Hoppsala
 

Die Struktur von hoppsala.de alle Inhalte

Du bist hier: Home »» Pädagogik »» Schulkinder & Teens

Suchen

Home

Journal

Pädagogik

Erziehung & Entwicklung

Kleinkinder

Kindergartenalter

Schulanfänger

Schulkinder & Teens

Besser Lernen

Medienerziehung

Leseförderung

Ängste bei Kindern

Sexualpädagogik

Pädagogische Konzepte

Debatte

 

Junge Familie

Gesundheit

Ernährung

Freizeit & Feste

Weihnachten

Kindergeburtstage

DIY - Selbstgemacht!

Seite für Kinder

Bücher für Kids & Co

Grußkarten

Gewinnspiele

Kontakt/Impressum

 

Aktuelle Meldung

21.08.2017

Fünf Tipps für Eltern zu Computerspielen

lesen


Zurück zur letzten Seite Druckversion Seite empfehlen Einen Kommentar schreiben

 

Herzpfade gehen - Kinder entdecken ihre emotionale Intelligenz

Mathea steht in der großen Pause am Schulkiosk an und freut sich auf das Käsebrötchen, das sie gleich kaufen wird. Da kommt eine ältere Mitschülerin an und drängelt sich rücksichtslos vor. „Hey, du doofe Ziege, verzieh dich hier!“, schimpft Mathea. Doch diese Beschimpfung lässt sich die ältere Schülerin nicht bieten und schubst Mathea ruppig zur Seite.

Der Konflikt wird zum Kampf und am Ende setzt sich die Ältere durch. Mathea fühlt sich gedemütigt und übergangen. Tränen fließen.

Eine ganz alltägliche Situation? Leider ja!

Doch warum sind die Kinder von heute zunehmend weniger in der Lage sich friedlich auseinanderzusetzen? Unangemessene Gefühlsausbrüche nehmen zu, weil die emotionale Intelligenz nicht geschult wird.

Wenn Kinder - schon oder überhaupt – damit beginnen im Kindergarten, andere zu schlagen, sogar bereit sind Kinder die bereits am Boden liegen hemmungslos zu treten.

Wenn Jugendliche Waffen tragen, Mitschüler erpressen und Lehrer bedrohen, dann stellt sich die Frage „Was ist los mit den Kindern von heute?“

Sicherlich waren auch zu früheren Zeiten Streitereien und manchmal auch Rangeleien an der Tagesordnung. Was allerdings im Vergleich zu der heutigen Situation eher harmlos erscheinen mag.

Heute werden Elternhaus, Kindergärten und Schulen von einer Aggressions- und Gewaltsituation geradezu überrollt.

Doch auch die, die nicht mit Gewalttaten und Ausbrüchen auf die immer mehr zunehmende emotionale Kälte, Vereinsamung und den Verlusten von Werten und Ziele reagieren, leiden enorm unter dieser Situation.

Viele reagieren mit Unsicherheit, sind nervös, unkonzentriert und traurig.
Oftmals werden sie zum Außenseiter, ziehen sich in ihr Schneckenhaus zurück und beginnen schon früh unter Depressionen, Bauchschmerzen und Schlaflosigkeit zu leiden.

 

Soziale Kompetenzen sind erlernbar

Hannes Krauss, Lehrer an einer Realschule in der Nähe von Hannover, trainiert mit seinen Schülern das angemessene soziale Verhalten – die emotionale Intelligenz. Wie kann ich die Gefühle anderer besser erkennen und verstehen? Wie drücke ich meine Gefühle aus? Und wie sehen gewaltfreie Konfliktlösungen überhaupt aus?

In seinen Förderstunden lernen die Kinder spielerisch, nicht auf jeden Schubser oder jede verbale Beleidigung mit einer Gegen-Attacke zu reagieren. „Versucht in einer Konfliktsituation eure Gefühle auszudrücken, anstatt euren Gegenüber gleich zu beschimpfen!“, fordert er die Kinder auf.

