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Die Welt der Astrid Lindgren

Menschengeschichten

Sie verzaubert uns mit Worten, erzählt Geschichten, nimmt uns mit in die Welt ihrer Fantasie, in die Welt ihrer Kindheit. Eine unvergleichliche Erzählerin ist Astrid Lindgren immer geblieben, nicht nur für Kinder, sondern auch für viele Erwachsene.

Und bis heute, im Jahr ihres 100. Geburtstages, haben die Erzählungen nichts von ihrer Faszination eingebüßt.

Die Vielfalt ihres Werkes scheint unerschöpflich – und das bei Weitem nicht nur auf den Bereich des Kinderbuches beschränkt. Figuren und Charaktere aller Art bevölkern ihre Geschichten vom Familienglück („Ferien auf Saltkrokan“, „Bullerbü“, „Lotta“), auch mit sozialkritischen Einschlägen („Madita“), über den klassischen Mädchen- und Kriminalroman („Kati“, „Kalle
Blomquist“), die Posse („Pippi Langstrumpf“, „Karlsson“), Erzählungen von Einsamkeit („Klingt meine Linde“, „Im Land der Dämmerung“) bis hin zur lustigen Lausbubengeschichte („Michel“) und dem fantastischen Abenteuerroman („Mio, mein Mio“, „Die Brüder Löwenherz“, „Ronja
Räubertochter“).

Liebe, Sehnsüchte, Einsamkeit, Ängste und der Tod – Astrid Lindgren greift Themen auf, die in der Kinderliteratur vielfach ausgespart wurden, beging so manchen Tabubruch und stieß damit gelegentlich auf Ablehnung. Aber Astrid Lindgren hat, wie Henning Mankell bemerkte, „die Geschichten erzählt, die Kinder wirklich hören wollen, nicht die, von denen Erwachsene glauben, dass Kinder sie haben wollen“.

So lässt sie in den Bullerbü- und Michel-Büchern ihre einfache, aber sehr
glückliche Kindheit wiederaufleben – geboren wurde sie am 14. November 1907 auf dem Hof Näs in Småland in bäuerlicher Umgebung –, greift jedoch auch Probleme auf, die über die kleinen Alltagsschwierigkeiten weit hinausgehen.

„Die Brüder Löwenherz“ erzählt die Geschichte von Angst, ihrer Überwindung, von Unterdrückung und dem Tod. Bei „Madita“ dagegen klingen ironisch-sozialkritische Passagen an, während „Ronja Räubertochter“ von dem schweren Prozess der Ablösung von den Eltern, von Liebe und Feindschaft handelt. Das geschieht so beiläufig, dass dem Leser diese Facetten der Geschichten zunächst gar nicht bewusst werden. Erst im Nachhinein, wenn man das Gelesene noch einmal überdenkt, offenbart sich die Vielschichtigkeit ihrer Werke. Und noch eines wird dann
offensichtlich: Astrid Lindgrens Fantasie hat nicht nur Unterhaltungseffekt, sie ist eine Lebenshilfe. Sei es, dass Jonathan seinem kleinen Bruder Krümel, als der erfährt, dass er sterben muss, vom wunderschönen Ort Nangijala erzählt, wo er nach seinem Tode leben wird, oder dass Herr Lilienstengel den schwerkranken Göran in das Land der Dämmerung entführt, wo er alles tun kann, was ihm im wirklichen Leben verwehrt ist. Mit der Fantasie lassen sich schwere Zeiten überstehen und große Probleme meistern. Sie hilft, sich in der oft unerfreulichen wirklichen Welt ein wenig besser zurechtzufinden.

Diese Erfahrung hat Astrid Lindgren selbst gemacht. Mit 18 Jahren wurde sie unverheiratet schwanger – zur damaligen Zeit ein Skandal. Um der Ächtung ihrer Kleinstadt zu entgehen, zog sie nach Stockholm, wo sie eine Ausbildung zur Sekretärin absolvierte, während ihr Sohn Lars drei Jahre in einer dänischen Pflegefamilie zubrachte.

 

 

In dieser Zeit, erinnerte sich Astrid Lindgren später, habe sie sich oft in Büchern weggeträumt. Und daran hielt sie fest. Auch wenn sie selber schrieb, entschwand sie an andere Orte, in neue Welten und fantastische Geschichten.

„Es ist überhaupt nicht nötig, eigene Kinder zu haben, um Kinderbücher schreiben zu können“, betonte sie immer, „man muss nur einfach selbst Kind gewesen sein – und sich daran erinnern, wie das war.“ Indem sie das mit absoluter Ehrlichkeit tat, befriedigte sie nicht nur die Wünsche und die Neugierde des Kindes in sich. Sie entzog sich außerdem dem Rechtfertigungszwang gegenüber interpretationswütigen Wissenschaftlern und Journalisten in Bezug auf den Sinn, Zweck und die pädagogischen Absichten ihrer Bücher.

Ihre Sprache ist einfach, nur unauffällig geschmückt, gefühlvoll und ohne jegliche Sentimentalität. Wie Poesie klingt es in unseren Ohren und beim Vorlesen hören wir den Stil des mündlichen Erzählens heraus. Da lauschen selbst die Erwachsenen gespannt, während Astrid Lindgrens Worte das Tor in die Welt der Fantasie öffnen. Und die Großen erinnern sich zurück an die starken Gefühle der eigenen Kindheit. An den Spaß, mit frisch gefallenem, knisterndem Herbstlaub um sich zu werfen, an das Gefühl, mit nackten Füßen durch feuchtes Gras zu laufen, aber auch an die Fassungslosigkeit, wenn jemand einen schlecht behandelte oder wenn man zu Unrecht bestraft worden war.

Das besondere Gespür Astrid Lindgrens für Kinder und ihre Welt machte sie zu einer außergewöhnlichen Autorin. Kinder und Erwachsene auf dem ganzen Erdball lesen die Bücher der vielfach ausgezeichneten Schriftstellerin, schöpfen Spaß und Unterhaltung, aber auch Trost und Kraft für die Bewältigung des Lebens daraus.

Dafür brauchte Astrid Lindgren nie Geschichten mit gewaltigen Szenarien oder großer Action, sie erzählte Geschichten aus dem realen Alltag des Lebens, Geschichten über Menschen, Geschichten für Menschen – Menschengeschichten eben, die uns gerade aufgrund ihrer Schlichtheit so tief berühren.

Renate Kusche

 

Illustrationen aus: Astrid Lindgren: Pippi Langstrumpf geht an Bord. Mit neuen, erstmals farbigen Illustrationen von Katrin Engelking. Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2007.

 

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