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Das schönste Weihnachtsgeschenk

Das schönste Weihnachtsgeschenk
eine Geschichte von Adelheid Fangrath


„Ich habe es zuerst gesehen! Ich habe es zuerst gesehen!“ Aufgeregt hüpft der Eichelhäher von einem Bein auf das andere. Als selbst ernannter Wächter des Waldes ist es seine Pflicht, die anderen Tiere zu warnen.

„Ruhe, du Schreihals“, murrt es aus einer hohen Tanne. Die Waldohreule reagiert immer sehr verschnupft, wenn sie aus ihrem Tagesschläfchen geweckt wird. Trotzdem öffnet sie neugierig eines ihrer bernsteinfarbenen Augen. Dunkle Spuren führen durch den weißen Schnee. Und mitten in der weißen Pracht glänzt und funkelt geheimnisvoll ein buntes Päckchen.

 

„Ein Weihnachtsgeschenk“, rufen zwei kleine Kaninchen, die schnaufend durch den Schnee hoppeln. „Diesmal denkt das Christkind auch an uns.“

„Unsinn, das Geschenk ist für uns.“ Ein stattlicher Hirsch schüttelt herrisch sein mächtiges Geweih. „Schließlich sind wir Hirsche vor vielen Jahren dem hellen Stern gefolgt und haben die anderen Tiere zu dem Stall geführt, in dem das Jesuskind geboren wurde.“

„Aber wir Wildschweine haben Maria und Josef Eicheln geschenkt“, grunzt ein fetter Keiler. „Darüber haben sich die beiden richtig gefreut. Sie waren wohl ziemlich enttäuscht von den scheußlich riechenden Gaben, die ihnen diese drei Könige mitgebracht hatten.“

 

Mit einem eleganten Satz landet das kecke Eichhörnchen auf dem Paket. „Auf dem Papier sind Eichhörnchen abgebildet“, erklärt es forsch. „Also ist es für mich gedacht.“ (Auf dem Weihnachts-Geschenkpapier sind Teddybären abgebildet.)

„Das Tier ähnelt eher einer Katze“, brummt der Dachs übellaunig, denn der Lärm hat ihn aus seiner Winterruhe aufgeschreckt. „Und von uns allen sehe ich einer Katze am ähnlichsten.“

„Ich habe es zuerst gesehen“, schimpft keckernd der Eichelhäher.

 

So einen Krach hat es im Wald noch nie gegeben. Obwohl die Tiere bisher sehr gut ohne Weihnachtsgeschenk ausgekommen sind, wollen alle dieses bunte Päckchen für sich behalten.

Schließlich findet der listige Iltis die Lösung: „Machen wir einen Wettstreit“, schlägt er vor. „Der beste Kletterer gewinnt das Paket!“
„Gute Idee, allerdings soll ein Wettlauf entscheiden“, meinen die schnellen Rehe und Hirsche. Die Hasen wollen jedoch lieber um die Wette hüpfen, die Mäuse sich verstecken und der Dachs will sich im Ringkampf messen…

„Lasst doch den schlauesten Waldbewohner gewinnen“, knurrt plötzlich die gefährliche Stimme …

 

... des Fuchses.

Schlagartig verstummt der Streit. Was klettern oder fliegen kann, zieht sich in den Ästen der Bäume zurück. Alle anderen verstecken sich hinter dem Hirsch, der drohend sein Geweih senkt. Nur die ängstlichen Kaninchen fallen vor Schreck in Ohnmacht.

Siegessicher nähert sich der Fuchs dem Geschenk.

„Ich habe es zuerst gesehen.“ Wütend wirft der Eichelhäher einen Ast auf den Fuchs. Ermutigt folgen die anderen Tiere seinem Beispiel und es beginnt eine der legendärsten Raufereien, die der Wald je gesehen hat.

 

Es ist nicht angenehm, mit Ästen, Steinen und Tannenzapfen beworfen zu werden. Der Fuchs hat bald die Nase voll von dem Theater. „Genug!“ knurrt er mürrisch. „Ihr könnt das Menschending behalten.“

Betreten sehen sich die anderen Tiere an. War das Päckchen etwa kein Weihnachtsgeschenk für einen Waldbewohner?

„Der Rotrock hat recht“, gurrt die Waldohreule, die endlich wieder schlafen möchte. „Seht ihr nicht die Spuren im Schnee? Hier ist ein Mensch entlang gegangen. Wahrscheinlich hat er das Ding verloren.“

„Ich habe es zuerst gesehen“, protestiert der Eichelhäher, wenn auch ganz leise.

 

Die Tiere des Waldes sind froh, dass sie sich am Heiligen Abend nicht mehr streiten müssen. Bestimmt ist das Menschding gefährlich.

„Ich finde, wir sollten das Ding vergraben“, schlägt der Dachs vor, der sehr gerne Löcher gräbt, und fängt gleich an zu buddeln.

