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Warum nehmen Jugendliche Drogen?

Können Sie sich noch erinnern, wie Sie Ihre erste Zigarette geraucht oder Ihr erstes Bier getrunken haben? Wie spannend es war, etwas Verbotenes zu tun und damit vielleicht einer begehrten Clique anzugehören? Oder sich einfach dadurch ein Stückchen erwachsener zu fühlen?

Unsere Jugend ist heutzutage genauso orientierungslos, neugierig und experimentierfreudig wie vor 30 Jahren. Der Unterschied zu der Elterngeneration ist wohl die zunehmende Plattform der Medien für die Jugendbewegung. Diese eigene Kultur zeigt sich ganz offensichtlich im Modebereich, ist aber auch in der Musik, bei den Mode-Getränken und eben auch bei den Mode-Drogen zu erkennen.

Zu dieser Jugendkultur gehören alle diese alterstypischen Verhaltensweisen, wie das Schwarzfahren, die ersten sexuellen Erfahrungen, das Probieren der legalen und illegalen Drogen. Und dies „befällt“ die durchschnittlichen Normalfälle genauso wie Rebellen.

 

Jugendliche suchen den Protest

„Euer Bier ist unser Cannabis!“. Mit diesen Protestrufen wollen Jugendliche sich von der älteren Generation abgrenzen und selbst über ihr Leben, Denken und Handeln entscheiden. In dieser Selbstfindungs- und Abgrenzungsphase findet die erste Abnabelung vom Elternhaus statt.
Hierzu benötigen Jugendliche geradezu Reibungspunkte. Denn nur durch die Auseinandersetzung mit vorhandenen Regeln können sie ihre Persönlichkeit weiterentwickeln und Stärken und Grenzen erfahren.
Diesen Erfahrungsschritt muss jede/r selbst machen - denn nur der nimmt seine Grenzen an, der selbst an sie stößt und vertraut auf eigene Stärken, die getestet wurden. Dies ist ein notwendiger Schritt vom fremdbestimmten Kind zum selbstständigen Erwachsenen.

 

Was macht den Rausch so attraktiv für Jugendliche?

Jugendliche experimentieren in der Pubertät gern mit den verschiedenen Gesichtern ihrer Persönlichkeit, denn diese entwickelt sich in dieser Zeit noch einmal entscheidend.
Drogenkonsum wird daher zum einen eingesetzt, um die Persönlichkeit in allen Facetten zu erfassen. Der Rausch versetzt den Benutzer in unbekannte Extremsituationen, in denen er sich selbst ganz neu wahrnimmt. Dies kann verunsichern oder auch faszinieren.
In jedem Fall aber zwingt der Rausch den Jugendlichen zu einer Bewältigung der Eigen- und Fremdwahrnehmung und der damit verbundenen Gefühlswelt.
Dies ist wohl ein radikaler Weg zur Beantwortung der Frage „Wer bin ich eigentlich?“, aber ein nicht unüblicher - auch bei Erwachsenen.

Zum anderen liegt der Drang nach Drogengebrauch darin, dass bei den Jugendlichen der unabdingbare Wunsch nach einer eigenständigen und unverwechselbaren Persönlichkeit besteht, die sie mit dem Herumexperimentieren mit Drogen erreichen möchten. Hier bietet auch die Musik- und Sportszene genügend „Vorbilder“, die die damit verbundene Coolness vorleben.

Was aber wohl mit zu den Hauptgründen von Drogenkonsum zählt ist das „Dazugehören-Wollen“.
Fast (Zahl der jugendlichen Konsumenten nennen!!) aller Jugendlichen nehmen zwischen (Alter) gelegentlich oder regelmäßig berauschende Mittel zu sich. Das bedeutet, dass in fast jeder Clique legale oder illegale Drogen konsumiert werden. Es scheint also „normal“, Alkohol, Nikotin oder eben auch illegale Drogen in Freundeskreisen zu verzehren.


 
„Aber was tun, wenn mein Kind Drogen nimmt?“

 

  • Keine Panik und Selbstvorwürfe!
    Elterliche Erziehung wird am meisten in der Pubertät gefordert. Da heißt es: mal die Zügel stramm halten und mal lockern. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt, die kleinen Erwachsenen loszulassen und wann, sie wieder unter die elterliche Obhut zu stecken. Jedes Elternpaar macht in dieser Zeit scheinbar viele Fehler. Dies liegt allerdings nicht an ihrer Unfähigkeit, sondern in der Natur der Pubertät.

    Viele Eltern fühlen sich dem gesellschaftlichen Druck ausgesetzt, dass Übles stets aus Üblem folge und somit der Drogengenuss ihrer Sprösslinge auf schlechte Erziehungsqualitäten oder zumindest doch auf inkompetente und überlastete Mütter hinweisen.
    Befreien Sie sich von dem gesellschaftlichen Druck und überprüfen Sie Ihr Verhältnis zu Ihrem Kind:

    - kennen Sie seine/ihre derzeitigen Probleme (Schulstress, Liebeskummer, Probleme mit anderen Jugendlichen ...)? 

    - kennen Sie seine/ihre Freunde?

    - Kennen Sie seine/ihre Interessen und Hobbies?

    Wenn Sie viel mit Ihrem Kind reden und Ihm ein verständnisvolles und sicheres Heim bieten, wird sich der derzeitige Drogenkonsum nur schwer zur Abhängigkeit wandeln.

    Das Herumexperimentieren mit berauschenden und illegalen Mitteln ist in der Pubertät ganz normal. Es muss nicht zwangsläufig zu einer Abhängigkeit kommen. Es ratsam, sich mit klarem Kopf dem Thema zu widmen. Wutausbrüche und sofortige Verbote verhindern eine sachliche Klärung mit Ihrem Kind.