In der heutigen Förderstunde sollen die Schüler der Klasse 5 c Briefe an Ihre Mitschüler schreiben, in denen sie Ihnen mitteilen, was sie an ihnen mögen und was überhaupt nicht.
„Aber bitte keine Beleidigungen!“, gibt Hannes Krauss noch zu bedenken.
 Ziel dieser Übung ist es, sich der eigenen Gefühle und des eigenem Verhaltens bewußt zu werden.
Sich besser ausdrücken und die Gefühle ihres Gegenüber erkennen und verstehen zu können.
Beim elfjährigen Leon zeigt diese „Übung“ auch promt erste Wirkungen.
„Ich habe überhaupt nicht gewusst, dass Timo unter meinen kleinen Remplern so leidet!“, meint er am Ende der Förderstunde nachdenklich.

So früh wie möglich sollte damit begonnen werden, spielerisch die Grundlagen der emotionalen Intelligenz den Kindern zu vermitteln.
Eltern, Erzieher, Lehrer sind heute mehr denn je gefragt, den Kindern dabei behilflich zu sein, ihr soziales Gleichgewicht zu finden.
Ein gesundes Körperbewusstsein und Selbstwertgefühl zu entwickeln und Wissen über ihre eigene Gefühle und das der anderen zu erlangen, damit sie ihr Verhalten und Handeln den verschiedenen Situationen anpassen können – damit sie emotional intelligent handeln können.

 

Weniger „anti-sozial“ mehr „pro-sozial“

„Spiele für Kopf und Herz“ heißt die AG Stunde an einer Grundschule, die unter der Leitung der Lerntherapeutin Antje Kraska, dass Ziel hat, das „anti-soziale“ Verhalten zu mindern und das „pro-soziale zu stärken und zu fördern. Die 17 Schüler der AG sitzen im Stuhlkreis und beginnen mit ihrer Begrüßungsrunde.
Doch statt „Hallo!“ oder „Guten Morgen!“ nennt jedes Kind eine Zahl zwischen 1 und 10.
„5!“, beginnt der achtjährige Robert die Begrüßungsrunde.
„Heute haben wir Sport, aber  in der Pause treffe ich wieder Hassan und der ärgert mich immer!“
Doch so leicht wie Robert, fällt es nicht allen Kindern in diesem Stuhlkreis über ihre Gefühle, Ängste und Freuden zu sprechen.
Der gleichaltrige Victor nennt die Zahl 3, möchte sie aber nicht weiter begründen.
„Muss er auch nicht!“, erklärt Antje Kraska.
„Allein die Tatsache, dass er seine Stimmungslage einschätzen kann, verrät ihm schon eine ganze Menge über seine eigenen Gefühle und die, welche in Beziehungen auftauchen.
Und wer seine eigenen Gefühle erkennt und einschätzen kann, der kann auch angemessen damit umgehen.“, fügt die Lerntherapeutin hinzu.
Treffender konnte dies sicherlich nicht formuliert werden, als es der amerikanische Psychologe und Autor Daniel Goleman in seinem Buch „Emotionale Intelligenz“ getan hat.
„Was nützt ein hoher IQ, wenn man ein emotionaler Trottel ist!“

 

Spiele, Spiele, Spiele ...

... zur Förderung der emotionalen Intelligenz

Diese "Herz"spiele zur Förderung der emotionalen Intelligenz bei Kindern und Jugendlichen, haben sich in der Praxis als nützlich und effektiv bewährt.

 

 

Drei Dinge die mir an dir gefallen...

So geht es
Die Kinder sitzen im Stuhlkreis (oder Fußboden).
Der Spielleiter erteilt dem ersten Kind das Wort. Dieses Kind hat nun die Aufgabe ein anderes auszuwählen und drei Dinge zu nennen, die ihm an diesem Kind besonders gut gefallen; das kann sowohl eine Charaktereigenschaft sein, z.B. „An dir gefällt mir gut, dass du immer so fröhlich bist“ oder „Ich mag es, dass du so hilfsbereit bist“.
Aber auch äußere Kennzeichen sind zugelassen, z.B. „ Deine lustigen Sommersprossen mag ich besonders gerne“ oder „Ich mag dein T-Shirt, es passt gut zu deinen blauen Augen“
Wurden drei Dinge genannt, ist das Kind an der Reihe, dass zuvor mit „Komplimenten“ bedacht wurde. Es wählt ein weiteres aus und nennt drei Dinge die es an diesem mag.
So geht das Spiel immer weiter bis alle Kinder an der Reihe waren.

