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01.05.2018

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Essstörungen

Jeder dritte Mensch hat eine vorübergehende Essstörung. Etwa 85% der Betroffenen sind Frauen. Aber in zunehmendem Maße erkranken heute auch Jungen und Männer daran. Der Beginn einer Essstörung liegt meist etwa zwischen dem 14. und 25. Lebensjahr.

Essstörungen können Lösungsversuche für tiefe seelische Probleme, Ersatz für verdrängte Gefühle und Bedürfnisse, Reaktionen auf unbefriedigte Lebensverhältnisse, Flucht, Hilflosigkeit oder Verweigerung sein. Ebenso können sie einen stummen Protest oder Ablehnung und zugleich auch Resignation und Anpassung signalisieren.

Das Gefühl, sich über Essen bzw. über Hungern Befriedigung zu verschaffen, führt erst einmal zur schnellen Erleichterung und zu einem Erleben von Sicherheit und Selbständigkeit. Dies ist allerdings nur eine Kurzzeitbefriedigung, deshalb benötigen Betroffene Wiederholungen. Die Essstörungen erhalten somit eine Eigendynamik und geraten außer Kontrolle. Es kommt zu einem In- sich- Hineinstopfen großer Nahrungsmengen oder der Verweigerung der Nahrungsaufnahme.
Zu dick, zu dünn oder doch gerade richtig?

Bin ich zu dick, zu dünn oder doch gerade richtig? Diese Frage kann nicht allein mit dem Maßband oder der Waage beantwortet werden. Ob das eigene Gewicht richtig ist oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zur Messung des Gewichts bei Erwachsenen wird der Body Maß Index (BMI) ermittelt. Er errechnet sich folgendermaßen:

Körpergewicht geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat (kg:m²)
Der errechnete Wert ergibt eine Indexzahl:

  • unter 17,5: ausgeprägtes Untergewicht
  • unter 18,5: Untergewicht
  • zwischen 18,5 und 25: Normalgewicht
  • zwischen 25 und 30: Übergewicht
  • zwischen 30 und 35: Adipositas Grad I
  • zwischen 35 und 40: Adipositas Grad II
  • über 40: extreme Adipositas, Grad III

 

Wann bin ich essgestört?

Essstörungen beginnen im Kopf. Die ständige Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper führt zu Diätversuchen und einem eingeschränkten Essverhalten. Dies kann ein Einstieg in Essstörungen sein.

Die Fixierung des Denkens auf das Essen wird verstärkt. Der Körper und seine Bedürfnisse werden als Bedrohung angesehen und der Umgang mit Nahrung und dem Körpergewicht wird immer zwanghafter kontrolliert. Alles andere wird unwichtig: Freunde, Spaß und Unternehmungen.

 

Ess-Sucht mit Übergewicht (Binge Eating Disorder)

Binge stammt aus dem englischen und bedeutet schlingen. Binge Eating Disorder unterscheidet sich im Wesentlichen von der Bulimie dadurch, dass nach einem Essanfall keine Maßnahmen ergriffen werden, die aufgenommen Kalorien wieder ungeschehen zu machen, beispielsweise durch Erbrechen, Hungern oder extremen Sport.

Typisch für Ess-Sucht mit Übergewicht (Binge Eating Disorder) sind:

  • Heißhungeranfälle
  • Übermäßig schnelles Essen (schlingen)
  • Essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl
  • Essen ohne ein körperliches Hungergefühl
  • Allein Essen aus Scham
  • Ekel, depressive Verstimmungen und Schuldgefühle nach dem Essen
  • Die bei den Essanfällen aufgenommene Nahrung wird im Körper behalten


Durch eine Ess-Sucht mit Übergewicht können körperliche Folgeschäden auftreten wie Überbelastung des Herzens, des Kreislaufs und des Knochenbaus. Dies führt zu Schlaganfällen, Herzinfarkten, Leberschäden, Diabetes, Gelenkleiden und Wirbelsäulenschäden.

Seelische Folgen wie Resignation, Flucht in Tagträume, Antriebslosigkeit, Depressionen und Hass auf den eigenen Körper können ebenfalls auftreten.

 

Behandlung:

  • Langsam und genussvoll essen
  • Regelmäßig essen
  • Körpersignale wahrnehmen: auf Durst oder Müdigkeit angemessen mit Trinken oder Schlaf reagieren anstelle mit Essen
  • Regelmäßige Bewegung
  • Streitgespräche bei Tisch vermeiden
  • Professionelle Hilfe aufsuchen: medizinische Betreuung, Therapie, Selbsthilfegruppe

 


Latente Ess-Sucht

Nicht jeder, der sein Gewicht ab und zu kontrolliert, ist latent esssüchtig. Entscheidend ist, wie viel Raum das Thema Gewichtskontrolle im Leben einnimmt. Leidet die Lebensqualität unter der übertriebenen Beschäftigung mit Nahrung und Gewicht massiv, sollte schleunigst etwas verändert werden.

Außerdem begünstigt eine latente Esssucht den Einstieg in andere Essstörungen! Bei Versagen der Selbstkontrolle kann daraus eine Magersucht oder Bulimie entstehen. Deshalb sollte man sich unbedingt Hilfe suchen!

