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Pollensaison - Experteninterview mit Prof. Dr. med. Ludger Klimek

Wie jedes Jahr im Frühling atmen Eltern und Kinder auf und freuen sich über die wärmeren Sonnenstrahlen und mehr Licht. Gleichzeitig atmen sie aber auch den nun verstärkt fliegenden Pollenstaub verschiedener Pflanzen ein, was für Allergiker eine wirkliche Qual ist, da die Symptome des Heuschnupfens über tränendes Augenjucken, Niesreiz, verstopfte Nasen, Atemwegsbeschwerden bis zu Asthma-Anfällen reichen. Weil sich die Blühperiode in den vergangenen Jahren ausgedehnt hat, verlängert sich auch die Leidenszeit für Betroffene. Auch die veränderten Umweltbedingungen, unter denen gerade unsere Kinder heranwachsen, fördern offensichtlich Allergien in hohem Maße.

Umweltschadstoffe wie sie beispielsweise im Feinstaub vorkommen spielen hierbei eine bedeutsame Rolle. Ein allergenarmes Wohnumfeld, also die Reduktion von Allergenen wie Hausstaubmilben oder Pilz- und Schimmelsporen, kann präventiv helfen.


Im Interview: Prof. Dr. med. Ludger Klimek, Leiter des Zentrums für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden und Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen

Prof. Dr. med. Ludger Klimek setzt sich als Allergologe und Umweltmediziner seit vielen Jahren wissenschaftlich und diagnostisch mit den durch Luftverschmutzung und Allergien ausgelösten Krankheitsbildern auseinander.


Man gewinnt den Eindruck, dass Allergien in den vergangenen Jahren häufiger geworden sind, ist das wirklich so? Aktuell sprechen wir von über 12 Millionen Menschen in Deutschland, wie viele Kinder sind davon betroffen?

Tatsächlich ist es wohl eindeutig so, dass Allergien in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen haben. Nach Schätzungen der ARIA-Initiative (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma) der Weltgesundheitsorganisation (www.whiar.org) hat sich weltweit betrachtet die Zahl der Allergiefälle ca. alle 15 Jahre verdoppelt. Auch die GINI-Studie, die weltweit größte und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Studie zur Untersuchung von Allergien, kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als jedes dritte Kind in Deutschland heute allergisch ist, eine alarmierende Erkenntnis. Die erbliche Veranlagung spielt eine große Rolle, aber die Gene können es nicht allein sein. Auch die veränderten Umweltbedingungen, unter denen gerade unsere Kinder heranwachsen, fördern offensichtlich Allergien in hohem Maße. Umweltschadstoffe wie sie beispielsweise im Feinstaub vorkommen spielen hierbei eine bedeutsame Rolle. Ein allergenarmes Wohnumfeld, also die Reduktion von Allergenen wie Hausstaubmilben oder Pilz- und Schimmelsporen, kann präventiv helfen.


Hat sich über die Jahre etwas an den Zeiten des Pollenflugs, sprich der „schlimmen Zeit für Heuschnupfen-Geplagte“ verändert?

Ja, tatsächlich wird die Pollensaison immer länger. Sie startet zumeist schon im Januar und reicht bis in den November hinein – zumindest war es so in den vergangenen drei Jahren. Dieses Jahr wurde der Start der Pollensaison durch den Kälteeinbruch Mitte Januar um einige Wochen verzögert.

Die Verlängerung der Pollensaison ist zum Einen auf längere Blühperioden einzelner Pflanzen zurück zu führen, zum Anderen auch auf neue Pflanzen, die durch den Klimawandel bei uns heimisch werden. Bekanntestes Beispiel ist die Ambrosie (Ragweed). Sie setzt ihre Pollen hauptsächlich im Spätsommer und Herbst frei. Hierdurch ist in vielen Gegenden Deutschlands die Pollenflugzeit bis in den November hinein ausgedehnt worden. Unverändert ist, dass die Hauptzeit der allergieauslösen- den Pollen Ende März bis Ende Juli ist.


Kann man sagen, dass Pollen durch Feinstaubbelastung eine zusätzliche Gefahr bilden?

Hiervon gehen wir heute eindeutig aus. Feinstaub, u. a. von Industrie, Straßenverkehr, Landwirtschaft und auch aus privaten Kaminen und anderen Öfen, die fossile Brennstoffe verfeuern, kann allergische Reaktionen verstärken. Schadstoffe im Feinstaub können Entzündungen der Schleimhäute auslösen und derart entzündlich geschädigte Schleimhäute sind dann stärker gefährdet, allergische Reaktionen zu entwickeln. Überdies können Schadstoffe die oberste Zellschicht – quasi die Schutzschicht der Atemwege – schädigen und allergene Substanzen können hierdurch leichter in die Atemwegsschleimhäute gelangen. Gerade die ultrafeinen Kohlenstoffpartikel aus Dieselruß lassen Entzündungsparameter im Blut ansteigen. Dieser Effekt kann bis zu vier Tage anhalten. Ist das Immunsystem ohnehin schon auf diese Weise in Alarmbereitschaft, und kommt dann noch der Allergie-Auslöser in den Körper, ist die Reaktion der Atemwege heftiger. Mit Schadstoffen beladene Pollen sind zudem deutlich aggressiver und allergische Reaktionen hierauf verlaufen oftmals stärker.