 

  • Nehmen Sie die Elternrolle ein! 

    Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Ihre Sorgen. Auch wenn dies scheinbar für Ihr Kind eine nervige Prozedur ist, müssen Sie für Ihr Kind „greifbar“ bleiben. Für einen pubertierenden Menschen ist ein sicheres Gerüst wie Regeln und verlässliche, liebevolle Eltern enorm wichtig zur freien Weiterentwicklung. Ihr Kind darf ruhig mal über Ihre Sorgen und Ängste als Elternteil Bescheid wissen; es will keinen erwachsenen Freund anstelle seiner Eltern.

  • Informieren Sie sich über den momentanen Schulstand und aktuelle Freunde!

    Sinken die Schulleistungen plötzlich auf allen Gebieten ab? Schwänzt Ihr Kind gar wiederholt die Schule? Nirgends lässt sich eine persönliche Krise besser als an den Schulleistungen ablesen. Schulprobleme können ihre Ursachen in Schwierigkeiten mit Lehrern oder Mitschülern haben, in familiären Problematiken (Scheidung, Tod, Streit der Eltern)liegen oder in Leistungsüber- und -unterforderung zu finden sein. Klären Sie gemeinsam mit Ihrem Kind mögliche Ursachen und sprechen Sie gegebenenfalls mit Lehren darüber.

    Übertriebene Sorgen sind allerdings unberechtigt. Sind nur wenige Schulfächer betroffen und schwänzt ihr Kind selten die Schule, sollten Sie es nicht tolerieren aber auch nicht in Panik verfallen. Diese „Null-Bock-Phase“ kennen Sie vielleicht noch aus Ihrer Pubertät - und aus Ihnen ist schließlich auch noch ein vernünftiger Mensch geworden. Aber zeigen Sie auch dort Ihrem Kind klare Grenzen auf.

    Welche Freunde sind derzeit aktuell? Isoliert Ihr Kind sich zusehends? Freunde mit großem Vorbildcharakter können in dieser Phase einen schlechten Einfluss auf die Entwicklung eines Jugendlichen haben. Sie können ihn/sie in Handlungen beeinflussen. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass ein/e Jugendliche/r, der sich zu hause wohl aufgehoben und verstanden fühlt, allein durch den Einfluss eines Freundes drogenabhängig wird. Im Gegensatz dazu ist es ungesünder, keine Freunde zu besitzen, weil das grundlegende Bedürfnis nach sozialem Austausch nicht befriedigt wird. Hier sollte früh eingeschritten werden und den Grund für die Isolation gefunden werden.

    Deshalb ist es ratsam, einen Großteil des Freundeskreises zu kennen und manchmal auch darauf zu bestehen, ihn kennen zu lernen. Zeigen Sie Interesse! Dies muss nicht übertrieben sein, aber dadurch behalten Sie Kontakt zu Ihrem Kind und den Überblick über seine/ihre Freunde.

  • Schaffen sie feste Familienrituale!

    Wenn sich ihr Kind kaum noch zu hause blicken lässt, machen sie einen festen Termin am Tag oder in der Woche aus. Das kann z.B. ein gemeinsames Essen, einen festen Spielabend oder ein gemeinsames Hobby sein. Zeigen sie ihrem Kind, dass eine Familie feste Rituale hat, die sie gemeinsam einhalten. So behalten sie das Familiengefüge zusammen und geben ihrem Rebellen die nötige Ruhephase.

    Ebenso sollte Ihr Kind bestimmte Aufgaben im Haus selbst übernehmen, dies fördert  die Eigenständigkeit und –verantwortung. Achten sie allerdings darauf, dass die Rituale und Regeln nicht die ganze Freizeit Ihres Kindes einnimmt. Es braucht auch viel freie Zeit für sich und seine Freunde.

  • Zeigen Sie wirkliches Interesse an ihrem Kind!

    Jugendliche sind besonders suchtgefährdet, wenn sie wenig Bestätigung und Selbstbewusstsein erfahren haben. Sie sind in dieser Orientierungsphase besonders labil und suchen nach konkreten Vorbildern.

    Seien sie ein Vorbild und üben sie eine gleichberechtigte Streitkultur ebenso wie partnerschaftliche Gespräche. Dies zeigt ihrem Kind, dass sie es ernst nehmen in seinen Gedanken und Ängsten. Es schafft Vertrauen und fördert gleichzeitig seine Problemlösekompetenz. Ein Jugendlicher, der seine Probleme und Ängste allein bewältigen kann, ohne sofort zur Droge zu greifen, ist nicht suchtgefährdet.

  • Überprüfen sie ihr eigenes Vorbild-/Suchtverhalten!

    Seien sie ein Vorbild auch in Bezug auf ihr eigenes Suchtverhalten. Gehören Alkohol, Nikotin oder Medikamente zum Alltag dazu? Setzen sie sie bewusst zur Problembewältigung ein?

    30% der Kinder, deren beide Elternteile Raucher sind, rauchen vermehrt und in früheren Jahren als ihre Altersgenossen, deren Eltern Nichtraucher sind.
    Kinder lernen, wie wir uns verhalten, wie wir unsere Schwierigkeiten überwinden, wie wir uns Wünsche und Erwartungen erfüllen oder versagen. Nutzen sie ihre Vorbildfunktion positiv, indem sie an ihrem eigenen Verhalten im Alltag und in Krisensituationen eine andere Bewältigungsstrategie vorleben. Zeigen sie, dass sie als Eltern und als Familie für auftretende Probleme gemeinsame Lösungen finden können.

Anneke Rathje

 

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