 

Typisch für eine latente Esssucht sind:

  • Einsatz von Appetitzüglern
  • Verwendung von Lightprodukten
  • Einsatz von Abführmitteln
  • Wechsel zwischen übermäßigem Essen und Diät halten
  • Kalorienzählen
  • Behandlung:

    - Langsam und genussvoll essen
    - Regelmäßig essen
    - Regelmäßige Bewegung
    - Körpersignale richtig deuten: Müdigkeit, Durst, Hunger
    -  Hände weg von Abführmitteln und Appetitzüglern

Magersucht (Anorexia Nervosa)

Die Magersucht, auch Anorexie genannt, verändert das Leben der Betroffenen schleichend. Die körperlichen Merkmale werden von der Umwelt schnell wahrgenommen, die dahinter liegenden psychischen Probleme allerdings werden oft nur langsam bemerkt.

Magersucht ist eine Erkrankung, die vor allem bei Mädchen und Frauen auftritt. In der westlichen Welt leiden 1% aller Frauen zwischen 15 und 35 Jahren daran.

Betroffene stehen nicht mehr in Kontakt mit ihrem Körper. Ihr Kopf kontrolliert und steuert. Der Körper wird als Feind angesehen, der gierig ist und bekämpft werden muss. Die Kontrolle gibt ihnen ein Gefühl von Autonomie und Unabhängigkeit.

Magersüchtige kommen meist aus äußerlich intakten harmonischen Familien, ohne eine bewährte Streit- und Konfliktkultur. Ein starker Zusammenhalt der Familie oder von Teilen der Familie lassen nur wenig Raum für Individualität zu.

Magersüchtige sind hoch sensible und haben ein starkes Harmoniebedürfnis. Sie verfügen über eine ausgeprägte Leistungsorientierung und Perfektionismus.

 

Typisch für Magersucht sind:

  • Massiver Gewichtsverlust innerhalb kurzer Zeit (20% vom Ausgangsgewicht innerhalb von 3-4 Monaten)
  • Gewichtsverlust ist selbst herbeigeführt
  • Streng kontrollierte und eingeschränkte Nahrungsaufnahme
  • Vermeidung kalorienreicher Speisen
  • Gestörte Körperwahrnehmung
  • Extreme Angst vor Gewichtszunahme
  •  Fehlende Krankheitseinsicht

Es ist sehr wichtig eine Anorexie behandeln zu lassen, da die Todesrate bei Nicht-Behandlung im Langzeitverlauf 5-20% beträgt. Die Art der Behandlung ist hierbei eine auf Essstörungen spezialisierte Psychotherapie.
Bei Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, dass die ganze Familie in die Therapie integriert wird, denn im Gegensatz zu erwachsenen Patienten tragen die Eltern eine große Verantwortung. Mit Medikamenten allein kann Anorexie nicht behandelt werden und auch eine Ernährungsberatung allein ist nur begrenzt von Nutzen.

Auslösende Faktoren für eine Magersucht können beispielsweise neue Anforderungen (schulisch oder beruflich), Verluste oder Trennungen sein. Bei Kindern und Jugendlichen können allerdings auch harmlos wirkende Faktoren wie Hänseleien über das Gewicht ausschlaggebend sein.

 

Körperliche Folgeschäden:

 

  • Absinken des Stoffwechsels, des Pulses und des Blutdrucks
  • Ausbleiben der Menstruation
  • Herzrhythmusstörungen
  • Niedrige Körpertemperatur
  • Verstopfung
  • Blutarmut
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Wassereinlagerung im Gewebe
  • Knochenstoffwechselstörungen (Osteoporose)
  • Nervenschädigungen

 


Bulimie (Bulimia Nervosa)

Die Ess-Brech-Sucht, auch Bulimie genannt, ist eine heimliche Erkrankung. Oft leiden die Betroffenen jahrelang an der Krankheit, bevor es jemand bemerkt.

In Europa und Nordamerika sind etwa 2-4% der Frauen zwischen 15 und 35 Jahren und 0,5% der Männer im gleichen Alter davon betroffen.

 

Typisch für Bulimie sind:

  • wiederholte Episoden von Fress-Anfällen
  • Kontrollverlust über die Nahrungsaufnahme während der Anfälle
  • Im Anschluss kompensieren der übermäßigen Kalorienzufuhr zur Gewichtskontrolle durch: selbstinduziertes Erbrechen oder Missbrauch von Abführmitteln
  • Selbstekel
  • Horten von Lebensmitteln
  • Manchmal hohe Verschuldungen aufgrund der hohen Ausgaben für Lebensmittel

Auslösende Faktoren für eine Bulimie sind in 90-95% der Fälle Diäten oder der Verlust von nahe stehenden Bezugspersonen.

Die Behandlung von Bulimie kann entweder ambulant oder auch stationär erfolgen. Dies ist davon abhängig, wie intensiv die Symptome sind. Wichtig ist, dass Erkrankte wieder an eine Rhythmisierung der Nahrungsaufnahme (mindestens 3 Hauptmahlzeiten täglich sitzend zu sich nehmen) herangeführt werden. Die Phasen ohne Ess-Brechanfälle müssen ausgedehnt werden und das Erstreben eines unrealistischen Zielgewichts muss aufgegeben werden.


Körperliche Folgeschäden:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Kreislaufprobleme
  • Zahnschmelzschäden
  • Kalium-/Magnesiummangel
  • Nierenschäden
  • Ausbleiben der Regelblutung
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen


Jenny Schnabel

 


Links zum Thema Essstörungen:

 

 

 

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