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Lieber Gott, gib auf mich acht: Kindergebete für das ganze Jahr

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100 Jahre Leo Lionni

„Von all dem, was ich in meinem Leben getan habe, hat mich wenig so sehr und so tief befriedigt wie meine Kinderbücher: Ich denke nicht darüber nach, wie alt ihre Leser sein könnten. Tatsächlich glaube ich, dass ein gutes Kinderbuch alle Menschen ansprechen sollte, die das ursprüngliche Beglücktsein und Staunen über das Leben noch nicht ganz verloren haben“, so Leo Lionni im Vorwort von »Frederick, du bist ja ein Dichter!«, Gesammelte Bilderbuchgeschichten, Middelhauve Verlag, 1991.
 
Am 5. Mai 2010 wäre der in Holland geborene Autor und Illustrator 100 Jahre alt geworden. Erst im Alter von 50 Jahren hat Leo Lionni mit der Bilderbuchkunst begonnen. Über 40 Bilderbücher hat er dann im Laufe der Jahre auf seine sehr eigene Weise erfunden und gestaltet und dabei auch andere Bilderbuchmacher wie Eric Carle inspiriert. In mehr als 20 Sprachen übersetzt, kehren und kehrten Leo Lionnis Figuren und Geschichten nicht nur in die Kinderzimmer, sondern in die Herzen vieler Generationen ein.
Wer erinnert sich nicht gerne an die poetische Feldmaus „Frederick“, die Sonnenstrahlen, Wörter und Farben sammelt, um selbst dann den langen grauen Winter zu überstehen, wenn alle natürlichen Vorräte aufgebraucht sind. Oder an den kleinen mutigen Swimmy und das Stückchen „Pezzettino“, das auf Identitätssuche geht. Diese und viele weitere einzigartige Fabeln begeistern Kinder und Kindgebliebene noch heute!
Der Autor und Illustrator fühlte sich sein Leben lang „zwischen Zeiten und Welten“. Anfangs lebte er mit seiner Mutter und seinem jüdischen Vater in Amsterdam und sprach holländisch. Nach einem Jahr bei seiner Großmutter in Brüssel konnte er Französisch und durch einen anschließenden Umzug nach Philadelphia lernte er Englisch. Später, wieder zurück in Europa, lebte er in Italien, studierte in der Schweiz, lernte Italienisch und Deutsch und machte seinen College-Abschluss in Wirtschaft.

Im Herzen war Lionni immer ein Künstler, doch er war auch stets mit der Pflicht konfrontiert, den Lebensunterhalt für seine Familie bestreiten zu müssen. Sein Schwiegervater erlaubte ihm die Heirat mit seiner Tochter Nora nur unter der Bedingung, dass er eine feste Anstellung annahm. 1939 ging er mit seiner jungen Frau und den beiden kleinen Kindern zurück in die USA, wo er nach dem 2. Weltkrieg Art Director beim Magazin „Fortune“ wurde. Zwischen einem Appartement in New York und einem Bauernhaus in Tuscany hin und her pendelnd konnte er sich lange nicht zwischen seiner Faszination für die kommerzielle Kunst und seiner Liebe zu der Welt der wahren Kunst entscheiden.

Der Durchbruch kam, als Leo Lionni in einem Zug von der Grand Central Station auf dem Weg nach Greenwich, Connecticut, saß und „Kleines Blau und Kleines Gelb“ erfand, um seine zwei kleinen und unruhigen Enkel Annie und Pippo zu unterhalten. Diese außergewöhnliche Geschichte begeisterte nicht nur seine Enkelkinder, denn 1959 wurde das Buch verlegt. Zu jener Zeit hängte Lionni seinen erfolgreichen Art-Director-Posten an den Nagel. Er wollte sich nach Italien zurückziehen und sich völlig der Kunst widmen.
Mit jedem weiteren Buch, das nun folgen sollte, entdeckte Lionni sein Zentrum und seine Seele, begriff die Quelle aller Kreativität: das eigene Kindsein. „Ich mache keine Bücher für Kinder. Ich mache Bücher für den Teil in uns, der sich nicht geändert hat, der noch kindlich ist.“ Mit jedem neuen Werk bewies er nicht nur seine Originalität und seine Variationsfähigkeit in der Gestaltung, sondern vor allem, dass er sich in die Gedankenwelt der Kinder wunderbar einfühlen konnte. Er verwendete Gestaltungstechniken, die Kinder selbst aus ihrem Alltag kennen: Collagen, Wasserfarben, Kleckse oder Stempel. Und Lionni begriff für sich die Quelle aller Kreativität: das eigene Kindsein.

Eric Carle nannte ihn zu recht den „Meister der vielen Techniken“, denn Leo Lionni war alles in einem: Grafikdesigner, Bildhauer und Maler. Ein Leben lang begleitete Lionni ein niemals nachlassendes „Engagement, neue Formen zu ersinnen und auf neue Ideen zu kommen“, doch erst spät betrachtete er sich selbst als Künstler: „Ich bin ein Maler, der auch Graphiken und Skulpturen macht“.

Lionni selbst bezeichnete alle seine Geschichten für Kinder als Fabeln: „Meine Gestalten sind Menschen in Verkleidung, und ihre kleinen Probleme und Situationen sind menschliche Probleme, menschliche Situationen“. In seinen Bilderbüchern baut er Spannung auf, indem eine bestimmte Ausgangssituation zu einem Konflikt ausgebaut wird, dessen Entwicklung auf eine Lösung hinaus läuft. „Frederick“ oder auch „Geraldine und die Mäuseflöte“ tragen genau diese fabelhaften Züge. Die Mäuse können sprechen, und darüber hinaus übertragen ihre Geschichten eine Moral. In manchen von ihnen zeigt sie sich offenkundig, in anderen liegt sie eher versteckt. In „Frederick“ lässt sich die klassische Dreiteilung genau nachvollziehen, denn dreimal fragen die anderen Mäuse nach seinem Nichtstun. Jedes Mal gibt Frederick ihnen eine unterschiedliche Antwort. Inhaltlich wird die Geschichte deswegen oft mit Äsops Fabel »Die Grille und die Ameise« verglichen.

Im Grunde zielen Lionnis Bücher für Kinder darauf ab, den Geist der Leser anzuregen, Vorurteile abzubauen und eine Erkenntnis zu befördern. Um seine moralischen Absichten zu lancieren wählt Lionni meist Protagonisten, die auf ihre Art und Weise Individualisten sind. Aufgrund besonderer Umstände werden seine Wesen zu Außenseitern, Anführern, Opfern oder Helden, die jedoch kraft ihrer Intelligenz, ihrer Fähigkeiten oder ihrer Ausdauer die Geschehnisse zum Guten wenden können. Lionnis Bücher machen Mut, da seine Hauptfiguren im Verlaufe der Erzählungen feststellen, dass „das Leben etwas Schönes und Erregendes ist“.

Leo Lionni starb 1999, doch seine fabelhaften Bilderbücher werden hoffentlich noch viele Jahrhunderte die Erwachsenen und natürlich die Kinder begleiten und begeistern.

 

Weitere Infos auf www.beltz.de

Foto: Copyright Random House

 

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