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Organspende ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Die Organtransplantation ist ein wichtiger Bereich der Medizin, der dazu beiträgt, das Leben schwer kranker Menschen zu retten. Eigentlich sind die meisten Menschen froh, dass so etwas prinzipiell möglich ist. Doch es ist ein sensibles Thema, das gern verdrängt wird. Wie würde jeder einzelne von uns denken und entscheiden, wenn er selbst oder ein geliebter Mensch betroffen wäre?


Drei Menschen pro Tag

Derzeit warten in Deutschland rund 11.000 Patientinnen und Patienten auf ein Spenderorgan, davon etwa 8.000 auf eine Niere. Damit benötigen etwa dreimal so viele Menschen auf eine neue Niere, wie Transplantate vermittelt werden können. Insgesamt sterben hierzulande pro Tag drei Wartende an ihrer Grunderkrankung, weil sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten.


Eigentlich wollen wir helfen

Dabei ist die Einstellung der Deutschen zur Organ- und Gewebeentnahme grundsätzlich positiv. Im Jahr 2013 waren 68 Prozent der 14- bis 75-Jährigen dazu bereit, nach ihrem Tod zu spenden. Doch nur rund 28 Prozent der Deutschen zwischen 14 und 75 Jahren besitzen einen Organspendeausweis. Was ist der Hintergrund für diese Diskrepanz?


Warum wir es dennoch nicht tun

Sich mit dem Thema Organspende zu beschäftigen fällt nicht leicht, denn dabei geht es um Fragen nach dem eigenen Tod und Sterben. Ein großes Problem besteht für viele zudem darin, dass wir uns nicht schlüssig darüber sind, was „tot“ ist. Können wir darauf vertrauen, was uns die Medizin über den Tod erzählt? Erschwerend kommt hinzu, dass die Manipulationen in einigen deutschen Transplantationszentren viele Menschen verunsichert und bestehende Vorbehalte gegenüber dem Thema Organspende vergrößert haben.


Verbesserungen: Die Lehren aus dem Transplantationsskandal

Als Konsequenz aus diesen Vorfällen zur Organ- und Gewebespende gab es in vielen Bereichen weitreichende Nachbesserungen: So gibt es nun flächendeckende unangekündigte Stichprobenprüfungen in den Transplantationszentren und interdisziplinäre Konferenzen, in denen gemeinsam über die Aufnahme in die Warteliste und die Führung derselben entschieden wird. Außerdem wurde eine unabhängige „Vertrauensstelle Transplantationsmedizin“ eingerichtet, bei der Auffälligkeiten oder Verstöße
gegen das Transplantationsrecht gemeldet werden können – auch anonym.


Vertrauen statt Misstrauen

Die amerikanische Transplantationsorganisation hat einen Slogan geprägt: „Don´t take your organs to heaven, we need them on earth!” Das Wissen, dass unsere Organe, die wir nach unserem Tod nicht mehr brauchen, einem anderen Menschen zum Leben verhelfen können, hat etwas Tröstendes. Und wer erlebt, was Patienten nach einer Transplantation empfinden, begreift, dass es dabei um eine Medizin geht, die Leben und Tod auf wunderbare Weise miteinander verbindet.


Der kurze Weg zum eigenen Ausweis

Ein Organspende-Ausweis kostet weder Geld noch Mühe, denn den Ausweis gibt es gratis in vielen Apotheken oder Arztpraxen. Noch einfacher: Auf der Homepage
www.organspende-info.de von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kann der Ausweis online ausgefüllt und dann ausgedruckt oder auch bestellt werden.

Ebenfalls ist es möglich, die Erklärung einfach nur auf einem Bogen Papier formlos festzuhalten. Eine testamentarische Erklärung hingegen wäre nutzlos, da ein Testament zu einem Zeitpunkt eröffnet wird, der für eine Organentnahme zu spät ist. Eine Untersuchung vor dem Ausfüllen des Passes ist nicht erforderlich.


Quellen:
(1) Deutsche Stiftung Organtransplantation www.dso.de/
(2) Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), www.organspendeinfo.
de/sites/all/files/files/Redaktioneller_Beitrag_BZgA-2014.pdf

www.dgk.de


 

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