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Kindliche Ängste - Ursachen und Formen

Angst ist ein innerer Spannungszustand: Sie entsteht durch innere Spannungszustände, die durch tatsächliche oder vermeintliche Gefühle ausgelöst werden. Sie hat starke körperliche, aber genauso psychische Reaktionen, die den Menschen einerseits vor Gefahren schützen sollen, die aber in übersteigerter Form auch lähmen können.

Warum hat der Mensch überhaupt Angst? Warum hat jeder vor etwas anderem Angst? Wieso hat der eine mehr, der andere weniger Angst?

Angst äußert sich in individuellen Formen und kann die unterschiedlichsten Ausprägungsgrade annehmen. Es wird einerseits zwischen "Angst" und "Furcht" unterschieden:

Angst beschreibt eine übersteigerte Reaktion auf eine nicht reale Bedrohung während die Furcht/ das Erschrecken uns vor einer realen Gefahr warnen soll.

Weiterhin gibt es noch die sog. "Phobien": Sie beschreiben eine dauerhafte und übersteigerte Angstreaktion auf Situationen oder Gegenstände, die der Betroffene durchaus selber als unbegründet erkennen kann: Spinnenphobie, Höhenphobie, Engephobie sind einige der bekanntesten Phobien, die beim Menschen auftreten können.

Eigentlich sind Ängste ein normales, seelisches Phänomen, die zu unserem alltäglichen Leben gehören und ein wichtiger Bestandteil unserer Überlebensmechanismen sind. Es gibt verschiedene Formen wie beispielsweise:

  • Existenzängste: Hierzu zählen u. a. die Angst vor Krankheit, Tod, dem Verlust geliebter Menschen, Krieg, Armut, Umweltzerstörung. Die Existenzängste betreffen die menschliche Existenz, die Grundlagen unseres Daseins.
  • Soziale Ängste: Hierzu zählen u. a. die Angst vor eigenen, negativen Gefühlen wie Wut, Aggression, die Angst von seinen Mitmenschen nicht akzeptiert/geliebt zu werden, Anforderungen nicht gerecht zu werden, sich nicht durchsetzen können. Soziale Ängste betreffen also alles was im sozialen Zusammenleben entsteht.
  • Ängste vor konkreten Objekten/Situationen: Wir alle haben sie mit Sicherheit schon selbst erlebt: Die Angst vor Hunden, Spinnen, Menschenansammlungen, Dunkelheit, Gewitter, etc.



Woher aber stammen nun all diese verschiedenen Ängste, wo liegen ihre Ursachen? Gerade bei der Frage nach kindlicher Angst ist es interessant und auch notwendig sich die Ursachen von Ängsten näher zu betrachten, denn gerade in der Kindheit werden Grundsteine für spätere Angststörungen gelegt.

Man kann die Ursachen der Ängste in drei Teilbereiche gliedern:

  • Entwicklungsbedingte Ängste
  • die Veranlagung zur Angstbereitschaft
  • Ängste die durch die Erziehung entstanden sind, also gelernte/anerzogene Ängste

 

a) entwicklungsbedingte Ängste

Es gibt Formen von Ängsten, die sind fast untrennbar mit einem bestimmten Alter, bzw. einer gewissen Entwicklungsphase verbunden. Beinahe jeder Mensch durchlebt sie im Laufe seiner individuellen Entwicklung mehr oder weniger intensiv.

Mit ungefähr einem Jahr, wenn das Kind zu laufen beginnt und sich seine Umwelt langsam erobert, erlebt es sich zunehmend als Mittelpunkt der Welt. Es erfährt, daß es mit bestimmten Handlungen etwas bewirken kann: Drückt es auf den Lichtschalter, geht das Licht an. Dreht es am Knopf des Radios, beginnt der Mensch darin zu sprechen. Zu Beginn der sog. " magischen Phase" erlebt sich das Kind als sehr mächtig. Kommt es nun zu Situationen,auf die es keinen Einfluss mehr nehmen kann, können Ängste entstehen- z.B. vor Dunkelheit, Gewitter, Tieren, Wind, sich schnell bewegenden Gegenständen.

Die entwicklungsbedingten Ängste begleiten meist eine Zeit des Umbruches und der Veränderung-es ist nun nötig sich von Vertrautem zu lösen und sich auf etwas Neues zuzubewegen und Fremdes zu wagen. Markante Punkte der Veränderung in der Entwicklung eines Kindes sind z.B. der Kindergarteneintritt, der Schulanfang, die Pubertät.

Manche dieser Ängste, die durch unvertraute Dinge oder Situationen ausgelöst wurden, verschwinden oft wieder von alleine, wenn das Kind die Entwicklungsstufe durchschritten hat, bzw. sich an die Situation/das angstauslösende Objekt gewöhnen konnte. In dem Maß, wie das Unbekannte dem Kind vertraut wird, ensteht eine neue Sicherheit und der Schritt zur nächsten Entwicklungsstufe eröffnet sich.

