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Schreibabys - eine Zerreißprobe für übermüdete Eltern

Die meisten Eltern haben heute eine grobe Vorstellung davon, was ein Schreibaby ist. Zumindest haben sie diesen Begriff schon einmal irgendwann irgendwo gehört.

Wenn man nun das eigene, neugeborene Baby in den Armen hält, ist man irritiert darüber, wie wenig sich doch die so einfach verstandene Theorie aus den Babykursen und aus der Geburtsvorbereitung in der Praxis anwenden lässt. Das Stillen klappt nicht wie erwartet, das Baby denkt nicht daran mehr als 20 Minuten am Stück zu schlafen (stand da nicht etwas in dem Ratgeber, das Babys in den ersten Wochen mehr schlafen, als wach sind?!), und nach wenigen Wochen hat man das Gefühl auf einer Zeitbombe zu sitzen. Immer dann, wenn man sich gerade mal zur Ruhe begeben möchte scheint das Baby - einem inneren Sensor folgend - gerade in dem Moment aufzuwachen, in dem man endlich einschlafen möchte. Das Weinen scheint sich auch nicht durch Füttern, Kuscheln oder Bauchmassage (wie war das mit den Blähungen?!) abstellen zu lassen. Innerhalb kürzester Zeit geraten die Eltern eines Schreibabys so in eine Spirale, die sie immer weiter in die körperliche, psychische und emotionale Erschöpfung treibt.

In ihrer Verzweiflung suchen die Eltern beim Kinderarzt Rat, der sie meist nur mit Informationen über Drei-Monats-Koliken und der Feststellung, dass das Baby an sich völlig gesund sei, und die Eltern sollen es ja nicht zu sehr verwöhnen, entlässt.


Nun beginnen die Eltern die Babys anderer Eltern zu beobachten, und fühlen sich danach meist noch mehr frustriert. Warum sind diese Babys so friedlich? Wieso schlafen diese Babys einfach 2 Stunden am Stück weg, während man mit Max oder Lisa eine Stunde "kämpfen" muß, bevor er oder sie dann für etwa 15 Minuten zu ruhen gedenkt - ehe die nächste Schreiorgie beginnt?

Das Fatalste für Eltern eines Schreibabys ist die Suche nach Hilfe oder Verständnis im Freundes - oder Familienkreis. Statt Verständnis oder tatkräftige Unterstützung in Form von Babysitting werden die jungen Eltern hier in all ihren Bedenken bestätigt.

Nämlich - es muss doch eindeutig an der mangelhaften Erziehung der Eltern liegen, dass das Baby soviel weint. Wahrscheinlich sind sie einfach zu unsicher (kein Wunder, ist doch die Mutter entweder zu jung, oder zu alt), sie überträgt ihre eigene Unsicherheit auf das Kind, sie verwöhnt das Kind zu sehr - kein Wunder, dass es jetzt soviel weint. Stillen ist nicht gut für das Kind, Fläschchen natürlich noch weniger, im eigenen Bett schlafen lassen?! Ja, wo kommen wir denn da hin!! Und überhaupt: man selbst hatte sechs Kinder großzuziehen, und das nach dem Krieg, ohne Waschmaschine und ohne Pampers, da konnte man es sich nicht leisten, so ein Drama um ein Baby zu machen...

In den Mutter-Kind- oder Baby-Gruppen ist es auch nicht besser. Verständnislose Seitenblicke sind hier noch das geringste Übel. Hin - und wieder fallen schon mal Bemerkungen wie: "Was, Deiner schläft noch nicht durch?! Also, unsere Louisa schlief schon mit zwei Wochen nachts durch..." oder "Also, ich bin sicher, er hat einfach nur Hunger, guck doch mal wie er das Köpfchen dreht!". Manchmal werden die Aussagen ein wenig präziser, z.B. "Das liegt bestimmt an dem Tee den Du gerade getrunken hast. Du solltest nur noch Wasser trinken, aber bloß kein Mineralwasser, das macht auch Blähungen. Und am besten kein Brot, das ist auch nicht gut. Gemüse und Obst ist auch ganz schlecht - hast Du das nicht gelesen?! Ja, wegen der Säure. Ich habe ganz lange nur noch Breie gegessen, denn das war das einzige, was Tom geholfen hat." Manchmal hat die Mutter das "Glück" an eine Hobbypsychologin zu geraten, die ihr dann die entsprechende Erklärung anbieten kann: "Das liegt mit Sicherheit an Deiner Unsicherheit. Du bist einfach nicht gelassen genug. Du darfst Dich nicht so verkrampfen, wenn Du Dein Kind hälst."

Eine zusätzliche Steigerung erfährt die Situation, wenn die Mutter in ihrem Partner einen weiteren Kritiker findet. Manche Väter entziehen sich der Situation durch akute Überstunden. Andere beschäftigen sich an sich gerne mit dem Baby, sie wechseln ja sogar die Windeln (schließlich gehören sie zu den "neuen Vätern"), aber wenn das Baby anfängt zu weinen braucht es doch eindeutig die Mutter. Da das Schreibaby nun mal die meiste Zeit weint, ist das Baby somit die meiste Zeit bei der Mutter. Und außerdem: schließlich kann der Vater das Kind nicht stillen, oder?

