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Eine Schule auf Rädern

In der "Schule für Circuskinder" kommt der Lehrer zu den Schülern


Es ist kurz vor 9 Uhr, als Wolfgang Lauff an diesem Freitag sein Schulmobil auf das Gelände der Erich Kästner Schule in Steinfurt lenkt. Er parkt in unmittelbarer Nähe des Circus Jonny Casselly, der hier derzeit gastiert.
Der Pädagoge muss nicht lange warten oder gar die Glocke läuten, seine beiden Schüler Katy und Miguel haben die fahrende Schule längst entdeckt. Jetzt schnell die Tornister geschultert, dann laufen die beiden ihrem Lehrer auch schon freudig entgegen.

Kurze Zeit später nehmen die beiden ihre Plätze ein – eben wie in einer richtigen Schule. Auch ansonsten findet sich im Inneren des Mini-Klassenzimmers alles, was Wolfgang Lauff für seinen Unterricht so braucht – sogar ein winziger Computerraum!

 

2014 feiert die Schule für Cirkuskinder 20. Geburtstag

 

„Die Schule für Circuskinder in NRW gibt es jetzt bald 20 Jahre“, erzählt der Pädagoge. „Unser Ziel ist es, Kinder, die sonst ständig die Schule wechseln müssten, in einem vertrauten Rahmen zu unterrichten und ihnen so die Chance auf eine möglichst gute Schulbildung mit auf den Weg zu geben“, so Lauff. „Die Circusschule startete als Pilotprojekt. Mittlerweile wird sie von der evangelischen Kirche getragen und ist voll anerkannt. Die Kinder können bei uns auch den erweiterten Realschulabschluss machen, mit dem ihnen dann die weitere Schullaufbahn offen steht.“

Rund 30 Betriebe werden von Wolfgang Lauff und seinen Kollegen derzeit angefahren. „Wenn ein Circus bei dem Schulprojekt mitmachen möchte, sollte er vornehmlich in Nordrhein-Westfalen unterwegs sein“, erläutert Lauff die Aufnahmebedingung. Jeder Circus bekommt dann einen Lehrer zugeteilt. Von Vorschülern bis hin zu Schulabgängern der neunten oder zehnten Klasse werden alle in einem Klassenzimmer unterrichtet. „Das Bedarf teilweise eine sehr fundierte Unterrichtsvorbereitung“, weiß Wolfgang Lauff aus eigener Erfahrung. Neben dem Circus Casselly betreut der 40-Jährige noch den Circus Max Renz. Dort hat er fünf Schüler und damit ist das Schulmobil dann auch schon ganz schön voll. Jeden der beiden Betriebe fährt er zweimal pro Woche an ihrem jeweiligen Gastort an.

 

Schule macht Spaß!

Vorschüler Miguel und I-Dötzchen Katy freuen sich immer auf die Schule. „Wolfgang ist echt nett und der Unterricht macht Spaß“, findet Miguel, der später einmal Clown werden möchte. Aber das ist noch lange hin. Jetzt ist er erst einmal damit beschäftigt, immer drei Gegenstände in einem Sack zu malen. Auch Katy versucht, sich auf ihre Aufgabe zu konzentrieren, aber sie wirkt etwas müde. „Ich habe meine Hausaufgaben fast vergessen und sie dann noch ganz spät gemacht“, gähnt die 6-Jährige und reibt sich die Augen. Außerdem lenkt der Lärm draußen ab.

Die Schüler der Erich Kästner Schule stürmen lautstark über den Platz. Die Aufregung ist ihnen anzumerken, denn gleich haben sie ihren großen Auftritt in einer echten Manege. Der Circus Casselly ist kein gewöhnlicher Circus, sondern einer zum Mitmachen.

 

Fast jede Woche woanders ...

Fast jede Woche sind die Cassellys an einem anderen Ort. „Daher sind wir wirklich froh und glücklich, dass wir Wolfgang und das Schulmobil haben“, stellt Karola, die Mutter des kleinen Miguel, fest. „Organisatorisch erleichtert das einiges und wir wissen die Kinder einfach gut betreut.“ Sie selber, erzählt sie, musste zuerst beinahe wöchentlich auf eine andere Schule gehen und sich ständig auf neue Mitschüler und Lehrer einlassen. Das sei furchtbar gewesen und gelernt, sagt sie, habe sie dabei auch nichts.

Den Eltern von Miguel und Katy ist die Bildung ihrer Kinder sehr wichtig. „Es ist für uns selbstverständlich, dass die Kinder sich an den Tagen, an denen Wolfgang nicht kommt, mit den Lernpaketen und Hausaufgaben beschäftigen.“ so Jessica Caselly, „Natürlich wäre es toll, wenn sie irgendwann in unsere Fußstapfen treten würden, aber das müssen sie später irgendwann einmal selber entscheiden.“

Weitere Infos: www.schulefuercircuskinder-nrw.de

 

Zur Sache:

Die Schule für Circuskinder in Nordrhein-Westfalen wird von der Evangelischen Kirch im Rheinland getragen und ist eine staatlich geprüfte Privatschule der Primarstufe und der Sekundarstufe I. Nach einer intensiven Vorbereitungsphase gingen dann die ersten rollenden Klassenzimmer für Circuskinder Anfang 1994 auf Tour. Nach erfolgreicher Pilotphase ist die Schule für Circuskinder heute voll anerkannt und feiert im nächsten Jahr ihren 20. Geburtstag. Wie viele Familiencircusse es heute noch in Deutschland gibt, ist nicht genau bekannt. Aber mehr als 200 kleine Familienunternehmen  tingeln derzeit durch Deutschland. Nur in Nordrhein-Westfalen und in Hessen gibt es spezielle Schulen für Circuskinder, die sowohl von den Kindern als auch von ihren Eltern sehr gut angenommen werden.

 

Info: Zirkus zum Mitmachen:

Innerhalb einer Projektwoche können Kinder und Jugendliche mit den Profis vom Circus Casselly eine komplette Circusveranstaltung einstudieren und erleben. Dabei werden u.a. Kunststücke eingeübt, die Tiere gepflegt und der Umgang in der Dressur geprobt – eben alles, was in der Circuswelt so anfällt. Während dieser Zeit lebt und arbeitet die gesamte 15-köpfige Familie auf dem jeweiligen Aktionsplatz. www.casselly.de

 

Text und Fotos: Kerstin Klimenta

 

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