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Ein Lied von der Glocke

Kennt Ihr das „Lied von der Glocke“, das der deutsche Dichter Friedrich von Schiller geschrieben hat? „Fest gemauert in der Erden, steht die Form aus Lehm gebrannt“. So lässt Schiller sein Gedicht beginnen. Aber, wieso in der Erde? Eine Glocke hängt doch in der Luft? Wenn man es genau wissen will, kann man sich in eine Glockengiesserei begeben und dort einmal nachfragen, wie es geht, das „Glockengiessen“.

Ja, stellt Euch vor, die Glocken, die in den Kirchtürmen hängen und grade jetzt in der Weihnachtszeit ganz besonders oft zu hören sind, sind zunächst flüssig und müssen dann in eine Form gegossen werden. Ich war vor Kurzem einmal in einer Glockengiesserei. Und ich kann euch sagen, dass es sehr viel Spaß gemacht hat. Das, was der Dichter Schiller vor über zweihundert Jahren über die Glockenherstellung schrieb, das gilt auch heute noch genauso. Also, passt einmal genau auf.

In früheren Zeiten, als die Menschen noch keine Uhren hatten, sagte ihnen so eine Kirchenglocke die Zeit an. Und nicht nur das. Die Glocken läuteten, wenn man aufstehen musste, zur Mittagspause, wenn man mit der Arbeit aufhören sollte. Sie ertönten auch, wenn jemand gestorben war, wenn irgendwo ein Feuer ausbrach oder andere wichtige Dinge passierten. Die Glocken teilten den Menschen den Tag ein und weithin konnte man sie hören, in einer Zeit, als es noch kein Telefon gab und keinen Strom, keine Autos, kein Fernsehen und keine Computer. So ist die Glockenherstellung ein sehr sehr altes Handwerk. Im fernen China soll es sie sogar schon vor 4000 Jahren gegeben haben.

Der Glockengiesser braucht eine dreiteilige Form, um eine Glocke herstellen zu können: einen Kern , eine Modellglocke und einen Mantel. Aus Ziegelsteinen und Lehm baut er sich einen Glockenkern. Das sieht ein bißchen so aus wie ein umgestülpter Eimer. Darauf streicht er eine Lehmschicht. Hierbei handelt es sich um die Modellglocke. Darauf kommt dann der sogenannte Mantel, der besteht wieder aus einer dicken Schicht Lehm. Diese Schichten müssen sehr gut trocknen. Danach hebt man den Mantel aus Lehm mit Seilen wieder vorsichtig ab. Die Modellglocke wird nun entfernt. Da, wo vorher die Modellglocke aus Lehm war, hat sich  nun ein Hohlraum gebildet. Jetzt gräbt man diesen Lehmmantel mit Kern und Hohlraum tief und fest in die Erde ein, denn nun kommt es zur eigentlichen Glockenherstellung. In den Mantel aus Lehm hat man oben ein Loch gebohrt. Dieses Loch führt in den Hohlraum zwischen Kern und Mantel. Und da hinein giesst man dann das sehr heisse flüssige Metall. Flüssiges Metall? Metall ist doch fest, oder? Ja, das stimmt. Wenn man es jedoch sehr stark erhitzt auf über 1000 Grad Celsius, dann wird es flüssig. Die Glockengiesser nehmen meistens ein Metallgemisch aus 8 Teilen Kupfer und 2 Teilen Zinn.

Wenn diese Metalle flüssig sind, kann man sie leicht zusammenmischen. Das neuentstandene Metall heisst nun Bronze. Es gibt aber auch Glocken aus Eisen oder Aluminium. Die Glocken aus Bronze aber haben den schönsten Klang, den man auch Nachhall nennt. Damit die sehr heisse Flüssigkeit die Form aus Kern, Hohlraum und Lehmmantel nicht zerstört, gräbt man das Ganze vor dem Eingiessen des Metalls  in die Erde ein. Der  Boden hält alles wie eine Stütze fest. In der Form in der Erde kühlt das Metall dann ab und wird ganz hart. Das dauert natürlich einige Tage, da alles sehr heiss ist.  Nun wird das Ganze wieder ausgegraben. Ein spannender Moment. Man hebt den Lehmmantel wieder ab und darunter verbirgt sich nun eine schöne neue Glocke. Das Wichtigste ist aber, dass diese einen guten Klang hat. Denn sie ist ja da, um uns zu erfreuen.

Wusstet Ihr, dass eine Glocke ein Musikinstrument ist, das in sich fünfzig verschiedene Töne verbirgt?  Je nachdem wie groß und wie schwer so eine Glocke ist, klingt sie auch völlig unterschiedlich. Achtet einmal darauf, wenn bei euch in der Nähe die Glocken läuten. Die größte und schwerste Glocke der Welt, die jemals gegossen wurde, steht in der Stadt Moskau in Russland. Sie heisst „Zar Kolokol“ und wiegt 195 000 kg.

Text: Silvia Friedrich

Foto: Michael Friedrich mit freundlicher Genehmigung der Glockengießerei Grassmayr, Innsbruck 

 

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