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Über den Sinn und Unsinn von Kopfnoten

Am Freitag gibt es in Nordrhein-Westfalen Zeugnisse, doch diesmal ist alles ganz anders als sonst. Über der Drei in Mathe, der Vier in Englisch und der Eins in Sport prangen jetzt die so genannten Kopfnoten. Diese gab es auch schon zu Großmutters Zeiten und das sind schlichtweg Noten fürs Betragen.

Den Namen haben sie deshalb, weil sie ganz oben im Zeugnis stehen.
Ab der 3. Klasse gibt es eine Note fürs Sozialverhalten und eine fürs Arbeitsverhalten. Ab der 4. Klasse stehen auf den Zeugnissen sogar sechs zusätzliche Noten. Im Arbeitsverhalten werden Noten für Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit/Sorgfalt und Selbständigkeit vergeben. Im Bereich Sozialverhalten wird Verantwortungsbereitschaft,  Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit bewertet. Anders als in den übrigen Fächern können in diesen Bereichen nur ein sehr gut, gut, befriedigend oder unbefriedigend vergeben werden.

„Grundsätzlich halte ich es für sehr sinnvoll, Aussagen über das Arbeits- und Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen zu treffen“, meint Jörg Niehues, Leiter der Dreifaltigkeitsgrundschule in Münster. „In der Grundschule werden auf den Zeugnissen ja schon immer Aussagen dazu in Fließtext getroffen. Auf dem Halbjahreszeugnis der 4. Klasse konnten die Lehrer in der Übergangsempfehlung ihre  Aussagen über das Sozialverhalten des Kindes treffen, deshalb gab auf dem Abschlusszeugnis der Grundschule in der Regel keine Bemerkungen mehr.“

Aber warum gibt es diese Noten überhaupt wieder? Im neuen Schulgesetz wurde festgelegt, das heutzutage soziale Kompetenzen wie Engagement, Einfühlungsvermögen oder Hilfsbereitschaft auch viel zählen! Mobbing und Gewalt sind an vielen Schulen auf der Tagesordnung.
Auch das mag die Verantwortlichen dazu bewogen haben, den sozialen Kompetenzen ganz einfach wieder mehr Beachtung zu schenken. Diese Werte sind für den Lebensweg der jungen Menschen auch ganz entscheidend.

Fraglich ist, ob die „Pappenheimer“ dieser Form der Benotung überhaupt Beachtung schenken und sie als Anreiz sehen, ihr Verhalten entsprechend zu ändern.  Die Diskussion über den Sinn und Unsinn der Kopfnoten ist derzeit in aller Munde.

„Für die Lehrer der Grundschule ist es durchaus leistbar, Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten zu treffen, da durch das Klassenlehrerprinzip oft nur wenige Lehrer am Unterricht beteiligt sind. Fließtext halte ich allerdings für aussagekräftiger! Das in Noten zu packen verkompliziert die Sache und beinhaltet die allgemeine Notenproblematik. Was heißt es dann, wenn bei "Leistungsbereitschaft" ein "gut" steht?? Was kann das Kind dann und was nicht?“, erörtert Jörg Niehues die Aussagekraft der Kopfnoten.

An den  weiterführenden Schulen werden die Kopfnoten zum wirklichen Problem. Viele Klassen haben für jedes Fach einen anderen Fachlehrer, die die Kinder z. T. nur einmal in der Woche sehen.

„Ist es wirklich möglich zu differenzierten Aussagen für jedes Kind zu kommen und diese zusammen zu führen und welcher Aufwand muss betrieben werden, um jedes Kind möglichst objektiv in allen seinen Fähigkeiten in den sechs Teilbereichen zu sehen?“ fragt sich Jörg Niehues und damit steht er nicht alleine da.

Für die Lehrer sind diese Zusatznoten – wenn sie ernsthaft vergeben werden sollen – einfach ein großer Mehraufwand. Einige Schulen lösen dass, in dem sie durchweg allen Schüler ein „gut“ verpassen, andere berufen extra „Schulkonferenzen für Kopfnoten“ ein, was zur Folge hat, dass wieder mal ein Tag Unterricht ausfällt. Und der Stoff muss irgendwann nachgeholt werden. Apropos nachholen:  Genau das kommt ja auch noch auf die Gymnasiasten zu: Sie müssen den Unterrichtsstoff von 13 Jahren jetzt in 12 Jahren lernen.  Auch so ein „Ei“ des neuen Schulgesetzes …

Alles schön, alles gut und sicherlich stecken in diesen Überlegungen auch tolle Absichten dahinter, doch so richtig fertig ausgebrütet hat man die Eier nicht und das ist wirklich schade!

Kerstin Reinke

 

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