilden Hasen wirklich glaubten? Nun, sie waren vor allem froh, dass die unheimliche Begegnung ein Ende hatte. Das war das Wichtigste. Als Willi vorzeigte, wie man einen Elfmeter schießt, da hatten sie die Herkunft des Balles auch schon wieder vergessen. Und so sollten sie nie die Wahrheit über den Schokoladenhasen erfahren, den ein wirklicher Osterhase auf der Waldeslichtung vergessen hatte …


Nobert Landa aus: Die schönsten Leselöwen-Ostergeschichten, Erscheinungsjahr: 2005.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Loewe-Verlags. Copyright: Loewe Verlag.

 

Hier findet Ihr weitere Artikel aus unserem Bereich Geschichten

nach oben

Zurück zur letzten Seite
Druckfähige Version dieser Seite
Diese Seite empfehlen
Meinung zu diesem Artikel schreiben



Quicklinks



Reisezeit

In unserer Rubrik Reise findet ihr spannende Reisereportagen und wertvolle Infos rund um das Thema "Reisen mit Kind/ern". Viel Spaß!

Jetzt stöbern >>


Aus der Bücherecke

Im Spinnennetz: Die Geschichte von David und Anna

lesen


 

© hoppsala.de | Entwicklung: HEIM:SPIEL | Datenschutz