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Auf den Pilz gekommen

Die tief stehende Sonne versucht mühsam, sich ihren Weg durch den Frühnebel zu bahnen, als eine rund 20-köpfige Menschengruppe im Naturschutzgebiet Heiliges Meer in alle Himmelsrichtungen ausschwirrt, jeder mit mindestens einem Korb ausgestattet und den Blick starr zum Boden gerichtet.

 

Seit 50 Jahren Pilzexkursionen

Seit vielen Jahren bietet die Außenstelle Heiliges Meer des LWL-Museums für Naturkunde im Herbst eine mehrtägige Exkursion rund um den Pilz an.
Während einige der Teilnehmer sich geradewegs auf die Suche nach verschiedenen Pilze machen, bildet sich um Roswitha Keuker eine kleine Menschentraube. „Auch bei den essbaren Pilzen gilt Vorsicht!“, erklärt die Expertin, als Exkursionsteilnehmerin Dagmar Seesing ihr einen blau angelaufenen Flockenstieligen Hexen-Röhrling  zeigt, „Nicht jeder Speisepilz ist zum Verzehr geeignet. Er sollte frisch, fest und ohne Schimmel oder Maden sein.“ Wenn ein Pilz stark blau verfärbt ist, findet eine Reaktion des Pilzfleisches mit Sauerstoff statt. Diese Blaufärbung, so die Pilzsachverständige, sei häufig ein wichtiges Bestimmungsmerkmal einer Pilzart. „Pilze, ihre Lebensform und die unglaubliche Vielfalt sind einfach eine Faszination für sich“, schwärmt Roswitha Keuker, die weiter darauf aufmerksam macht, dass Pilze nicht zu den Pflanzen gehören, sondern ein ganz eigenes Reich bilden. Ein Pilz ist also ein Pilz. Und der lebt überwiegend unterirdisch und besteht aus einem feinen Fadengeflecht, das Myzel genannt wird. Im Spätsommer und Herbst, wenn es feucht und noch nicht zu kalt ist, dann sprießen ihre „Früchte“ sprichwörtlich wie Pilze aus dem Boden, und zwar in einer unglaublichen Artenvielfalt. Rund 100 000 Arten sind bislang entdeckt worden, Experten gehen aber davon aus, dass es etwa 1,5 Millionen verschiedene Pilze gibt.

 

Pilzsuche ist Passion

Die Mykologin, die bei ihrem Hobby auch Entspannung in der Natur findet, ist von der Pilzsuche begeistert. Und damit ist sie nicht alleine. Jedes Jahr um diese Zeit schwärmen unzählige Menschen aus, um den einen oder anderen Leckerbissen für ihr Abendbrot zu finden.

 

Giftiger Geselle? Genaue Bestimmung ist wichtig

„Ganz unbedarft sollte man nie an die Suche herangehen“, rät Dr. Heinrich Terlutter, „Es kann schnell zu unangenehmen Verwechslungen kommen, denn so mancher Speisepilz hat einen giftigen Doppelgänger. Mit bloßem Auge ist der Unterschied aber kaum zu erkennen“, weiß der Leiter der Außenstelle Heiliges Meer, der diese Exkursion seit vielen Jahren begleitet und mittlerweile auch ein echter Pilzkenner ist. „Pilzsammler sollten Rücksicht auf die Flora und Fauna nehmen und darauf achten, ob das Sammeln von Pilzen in dem jeweiligen Gebiet überhaupt erlaubt ist“, fügt Terlutter hinzu. Wichtig zu wissen ist auch, dass einige beliebtesten Speisepilze wie der Steinpilz oder der Pffifferling unter Naturschutz stehen. Von diesen Arten sollte Sammler sich nur für den Eigenbedarf eindecken, wer mit Handelsmengen erwischt wird, muss mit hohen Geldstrafen rechnen.

 

Auf den Pilz gekommen ...
 
