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Was ist Sprache?

Hallo allerseits! Mein Name ist Eike. Ich bin übrigens ein Freund von Paul, der immer die interessanten Sachen übers Wetter schreibt. Von ihm hab ich schon eine Menge gelernt. Und ich bin Sprachwissenschaftler. Ich beschäftige mich mit Sprache, wie sie sich entwickelt und wie wir sie gebrauchen. Die meisten Menschen machen sich gar keine Gedanken über Sprache, weil man sie so selbstverständlich andauernd benutzt. Aber es gibt unheimlich viele interessante Sachen, die man an Sprache untersuchen kann. Heute will ich euch etwas über Deutsch und Englisch erzählen.

Auch die von euch, die in der Schule noch kein Englisch lernen, kennen ein paar englische Wörter. Für viele Dinge benutzen wir englische Wörter, zum Beispiel Computer, Toaster, Rock(musik) oder Ketchup. Außerdem benutzen gerade junge Menschen (ich übrigens auch) solche englischen Wörter wie cool, hip, action, fun oder power. Darüber schimpfen viele Erwachsene, aber ich würde sagen, es ist einfach Geschmackssache, wie man redet. Jede/r kann sich ja selber Gedanken darüber machen, was für Wörter sie oder er benutzt. Aber ich finde wichtig, dass man sich Gedanken darüber macht und versucht, sich seiner Sprache bewußt zu sein.

Wir wissen alle, daß Englisch ganz anders als Deutsch ist: Wer nur Deutsch kann, versteht kein Englisch und umgekehrt. Wenn man aber das Englische mit dem Deutschen vergleicht, fallen einem bei genauerem Hinsehen eine Menge Wörter auf, die sich irgendwie ganz schön ähnlich sind. Seht Euch nur mal die Wörter mother, man, butter, in, she, have, brown und seven an, die auf Deutsch Mutter, Mann, Butter, in, sie, haben, braun und sieben heißen. Es gibt Hunderte, sogar Tausende von Wörtern, die sich auf Deutsch und auf Englisch ähnlich sind. Das kann ja wohl kein Zufall sein! Ist es auch nicht.

Es ist eine lange Geschichte, aber ich versuche mal, sie möglichst kurz zu erzählen. Vor so etwa 2000 Jahren, also um die Zeit von Christi Geburt, als die Römer mit ihrem Reich über weite Teile Europas herrschten, da lebte ein Volk in Norddeutschland, das waren die Germanen. Ihr wisst wahrscheinlich, daß der englische Name für Deutschland Germany heißt. Wir Deutschen sind nämlich die Nachkommen dieser Germanen.

Die Germanen sprachen eine Sprache, die wir "Germanisch" nennen. Wir wissen zwar nicht genau, wie diese Sprache sich anhörte, aber Sprachwissenschaftler können durch langjährige Forschungen doch ziemlich genau sagen, was es in ihr für Wörter gab und wie sie benutzt wurden. Und aus dem Germanischen hat sich dann über die Zeit unser Deutsch entwickelt. Wie sich so eine Sprache genau entwickelt, kann man nur schwer erklären. Aber wenn Ihr alte Texte, zum Beispiel von dem Dichter Johann Wolfgang von Goethe, hört oder lest, dann merkt ihr ja, dass die damals teilweise ganz andere Wörter als wir heute gebraucht haben. Und trotzdem ist die Sprache ja auch Deutsch. Naja, und je weiter man in die Vergangenheit zurückgeht, desto mehr Unterschiede hatte das damalige Deutsch. Und die alte Sprache Germanisch hätten wir überhaupt nicht verstehen können. Sie war so verschieden von dem, was wir heute sprechen, dass man ihr einen eigenen Namen gegeben hat. Und trotzdem ist sie im Grunde Deutsch, bloß halt anders und älter.

Und jetzt zurück zu den Ähnlichkeiten zwischen unserem Deutsch und dem Englischen. Das kam so: Ein paar Hundert Jahre nach Christi Geburt beschlossen viele Tausend der Germanen, aus Norddeutschland wegzugehen. Warum das so war, wissen wir nicht genau. Es kann aber gut sein, dass die Germanen so viele geworden waren, daß sie auf ihren Feldern nicht genug Getreide anbauen konnten und deshalb neues Land suchen gingen. So zogen sehr viele Familien zu Fuß los und gelangten über das Gebiet der heutigen Niederlande und Belgiens an den südlichen Teil der Nordsee. Dort setzten sie in Schiffen nach England über und gründeten neue Dörfer. Es lebten da in England zwar andere Leute, die Kelten, aber die schlossen sich entweder den Germanen an oder flohen vor ihnen in andere Gebiete.