„Solche Geschenke legen die Menschen in ihrem Haus unter einen Tannenbaum“, gurrt eine Türkentaube, die gerade vorbei fliegt. „Darin sind Überraschungen für ihre Kinder.“ Die kleine graue Taube kennt sich gut aus, weil sie in der Nähe der Menschen wohnt.

„Vielleicht kommt der Mensch zurück, um das Geschenk zu holen.“ Panisch rennen die kleinen Kaninchen durcheinander.

 

Nach einigem Hin und Her siegt das gute Herz der Tiere über ihre Furcht vor den Menschen. Kein Kind soll Weihnachten traurig sein, weil sein Geschenk im Wald vergessen wurde. Sie beschließen, den Spuren im Schnee zu folgen und das Päckchen zurückzubringen. Mit vereinten Kräften ziehen und schieben sie das bunte Paket auf das Geweih des starken Hirsches, der es wie eine Krone trägt.

Selbst der Fuchs hilft mit. Natürlich in der Hoffnung, in der Aufregung könnte er sich eines der kleinen Tierchen schnappen. Da die Kaninchen beim Anblick des Fuchses allerdings immer wieder vor Schreck erstarren, wird dem Fuchs die Schnauze mit einer Efeuranke zugebunden. Glücklich ist er darüber nicht.

 

Die Spuren im Schnee führen zu einem Bauernhof, der am Waldrand liegt. Die erfahrene Türkentaube erkundet zuerst die Lage.

„Keine Angst, alle sind im Haus, selbst der große Schäferhund“, gurrt sie. Trotzdem schlottern dem Hirsch die Beine, als er sich über den großen Hof schleicht und das Geschenk vor der Tür abschüttelt. Sofort rast er zu den anderen Tieren zurück, die sich am Waldrand versteckt haben. 

Und dann passiert … nichts. Kein Mensch kommt heraus, um das Geschenk aufzuheben.

 

„Die Menschen haben nicht so feine Nasen wie wir“, lispelt der Fuchs durch seine zugebundene Schnauze. „Wir müssen sie nach draußen locken.“ Zunächst protestieren die scheuen Waldbewohner, aber nach und nach fangen sie an zu piepsen und zu grunzen, zu röhren und zu kreischen, zu maunzen und zu keckern. Sie machen den Bremer Stadtmusikanten alle Ehre, aber am lautesten ist der Eichenhäher zu hören. „Ich habe es zuerst gesehen“, krakeelt er fröhlich.

Schließlich öffnet sich die Tür. Sofort verstummen alle Tiere. Ein kleines Mädchen stürzt aus dem Haus und reißt wie von Sinnen das Geschenk auf. Darin liegt ein winzig kleines Mädchen. Wie hässlich, denken die Waldbewohner ernüchtert. Der Dachs hatte Recht gehabt, sie hätten es lieber vergraben sollen!

 

Enttäuscht machen sich die Tiere auf den Heimweg. Sie bedauern das Mädchen, weil es ein so ein grässliches Geschenk bekommen hat.

„Das beste Weihnachtsgeschenk sind Kastanien“, grunzt der Keiler nachdenklich. „Süßes Heu ist aber auch nicht schlecht“, seufzen die Rehe. „Nichts schmeckt so lecker wie Haselnüsse“, fiept das Eichhörnchen vorlaut.

Den Tieren läuft das Wasser im Mund zusammen.

Später weiß niemand mehr, wer die Idee mit dem ersten gemeinsamen Weihnachtsfest der Tiere hatte. In kürzester Zeit ist der ganze Wald in Aufruhr. Feierlich versprechen die Tiere, an diesem Tag einander nicht zu jagen. Die Hirsche holen Heu aus einer nahen Scheune und verteilen es unter einer hohen Tanne. Die anderen Tiere plündern ihre Vorratskammern und bringen Beeren, Früchte, getrocknete Pilze, Blätter, Nüsse, Bucheckern, Kastanien und Eicheln mit.

 

Als der Sternenhimmel langsam die Heilige Nacht einleuchtet, feiern alle Tiere friedlich zusammen Weihnachten. Sie naschen von ihren Leckereien und erzählen sich spannende Geschichten. Meistens handeln sie von ihren Vorfahren und deren langer und gefahrvoller Reise zum Stall in Bethlehem.

„Wir haben ihn zuerst gesehen“, keckert der Eichelhäher.

Nur die Waldohreule feiert nicht mit. Von den ungewohnten Anstrengungen während des Tages ist sie oben auf der Tanne eingeschlafen.

Und der Fuchs? Er hat immer noch die Schnauze mit der Efeuranke zugebunden. Sicher ist sicher, finden die kleineren Tiere. So kann er nur von den Beeren und Früchten naschen. Die Weihnachtsgeschichte seines Ahnen erzählt er jedoch nicht. Dieser hatte sich zwar auch auf den Weg gemacht, wurde aber unterwegs von einer Schafherde aufgehalten. Einer Schafherde, die nicht von Hirten bewacht wurde. Und das ist für einen Fuchs das schönste Weihnachtsgeschenk.

 

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