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Männliche „Schwangerschaft“ mit rekordverdächtigen Folgen

Nachwuchs ist bei den Seepferdchen Männersache! Das Weibchen legt die Eier in die Bruttasche des Männchens, in der sie etwa drei Wochen ausgebrütet werden. Öffnet der Seepferdchenmann die Bruttasche, werden die Jungtiere „geboren“. Weil der Vater sich beim Ausstoßen der Jungen wehenartig krümmt, erinnert der Vorgang tatsächlich an eine Geburt.

Am 20. Oktober 2012 kamen im Allwetterzoo Münster auf diese Weise sage und schreibe 280 Langschnauzen-Seepferdchen auf die Welt! Zählen konnten die Pflegerinnen die enorme Nachkommenschaft, als sie die anfangs nur wenige Millimeter großen Mini-Seepferdchen in drei separate Becken umsetzten. Mit dem Umzug sollte verhindert werden, dass die Winzlinge vom Vater oder anderen erwachsenen Artgenossen aus Versehen gefressen werden. Seepferdchen saugen ihre Beute, meist Kleinkrebse und Fischlarven, mit einem kräftigen Sog in ihr Röhrenmaul – und da könnte schon mal ein Nachkomme dabei sein...

Die langwierige und zeitaufwändige Aufzucht der „Seefohlen“ bewältigen nun die Pflegerinnen im Allwetterzoo. Revierleiterin Anke Gassner und ihr Team nehmen die zusätzliche Arbeit allerdings gern auf sich, denn sie sind stolz auf den rekordverdächtigen Zuchterfolg! Ernährt werden die Mini-Seepferdchen zweimal täglich mit winzigen Salinenkrebsen und Copepoden, das ist eine Planktonart. Zu den Fütterungszeiten müssen die Aquarienpumpen abgestellt werden, denn sie würden das Futter ansaugen. Haben die Jungtiere genug gefressen, werden die Pumpen wieder angestellt, damit die kleinen Seepferdchen genügend Sauerstoff bekommen und das Wasser gereinigt wird.

Inzwischen hat der Nachwuchs die ersten kritischen Wochen überstanden. Darüber ist Anke Gassner froh, denn anfangs sind die Jungtiere besonders anfällig für Krankheiten und reagieren sensibel auf jede Veränderung. Zu sehen sind die 280 Seepferdchen leider nicht. Sie werden demnächst wohl auch an andere Zoos abgegeben. Die Eltern der Kleinen hingegen können in einem Becken im Obergeschoss des münsterschen Aquariums bewundert werden. Übrigens ist der 280fache Vater selbst schon im Allwetterzoo geschlüpft!

Seepferdchen sind echte, aber in aufrechter Haltung schwimmende Fische. Sieht man genau hin, sind die wellenförmigen Bewegungen der kleinen Rückenflosse und der Brustflossen gut zu erkennen. Dabei schlagen die einzelnen Flossenstrahlen bis zu 70mal in der Sekunde von der einen Seite auf die andere. Mit ihrem langen, flossenlosen Wickelschwanz halten sich Seepferdchen selbst bei starker Meeresströmung an Gegenständen fest. Bemerkenswert sind auch ihre Augen, die sie wie Chamäleons unabhängig voneinander bewegen können. Während erwachsene Langschnauzen-Seepferdchen hellgelb bis dunkelbraun gefärbt sind, waren die „Babys“ anfangs milchig durchsichtig und wurden zunehmen dunkler. Ausgewachsen wird die aus dem Indopazifik stammende Art bis zu 25 cm lang. Die Kleinen messen derzeit zwischen zwei und drei cm.

Mehr über Seepferdchen erfahrt ihr hier >>

 

Weitere Infos: www.allwetterzoo.de

 

Ausflugstipp: Bis zum 31. Dezember 2012 zahlen die Besucher des Allwetterzoos den Eintritt, den sie wollen! 

 

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