Und so lebten diese Germanen nun in Südengland und sprachen immer noch die gleiche Sprache wie ihre Verwandten in Norddeutschland. Aber damals gab es ja noch keine Post, so dass sie den Kontakt zu ihren Freunden und Verwandten in Deutschland verloren. Und nach einigen Generationen hatten die jungen Leute dort schon fast vergessen, dass ihre Urgroßeltern mal aus Norddeutschland gekommen waren. Sie nannten ihre neue Heimat "Englaland" und daraus entstand dann das Wort "England".

Aber wenn Leute, die eine gemeinsame Sprache sprechen, über lange Zeit (das heißt viele Generationen) weit voneinander entfernt leben, dann entwickelt sich die Sprache bei den einen anders als bei den anderen. Das könnt ihr ja sogar in Deutschland beobachten: Wenn ihr jemanden aus München, Berlin oder Köln reden hört, dann hört sich dessen Deutsch ja ganz unterschiedlich an. Für das Wort "ich" zum Beispiel sagt man in München "i", in Berlin "ick" und in Köln "isch". Diese verschiedenen Arten des Deutschen nennt man Dialekte, das heißt, es sind keine eigenen Sprachen, aber doch sehr verschiedene Sorten Deutsch.

Wenn man in einem Land zusammenlebt, dann bleiben sich diese Dialekte noch so ähnlich, daß man sich zumindest irgendwie gegenseitig verstehen kann. Aber die Engländer lebten ja damals auf ihrer eigenen Insel ohne Kontakt zu unseren Urururgroßeltern hier in Deutschland. Darum entwickelte sich ihr Germanisch zuerst in einen Dialekt, den man Angelsächsisch nannte. Aber dieser Dialekt veränderte sich immer weiter, bis er nach vielen Hundert Jahren das Englische wurde. Und unser Germanisch in Deutschland veränderte sich auch immer weiter, so dass schon nach ein paar Hundert Jahren sich ein Deutscher und ein Engländer nicht mehr verstehen konnten. Mit Holland ist es übrigens so ähnlich: Früher war Holländisch ein deutscher Dialekt. Aber weil Holland ein eigenes Land wurde, hat sich der Dialekt dort so anders als das Deutsche entwickelt, dass er heute eine ganz eigene Sprache ist, das Holländische. Das Englische und das Deutsche stammen also von einer gemeinsamen Ursprache ab, nämlich dem Germanischen. Das kann man sich nur ziemlich schwer vorstellen, oder? Aber die vielen Ähnlichkeiten, die es heute noch gibt, sind der Beweis dafür.

Und wenn Ihr ein wenig über die verschiedenen Veränderungen in der Aussprache von Wörtern wißt, könnt ihr Euch beim Englischlernen in der Schule eine Menge Nerverei beim Vokabelnlernen sparen! Wenn ihr nur wenig Englisch könnt, wäre es jetzt vielleicht gut, einen Erwachsenen dazuzuholen, damit der euch beim Lesen der englischen Wörter helfen kann.

Nehmt das englische "th", Ihr wisst schon, der Lispel-Laut, mit dem wir Deutschen oft solche Probleme haben, weil es ihn in unserer Sprache nicht gibt. Fast immer entspricht ein englisches "th" einem "t" oder "d" bei uns. Am Wortanfang ist es immer ein "d", zum Beispiel bei think-denken, this-dies, then-dann und thunder-Donner. Wenn es im Wort oder am Wortende steht, ist es meistens "t": weather-Wetter, mother-Mutter, father-Vater, north-Nord (da schreiben wir ein "d", aber wir sprechen es ja als "t"), aber booth-Bude. Es ist übrigens so, daß es auch im Deutschen vor mehr als Tausend Jahren noch das "th" gab, aber irgendwann wurde es dann eben als "d" oder "t" ausgesprochen.

Ich hab euch mal eine kleine Tabelle gemacht, wo ihr die häufigsten Entsprechungen findet.

Ich könnte noch viel mehr davon erzählen, und es auch noch genauer erklären, aber dafür ist hier kein Platz mehr. Wer von euch sich für das Thema interessiert oder noch Fragen hat, kann sich gern bei mir melden! Und das gilt natürlich auch für eure Eltern. Ich freue mich, daß ihr meinen Text gelesen habt. Wenn es genug Leuten gefallen hat, werde ich im nächsten Monat einen Aufsatz zu einem anderen Thema präsentieren. Wenn es ein bestimmtes Thema im Zusammenhang mit Sprache gibt, zu dem ihr gern mehr von mir wissen wollt, dann sagt mir Bescheid! Bis zum nächsten Mal, Euer Eike.

Denkt dran: Ohne Sprache wären wir keine Menschen!

Text und Grafiken: Eike

 

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