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Elli lernt etwas Neues

„Sowas darf man nicht sagen!“ brüllt die kleine Elli über den Schulhof.  Max hatte ganz laut „Blöde Zicke“ hinter ihr hergerufen.
„Das darf ich sehr wohl sagen, es gibt ja Meinungsfreiheit,“ schreit Max zurück.
„Meinungsfreiheit, was ist denn das?“ überlegt Elli, aber sie läßt sich nicht anmerken, dass sie es nicht weiß.
„Weiß ich,“ keift sie zurück.
„Dann sag´ doch, was es ist,“ ärgert Max weiter.
„Das ist...äh...das ist,“ stottert Elli.
„Du weißt es nicht, du weißt es nicht,“ Max tanzt auf dem Platz herum und steckt ihr die Zunge heraus.
„Klar, weiß ich das,“ ruft Elli. Das ist, wenn die Meinung...äh, wenn die frei ist ....so!“

„Haha!! Sowas Blödes, wenn die Meinung frei ist,“ schreit Max, „ ist die denn sonst im Käfig? Haha, wie doof!“
Elli fängt beinahe an zu heulen, will das aber auf  keinen Fall zeigen und überlegt, dass sie doch mal zuhause fragen könnte und dann würde sie es dem Heini aber heimzahlen.

„Du Papa, was ist Meinungs..äh..freiheit?“ Elli bohrt gleich los mit Fragen, als der Vater am Abend nach Hause kommt.
„Ach, Elli, laß´ mich doch erstmal  ´reinkommen. Kann ich dir das morgen erklären?  Ich bin heute zu müde.“ Der Vater legt sich gleich aufs Sofa und schläft ein, noch bevor es Abendbrot gibt.
„Mama!“ Elli versucht es nun bei der Mutter. Die hatte den ganzen Tag auch keine Zeit gehabt. Nun steht sie in der Küche und macht einen Salat.
„Mama, was ist Meinungsfreiheit?“
„Wo hast du denn das her?“ fragt die Mutter sehr beschäftigt.
„Ist doch egal, aber was ist das?“ Elli wird immer ungeduldiger.
„Also, das ist, wenn man alles sagen darf, was man will und niemand darf es dir verbieten und dich dafür bestrafen.“
„Alles darf ich sagen?“ fragt Elli erstaunt, „ aber dann kann ich ja auch immer Schei....“

„DAS darst du nicht sagen!!!“ ruft der Vater, der inzwischen in die Küche gekommen ist. Er beginnt, den Tisch zu decken.
„Warum nicht?“ Elli versteht es nicht, „ wenn ich alles sagen darf , dann darf ich auch das Wort mit „Sch“ sagen.“

„Nein, das darfst du nicht,“ der Vater hat sich auf den Küchenstuhl gesetzt, „weil wir es dir verbieten. Bis du Achtzehn bist dürfen wir, also Mama und Papa bestimmen, was du darfst und was nicht. Danach kannst du dann selber entscheiden, was du für richtig hältst.“

„Dann darf ich also, wenn ich achtzehn bin das Wort mit „Sch“ sagen, ohne dass es mir jemand verbieten kann?“ Elli ist begeistert.
„Ja, das darfst du,“ die Mutter setzt sich nun auch und sie beginnen mit dem Essen.

„Darf man, wenn man erwachsen ist, immer alles sagen und machen?“ fragt Elli. Sie stochert im Salat herum.
„Nein,“ antwortet der Vater, „ auch Erwachsene müssen sich an Gesetze halten. Kinder müssen die Gesetze der Eltern befolgen und Erwachsene müssen die Gesetze befolgen, die für unser Land gelten.“
„Ach so,“ das hat sie verstanden, „und wenn man die  Gesetze nicht befolgt, was dann?“
„Das weißt du doch,“ sagt der Vater, „ dann wird man bestraft. Du kannst nicht jemandem seinen Hund wegnehmen zum Beispiel. Das steht in einem Gesetz. Das wäre dann Diebstahl.“
„Ja,“ fügt die Mutter hinzu, „ und wenn du etwas mit Absicht kaputtmachst, was einem anderen gehört, dann kannst du auch dafür bestraft werden.“
Elli fällt in dem Moment ein, dass sie neulich solange mit Absicht auf den Filzstift von Max getreten ist bis der zerbrochen ist. Max hatte sie wieder geärgert, aber sagen wollte sie das jetzt grade lieber nicht.
„Was ist?“ die Mutter bemerkt Ellis zerknirschtes Gesicht.
„Ach nix,“ sagt sie schnell, „ und ..äh, diese Meinungsfreiheit ist auch ein Gesetz?“
„Ja, das könnte man so sagen,“ meint der Vater, „ es ist noch mehr als ein Gesetz. Es wiegt, wenn man so will, viel schwerer.“
„Es wiegt..?“ Elli versteht nicht so ganz.
„Ja,“ der Vater überlegt,  „es ist eine ganz ganz wichtige Grundregel in unserem Zusammenleben mit anderen. Und, weil die Meinungsfreiheit so wichtig ist, steht sie in einem besonderen Buch mit vielen ganz wichtigen Regeln. Diese Regeln nennt man nicht „Gesetz“, sondern Artikel.
„Wenn wir uns alle an diese Regeln, also diese Artikel halten,“ fügt die Mutter hinzu, „ dann verstehen wir uns viel besser. Niemand darf zum Beispiel benachteiligt werden, das steht auch in diesen wichtigen Artikeln. Alle Menschen müssen gleich behandelt werden.“
Der Vater hat inzwischen ein Buch geholt. Auf dem Einband steht GRUNDGESETZ.

Elli liest: „G-R-U-N-D-G-E-S-E-T-Z. Also, doch ein Gesetz?“
„Ja, sagt die Mutter, irgendwie schon, aber das wichtigste von allen, das wir in unserem Land haben. Und dort steht deine Meinungsfreiheit auch drin. Guck mal, ob du sie findest“
Elli sucht. Artikel eins, Artikel zwei, Artikel drei, vier.
„Ja! Hier ist es,“ sie ist begeistert, „ Artikel fünf, jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern. Was heißt in Wort, Schrift und Bild?“
„Na, überlege mal,“ sagt die Mutter, „Wort bedeutet, dass du sagen darfst, was du willst. Und was heißt dann wohl Schrift?“
„...dass ich schreiben darf, was ich will.“ Elli freut sich, „aber in der Schule darf ich nie schreiben, was ich will!“
„Stimmt,“ meint ihr Vater, „aber damit ist hier gemeint, dass du deine eigene Meinung auch schriftlich ausdrücken kannst.  Niemand darf dich wegen deiner Meinung bestrafen“
„Toll,“ ruft Elli, „ und „Bild“ heißt dann, dass ich malen kann, was ich will.“
„Genau“, die Eltern stimmen beide zu. Nun muß Elli aber ins Bett, denn es ist schon spät.

Am nächsten Tag trifft sie Max auf dem Schulhof. Der legt gleich los: “Na, blöde Zicke!“ Elli stellt sich ganz grade hin und sagt dann mit ihrer kräftigsten Stimme: “ Die Meinungsfreiheit in Artikel 5 im Grundgesetz erlaubt dir trotzdem nicht, mich zu beleidigen. Sonst wirst du bestraft.“ Sie rauscht davon.

Max bleibt stehen, staunt und bekommt kein Wort mehr heraus.
Nach einigen Sekunden rennt er hinter ihr her: „ Hee, warte doch ´mal!“ Er ist ganz außer Atem: „Wir könnten uns ja auch vertragen und etwas zusammen spielen.“

von Silvia Friedrich

 

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