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13.02.2018

Fasten 2018: Mehrheit verzichtet auf Süßes

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Karneval, Fastnacht und Fasching – Die Hintergründe

„Helau und Alaaf!“ rufen sich die Narren in der sogenannten fünften Jahreszeit zu. Doch was ist ein Narr? Einer, der – im Narrenkostüm, mit Narrenkappe und Zepter anderen den Narrenspiegel vorhält, damit diese sich selbst erkennen und so selbst zum Narren werden! Alles klar? Und was ist die fünfte Jahreszeit? Die gibt’s gar nicht? Oh, doch!


Irgendwann zwischen Winter und Frühling, bei uns spätestens nach dem Dreikönigstag, wenn irgendwann der Tannenschmuck aus den Wohnzimmern verbannt ist, dann passiert es: die Erde, sonst immer verlässlich in ihrer Rotation, dreht sich einen Tick zu viel, und schon ist sie verdreht. Erwachsene Menschen feiern ausgelassene Sitzungen und verkleiden sich, wie zu besten Kinderzeiten, sie entmachten Obrigkeiten und Hierarchien werden kurzerhand außer Kraft gesetzt. Es wird viel Alkohol getrunken und fettreiches Gebäck gegessen, scheinbar unsinnige Lieder werden Arm in Arm geschmettert und Unsinnsreime werden vorgetragen. Hier ist normal, wofür man in der restlichen Zeit des Jahres mehr als schief angesehen würde. Vor Allem in den närrischen Hochburgen Köln, Düsseldorf, Mainz, Mannheim, Buchen, Heilbronn und München stehen die Menschen Kopf. Auch außerhalb Deutschlands feiern die Menschen Karneval: Venedig, Basel, Rio de Janeiro…

Die Wurzeln der verkehrten und verdrehten Welt des Karnevals, des Faschings und der Fastnacht sind verworren und das Treiben ist bunt, schrill und von Region zu Region recht unterschiedlich. Doch warum wird dieses Fest gefeiert? Worin hat es seinen Ursprung?

 

 

Die Wortwurzeln

Schon die Wortwurzeln von Fastnacht, Fasnet oder Karneval sind skurril und verworren: Die Vastnacht bzw. Vasenacht taucht einerseits um 1200 als Vorabend des ersten Fastentages vor Ostern auf. So war Fastnacht die Bezeichnung für den Vorabend, später die Woche vor Aschermittwoch, mit dem für Christen die 40tägige Fastenzeit vor Ostern beginnt. In dem Begriff Fastnacht steckt aber auch faseln, was so viel bedeutet wie: gedeihen, fruchtbar sein. Beim rheinischen Fasabend oder Fastelovend hört man diese Wurzel heraus. Ehe die Fastnacht im 12. Jahrhundert durch die Kirche auf die Zeit vor dem Fasten begrenzt wurde, feierte man in ganz Deutschland die Fastnacht als Vorfrühling und Fruchtbarkeitsfest. Fasching ist im süddeutschen und bayrisch-österreichischen Raum der Name für Fastnacht. Fasching taucht im 13. Jahrhundert als vaschanc, vastschang auf. Das meint das Ausschenken des Fastentrunkes. Seit dem 17. Jahrhundert ist Karneval das gleichbedeutende Wort für Fastnacht und Fasching. Die gleiche Bedeutung hat das französische carnaval und das italienische carnevale. Die genaue Herkunft ist letztich unklar. Vermutet werden können auch Ableitungen aus dem Lateinischen, italienischen, wo carnis, carne soviel wie Fleisch bedeutet, was wiederum auf die Fastenzeit hinweist. Auch carrus navalis, der Schiffskarren, ist eine mögliche Bedeutung und liefert einen Zusammenhang zum Schiffskarren, der bei feierlichen Umzügen zu Frühlingsbeginn mitgeführt wurde.

 

 

Die Ursprünge: Götterhuldigung und Vertreibung böser Geister

Zur Ausgestaltung von Fastnacht, Fasching, Karneval…, wie sich heute zeigt, lassen sich viele Verbindungen zu früheren Festen herstellen.
Für die Entstehung werden häufig die Saturnalienfeste der Römer angeführt. Dieses Fest wurde zu Ehren des griechischen Gottes Saturn gefeiert. Die – in vielen Religionen noch heute praktizierte – Verbrennung des Karnevals (in Gestalt einer Strohpuppe) symbolisiert die Tötung des Saturns und der jahreszeitliche Eintritt des Sonnengottes. Zu diesen Saturnalienfesten gehörte neben üppigen Gelagen die Aufhebung der Standesunterschiede – so wie der heutige Karneval keine Gesellschaftsunterschiede zwischen Narren macht (oder machen sollte). Für die Zeit des Festes regierte ein hierfür gewählter Fürst, vergleichbar dem heutigen Prinz Karneval. Während seiner Herrschaft wurde verdrehte Welt gespielt. So wurden beispielsweise Sträflingen die Ketten abgenommen, Herren und Diener tauschten ihre Kleidung und die Herrscher dienten den Sklaven…