Tipp
Komplimente tun gut. Sie stärken das Selbstwertgefühl und wirken richtig motivierend.
Sie auszusprechen fällt den Kindern und vor allen Dingen den Jugendlichen, allerdings nicht immer ganz leicht.
„Du Blödmann“ geht ihnen leichter über die Lippen als „Du bist nett“!
Durch dieses Spiel sollen die Kinder erleben und lernen wie schön es ist, mit netten Worten bedacht zu werden und wie gut es sich anfühlen kann, anderen etwas freundliches zu sagen.

Variante
Die „drei Dinge...“ werden auf einen Zettel geschrieben und dem anderen Kind überreicht.
Manchmal fällt es den Kindern wirklich sehr, sehr schwer etwas Nettes zu seinem Gegenüber zu sagen, dann kann diese Variante hilfreich sein.


Sei begrüßt ...

So geht es
Der Spielleiter erzählt die Geschichte von verschiedenen Kulturen und Begrüßungsrituale überall auf der Welt, die der Sage nach ganz unterschiedlich sein sollen.
Die Kinder sollen nun diese verschiedenen Begrüßungen nach machen –und Kontakt aufnehmen!
Deutschland: Hände schütteln
Schuhplattlerland: Füße heben und sich zur Begrüßung gegenseitig mit der Fußsohle berühren.
Frankreich: Küsschen rechts und Küsschen links.
In den Ländern in denen es sehr kalt ist:
Nasen aneinander reiben. Da es dort so kalt ist, werden die Hände angeblich nie aus den Jackentaschen genommen.
Amerika: Die Handflächen gegenseitig aneinander klatschen.
England: Zur Begrüßung ein kleines Geschenk überreichen.
China: Gegenseitig voreinander verbeugen.
Afrika :Dort wird zur Begrüßung gemeinsam ein kleines Tänzchen gemacht.
Spanien: Gegenseitig die Stirn aneinander drücken. Die beiden Stirnhöcker bei den Menschen, stehen für die Hörner der stolzen Stiere – sagen die Spanier -.
Durch die Stirn an Stirn Begrüßung, drückt man sein Respekt vor dem anderen aus...so lautet eine alte Legende...!
Österreich: Gemeinsam jodeln
Italien: Eine Hand heben und winken.
Israel :Gegenseitig leicht am Ohr zupfen

Tipp
Natürlich handelt es sich um Phantasiebegrüßungen, was die Kinder auch wissen sollen.
Die Kinder können sich selber noch verschiedene Varianten der Begrüßung ausdenken; wie begrüßen sich wohl die Indios oder wird in Texas zur Begrüßung das Lasso geschwungen...?
Unterschiedliche Länder - unterschiedliche Kulturen – unterschiedliche Menschen!
Dieses Rollenspiel soll in den Kindern mehr Verständnis für die Vielfältigkeit der Menschen - egal welche Farbe, Rasse oder Herkunft - wecken.
Alle sind gleich und jeder hat etwas ganz Besonderes – zum Beispiel die Begrüßungen.

Antje Szillat

 

Hier findet Ihr weitere Artikel aus unserem Bereich Schulkinder & Teens

nach oben

Zurück zur letzten Seite
Druckfähige Version dieser Seite
Diese Seite empfehlen
Meinung zu diesem Artikel schreiben

Tolle Verlosung

Yogakalender & Dankbarkeitstagebuch

Auf so-ham.de könnt ihr jetzt drei Pakete mit je einem Yogakalender 2018 und einem Dankbarkeitstagebuch gewinnen!




Quicklinks



Reisezeit

In unserer Rubrik Reise findet ihr spannende Reisereportagen und wertvolle Infos rund um das Thema "Reisen mit Kind/ern". Viel Spaß!

Jetzt stöbern >>


Aus der Bücherecke

Alle Tage wieder

lesen


 

© hoppsala.de | ein Projekt von FamilyConcepts | Entwicklung: HEIM:SPIEL