Wie Pilze ganz genau bestimmt werden, das und mehr lernen die Teilnehmer an den vier Kurstagen in Theorie und Praxis. Wer hier mitmacht, sollte nicht aus Zucker sein und wetterfeste Kleidung mitbringen. Jeden Tag geht es für mehrere Stunden raus ins teilweise morastige und unwegsame Gebiet - egal, was Petrus gerade so treibt. Aber das Wetter ist der bunt gemischten Truppe auch völlig egal. Das vergisst man bei der Pilzsuche schnell. „Papa, schau mal, hier ist ein großer Riesenschirmling“, ruft die 11-jährige Tessa Spinneker aufgeregt und freut sich über den schönen Fund. Sie ist in diesem Jahr zwar die jüngste im Teilnehmerfeld, aber bei weitem nicht die unerfahrenste. „Ich war schon im letzten Jahr mit Papa hier. Pilze sind echt spannend“, findet die Schülerin, „Besonders toll finde ich, dass die Früchte so schnell wieder nachwachsen!“

Das Rentner-Ehepaar Seesing aus Coesfeld ist erst hier wirklich auf den Pilz gekommen. „Unsere Kinder haben uns den tollen Kurs geschenkt“, sagt Ruheständler Heinrich Seesing, der von diesem Erlebnis sichtlich angetan ist. „Wir lieben die Natur und haben jetzt ein neues und passendes Hobby für uns entdeckt“, fügt seine Frau Dagmar hinzu.

Text und Fotos: Kerstin Klimenta

 

 

Das sollten „Pilzjäger“ beachten

Pilze bzw. ihre Fruchtkörper findet man überwiegend in Wäldern. Im Spätsommer und Herbst haben Pilzsammler die besten Chancen, auch fündig zu werden. Bei der Suche sollte immer jemand dabei sein, der etwas von der Pilzkunde versteht. Einen giftigen Pilz zu verspeisen, kann gefährlich werden.
„Die Pilze sollten immer in einem luftdurchlässigen Korb gesammelt werden“, weiß  Gerhard Wölfel, der seit Jahren gefragter Referent im Bereich der Mykologie ist. „Die Pilze sollten vorsichtig aus dem Boden gedreht werden, um tief im Boden sitzende  Stielteile zu erhalten“, so Wölfel. Dass Pilze nur mit einem  Messer abgeschnitten werden sollten, sei ein weit verbreiteter Mythos, sagt er. Zur genauen Bestimmung ist es von Vorteil, wenn der Fundort notiert wird. „Und wer sich bei einem Pilz nicht ganz sicher ist, sollte diesen lieber in einen separaten Korb lagern.“ Pilzsucher sollten außerdem darauf achten, nur einwandfreie und frische Exemplare mitzunehmen und diese dann auch schnell zuzubereiten. Geputzte Pilze sollten maximal zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wer einen Pilz entdeckt hat und nichts weiter über ihn herausfindet, kann bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie einen Pilzsachverständigen in seiner Nähe zu Rate ziehen. Weitere Infos zum Thema: www.dgfm-ev.de (kkl)


Info: Unter dem Motto „Der Natur auf der Spur“ bietet das LWL-Museum für Naturkunde Außenstelle Heiliges Meer über das ganz Jahr hinweg spannende mehrtägige Exkursionen für jedermann an. Das etwa 260 ha große Naturschutzgebiet im Kreis Steinfurt ist ein Paradies für Naturfreunde. Die Kurse sind nach dem Arbeitnehmergesetz anerkannt, Übernachtung und Verpflegung finden in der Außenstelle statt. www.lwl.org (kkl)


Gewusst? Das größte Lebewesen der Welt ist nicht etwa der Wal, sondern ein Hallimasch. Er wächst in Oregon (USA) auf einer Fläche von etwa 800 Hektar. Experten schätzen, dass dieser Pilz etwa 600 Tonnen schwer sein muss. (kkl)

 

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