Andere Väter sind da wesentlich unkomplizierter, und sagen ihrer Partnerin direkt, was ihnen nicht gefällt: warum ist selbst abends in der Wohnung so ein Chaos? Wann gibt es mal wieder was richtiges zu essen, schließlich arbeitet man den ganzen Tag? Und überhaupt, warum weint das Baby schon wieder? Wahrscheinlich ist es nicht richtig satt geworden, oder die Mutter hat - mal wieder, wann lernt sie das endlich - etwas falsches gegessen. Und wieso klagt sie überhaupt darüber, immer so fertig und müde zu sein, schließlich ist sie den ganzen Tag zu Hause und kann es sich einteilen. Der Mann ist doch immerhin den ganzen Tag in der Arbeit, also hat er ein Recht darauf müde zu sein. Und warum redet sie die ganze Zeit darüber, nicht genug Unterstützung von ihm zu bekommen, wo sie doch alles hat, wovon sie immer träumte - ein Häuschen im Grünen, ein Baby, sie kann zu Hause bleiben während er das Geld verdient?

Als ob die Belastung durch ein Schreibaby für die Mutter nicht schon groß genug wäre, scheint sie von der Außenwelt keinerlei Unterstützung zu erhalten. All diese Umstände unterstützen die Problematik zwischen den Eltern und ihrem Baby.

Die Frustrationsschwelle bei der Mutter wird immer niedriger. Sie kann überhaupt nicht mehr richtig entspannen, denn selbst wenn das Baby einmal schläft, steht sie unter Hochspannung. Wenn das Baby nur ein bisschen quengelig wird, ist sie innerlich bereits so unter Streß, dass sie möglicherweise überreagiert oder das Kind missversteht.

Hinzu kommt in vielen Fällen noch ein deutliches Schlafdefizit bei den Müttern, denn die meisten Schreibabys haben auch nachts Zeiten in denen sie weinen, oder nach Nahrung verlangen. Während in manchen Ländern Schlafentzug als Foltermittel angewendet wird, scheint es in unserer Kultur niemanden zum nachdenken anzuregen, wie junge Mütter ihre körperliche und geistige Gesundheit erhalten sollen, wenn sie nie ausreichend Schlaf bekommen.

Es gibt nur wenige Gründe, die von offiziellen Stellen wie Kinderärzte und Beratungsstellen angegeben werden, die ein mögliches Warum für das Weinen des Babys sein könnten.

Ich habe in meinem Buch "Schreibabys und ihre Eltern. Ein Mutmacher für Mütter und Väter" meine eigenen Erfahrungen mit meinem Schreibaby mit den Auswertungen der Erlebnissen zahlreicher anderer Mütter zusammengefasst. Im Laufe meiner Arbeit stieß ich auf viele verschiedene andere mögliche Ursachen, die wie einzelne Mosaiksteinchen zu einem großen Bild beitragen könnten. Natürlich sind diese Punkte nicht in jedem Fall hundert Prozent zutreffend, noch weniger habe ich DIE ultimative Ursache, oder gar DIE ultimative Hilfe gefunden. Mir ging es bei meiner Arbeit vor allem darum, die Belastung für die Mutter und ihre Bedürfnisse herauszuheben. In unmittelbarem Zusammenhang damit steht natürlich das Schreibaby welches nicht das Problem als solches verkörpert, sondern eher - dies ist zumindest meine Meinung - die Spitze eines Eisberges ist.
Darüber hinaus spreche ich in meinem Buch verschiedene Methoden der Entspannung an, der Umgang unserer Gesellschaft mit Babys, Weinen und Körperkontakt, und der Umgang mit Müttern, der Umgang der Mütter miteinander und mit sich selbst. In diesem Zusammenhang zeige ich auch mögliche Lösungsansätze auf, allerdings immer unter dem Vorbehalt, dass ich diese Dinge für hilfreich empfunden habe, aber nicht behaupten kann, dass dies für alle anderen Eltern auch zutreffen muß.

Myriam Thöne

 

 

Anlaufstellen

Selbsthilfegruppe
Festhaltende Eltern Datteln e.V.
Wilhelm-Raabe-Str. 14, Sabine Vogel
44791 Bochum
Tel: 02 34/50 31 72
Fax: 02 34/50 31 72

 

TROSTREICH - Selbsthilfe-Initiative für Eltern von Schreibabies im ersten Lebensjahr

Schulstr. 10
27446 Deinstedt


Tel: 0 42 84/3 95
Fax: 0 42 84/3 95

 

ELTERN FORUM HOLDING
Zentrale Anlaufstelle
Annastraße 9, c/o Frau Maurer
70327 Stuttgart
Tel: 07 11/33 37 53
Fax: 07 11/33 37 53

 

 

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