Die Römer, so heißt es, sollen die Frühlingsbräuche in Mesopotamien, dem Zweistromland kennen gelernt haben. Hier wurde als Fruchtbarkeitskult der Göttin Isis mit rauschenden Festen gehuldigt. Die alten Römer, so wird gesagt, sollen ihre Saturnalien mit ihren Eroberungszügen an den Rhein gebracht haben, als Vorläufer für den späteren Karneval. Die Römer verließen um das Jahr 400 wieder ihre germanischen Provinzen, doch der Karneval blieb.
Die Kelten feierten um diese Jahreszeit „Imbolc“, das Fest der keltischen Göttin Brigid. Es ist der Beginn des Frühlings, Imbolc ist die Zeit des wiederkehrenden Lichtes, die Tage werden länger. Die Göttin Brigid, die den Winter über die Herrin der Unterwelt war kehrte mit diesem Fest symbolisch zurück. Während des Festes verbrannten die Menschen ebenfalls eine Strohpuppe, die den Winter darstellen sollte mit viel Lärm und Maskeraden wurde die unfruchtbaren (bösen) Geister des Winters vertrieben, um den fruchtbaren (guten) Kräften Platz zu machen.

Auch die Germanen feierten das Winteraustreiben. Sie glaubten ebenfalls, dass während des Winters böse Geister und Dämonen die Herrschaft führten. Um diese Mächte zu vertreiben und dabei nicht erkannt zu werden, versteckten sie ihre Gesichter hinter Masken. Sie schrieen und machten Krach mit Lärminstrumenten – wie noch heute Singen und Lärmen zur Fastnacht gehören. Auch der germanischen Göttin der Fruchtbarkeit namens Freya wurde gehuldigt. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet über einen Umzug zu Ehren der Meeresgöttin Nerthus, der Mutter der Erdgöttin Freya, die mit einem Kultwagen in Schiffsform mit Kuhgespann durch die Straßen gezogen wurde. Wo immer der Wagen mit der Göttin vorbeikam, herrschten Freude und ausgelassenes Treiben. Dieser heidnische Umzug wurde auch noch lange nach der Christianisierung abgehalten. Zwischen Rom und dem Rheinland vertrieben die Alemannen den Winter mit Maskenspiel, Trommeln, Pfeifen, selbst geschnitzten Masken und wilden Vermummungen und Tänzen. Sie ließen sich von den Bräuchen der Römer nicht beeindrucken. Das ist bis heute geblieben. Betrachtet man z.B. die traditionellen Maskierungen beim Fasching in der Region um Aachen, dann scheint sich die ursprüngliche alemannische Winteraustreibung kaum geändert zu haben.

 

 

Entwicklung des Festes über die Jahrhunderte

Im Mittelalter wie heute gab und gibt es zur Karnevalszeit keine Standesunterschiede. Wichtiger als die Maskierung war damals jedoch das fette Essen (heute gibt es das fettige Essen in Form von Krapfen, Berlinern und Co.). Reformation, Gegenreformation und der Dreißigjährige Krieg unterdrückten dann das närrische Treiben. Erst im 18. Jahrhundert wurden wieder Karnevalsfeste gefeiert, etwas vornehmer und mit venezianischen Masken an den Höfen der Kurfürsten. Diese Art zu feiern war aus Venedig importiert worden, dort feierten die Menschen seit dem 11. Jahrhundert den Carnevale auf ihre spezielle Art, entstanden aus den Saturnalienfeiern der Römer. Unter Napoleon starb die venezianische Maskenfreiheit und erst im Jahre 1979 lebte sie wieder auf. Das Verbot von Napoleon galt auch im Rheinland, auch die Preußen, die nach den Franzosen ins Rheinland kamen, waren gegen diese Tradition. Doch die Rheinländer verspotteten die militärischen Preußen und damit entstand Mitte des 19. Jahrhunderts die noch heute praktizierte Karnevalstradition mit der „Vereinsmeierei“. Auch im südlicheren Teil Deutschlands hielt der Karneval wieder Einzug, überall entstanden Elferräte, Faschingskomitees und Prinzenpaare. Paraden, Salutierungen, Garden und Marschkapellen zeugen nach wie vor von der Verhöhnung des preußischen Stils. 

 


Übersee - Ex- und -Import und unser heutiges Narrentum

Warum feiern auch die Brasilianer einen so berühmten Karneval? Die Italiener brachten die Tradition im 19. Jahrhundert mit nach Südamerika. Und weil auch Afrikaner dorthin als Sklaven verschleppt wurden mischten sich beide Kulturen zu einem Karneval mit dem afrikanischen Rhythmus, den wir heute als Samba und Co hören. Das wiederum etabliert sich heutzutage auch immer mehr in unseren Karneval. Vielleicht gerade, weil bei uns die Temperaturen deutlich unter denen in Brasilien liegen, bringt die südamerikanische Musik das nötige Feuer und die Wärme. Diese Mixtur aus uralten Bräuchen unserer Vorfahren (Winteraustreibung, Maskerade, Lärm), der Wiedergeburt im preußischen Reich (Marschmusik und Vereine) und dem „Reimport“ der abgeänderten südamerikanischen Fassung mit heißen Rhythmen macht den Karneval aus, wie wir ihn heute feiern. (nat)

 

 

Diese und viele weitere Informationen, Kostümanregungen, Spiele und mehr findest Du in dem Buch „Helau, Alaaf und gute Stimmung“ von Sybille Günther.

>> zur Rezension

 

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