Aber auch die Pflanzen leiden unter Feinstaub und hierin enthaltenen Schadstoffen. Bäume, die Luft- und Bodenschadstoffen ausgesetzt wurden, produzieren unter dieser Stresssituation bis zu
20-mal mehr Allergene als normalerweise und sichern so ihre Fortpflanzung.


Können durch diesen Huckepack-Effekt des Feinstaubs auf Pollen auch bei Nicht-Allergikern Atemwegserkrankungen ausgelöst werden?

Ja, Feinstaub kann Allergiereaktionen fördern, aber nicht nur das: Feinstaub kann viele entzündungs- und sogar krebsauslösende Substanzen enthalten. Bedeutsam sind hier beispielsweise  Schwermetalle oder Verbrennungsprodukte. Er kann also auch an sich schon und auch ohne Pollen Krankheiten fördern. Feinstaub kann beim Menschen u. a. in Nase und Nasennebenhöhlen, Kehlkopf  und Luftröhre vordringen, sogar bis in die Bronchien und feinsten Lungenbläschen und in den Blutkreislauf. Allerdings ist Feinstaub sehr heterogen – seine Zusammensetzung ist unterschiedlich in Abhängigkeit vom Standort, von Emittenten in der Umgebung  und auch vom Wetter, Windverhältnissen und Luftfeuchtigkeit.


Bekannte Mittel wie Augentropfen oder Nasen- und Asthma-Spray lindern die Symptome, helfen aber nicht, die eigentliche Ursache zu beseitigen. Haben Sie Tipps für uns, welche Maßnahmen weitreichender helfen?

Neben der Einnahme von Medikamenten kann man auch selbst einiges tun, um Heuschnupfen-Beschwerden zu verringern oder sogar zu vermeiden: Damit Pollen nicht ins Schlafzimmer dringen, Fenster geschlossen lassen. Wer auf Frischluftzufuhr nicht verzichten möchte, sollte ein Pollenschutzgitter (u. a. in Baumärkten erhältlich) anbringen. Pollenallergiker sollten körperliche Belastung meiden, wenn die Pollen am stärksten fliegen (auf dem Land meist schon vormittags, in Großstädten häufig erst abends) und die Pollenflugvorhersagen (Pollen-APP, Tageszeitung oder Internet) beachten. Gräserpollenallergiker sollten Rasen mähen oder Laub harken lieber anderen überlassen. Auch Putzen und Staub saugen kann kritisch werden. Tipp: Verwenden Sie einen Staubsauger mit Mikrofilter und wischen Sie möglichst häufig feucht, um die Pollen noch gründlicher zu entfernen. Nach Aufenthalt im Freien gründlich duschen, da sich Pollen leicht an Haare und Kleider heften. Bettwäsche oder Kleidung sollten Sie in der pollenreichen Zeit nicht draußen trocknen lassen. Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen und die Kleidungsstücke möglichst gleich waschen.

Woran nur wenige denken: Auch beim Autofahren gelangen Pollen in hohen Konzentrationen durch offene Fenster oder die Lüftung ins Fahrzeuginnere. Für Vielfahrer lohnt sich ggf. der Einbau eines Pollenfilters. Dieser muss dann allerdings auch regelmäßig gewartet werden.


Können Luftreiniger in Innenräumen helfen, die Allergiebeschwerden zu reduzieren?

Der Einsatz eines Luftreinigers hat sich auf jeden Fall dann bewährt, wenn er Pollen und Allergene aus Innenräumen filtert und so für ein sauberes Raumklima sorgt. Reine Luft – insbesondere in Innenräumen – ist eine gute Voraussetzung dafür, die oben erörterten Belastungen für den Körper zu verringern und somit die Symptome zu lindern. Damit lässt sich die Lebensqualität deutlich verbessern, Geplagte können sorgloser atmen. Insbesondere in der Nacht kann der Einsatz eines Luftreinigers sinnvoll sein, denn er sorgt für einen erholsamen Schlaf von Allergikern. Für einen optimalen Einsatz sollte man bei der Positionierung eines Luftreinigers darauf achten, dass er nicht in Ecken, vor großen Objekten oder vor Fenstern platziert wird.


Luftreiniger im Test: Dyson atmet anders >>

 

 

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