Kinder dürfen mit den entwicklungsbedingten Ängsten nicht alleine gelassen werden-wenn Kinder in kurzer Zeit grosse körperliche Entwicklungsfortschritte machen, wirken sie schnell sicherer und selbstständiger als sie eigentlich sind. Gerade in dieser Zeit braucht das Kind starke und zuverlässige Eltern, auf die es sich verlassen kann, denn die seelischen Entwicklung kann der körperlichen oft nicht mithalten. Hier erlebt das Kind immer wieder, daß es an seine eigenen Grenzen stösst und erlebt immer wieder seine eigene Ohnmacht.

Die Nähe seiner Bezugsperson(en) ist hier unheimlich wichtig - sonst können übergrosse Ängste entstehen, die sich weit in die folgende Entwicklung fortpflanzen.

 

b) die Veranlagung zur Angstbereitschaft

Experten gehen heute davon aus, daß die Angstbereitschaft und ihre unterschiedlichen Ausprägungen bereits in unseren Genen verankert ist. Hier ist vorgegeben, wie mutig oder ängstlich eine Kind ist. Die Fähigkeit, sich an neue Reize zu gewöhnen, die gefühlsmäßige Erregbarkeit und die Reaktion des Nervensystems ist zu einem gewissen Grad angeboren.

Ob jemand "durch nichts as der Ruhe zu bringen" ist oder schnell "weiche Knie" bekommt, hat mit seinen anlagebedingten Wesenszügen zu tun.

Die Wesensart und die persönlichen Eigenarten eines Kindes sollten von den Erwachsenen respektiert werden-vorsichtige Kinder benötigen mehr Geduld, behutsame Unterstützung und verständnisvolle Ermutigungen und sollten nicht mit mutigeren, selbstsichereren Gleichaltrigen verglichen werden.

Aber auch ängstliche Kinder können und sollten lernen, mit Unsicherheiten umzugehen:
Hier gilt es, auf das individuelle Zuwendungs-und Schutzbedürfnis des Kindes einzugehen und sensibel an einen konstruktiven Umgang mit Ängsten heranzugehen.

 

c) gelernte oder anerzogene Ängste

Lernerfahrungen, das Umfeld und das Verhalten der Bezugspersonen haben grossen Einfluss auf die Ausprägung von Ängsten. Die Konditionierung:

Manche Angst kann man durch einen Lernvorgang erklären. Es gibt hierzu einige psychologische Experimente, in denen bewusst Angst erzeugt wurde.

Ein Kind, daß z.B. völlig angstfrei mit einer Ratte spielt, wurde mehrmals durch ein lautes Geräusch erschreckt. Die angeborene Angstreaktion auf das laute Geräusch wurde von dem Kind nach kurzer Zeit auf die Ratte übertragen und im weiteren Verlauf sogar auf sämtliche pelzartigen Tiere. Bei diesem Vorgang spricht man von Konditionierung, Ähnliche Situationen kennen wir aus dem Alltag: Ein Kind,daß bisher keine Angst vor Hunden hat, wird einmal von dem lauten Bellen eines Hundes erschreckt und hat von diesem Moment an panische Angst vor Hunden.

 

Verstärkung und Zuwendung

Angstreaktioenn können auch durch Verstärkung erlernt werden. In diesem Fall wird durch die Angstreaktion Aufmerksamkeit erregt und verstärkte Zuwendung erreicht: Erlebt das Kind z.B. daß es, wenn es bei einem Gewitter Angst zeigt, bei den Eltern schlafen darf, so geniesst es den Trost und die Zuwendung so sehr, daß es seine Angst immer wieder äussern wird um bei den Eltern schlafen zu dürfen.

 

Lernen am Modell

Kinder lernen insbesondere durch Beobachten und Nachahmen. Deshalb kommt dem Vorbildverhalten der Bezugspersonen eine besondere Rolle zu. Überängstliche Menschen können z.B. Angst auslösen & verstärken-Angst steckt an. Eine Bezugsperson, die Sicherheit ausstrahlt, gibt Kraft. Man spricht hier vom Lernen am Modell-je häufiger die Bezugsperson mit Angst reagiert, umso häufiger wird das Kind eine allgemeine Ängstlichkeit entwickeln.

Uns interessieren auch eure Erfahrungen mit dem Thema "Kindliche Ängste" - wer interessante Erfahrungen mit diesem Thema gemacht hat oder aber auch Fragen hat/sich austauschen möchte, kann sich dafür gerne im Forum austauschen - wir von hoppsala freuen uns über jede Form von Austausch.

SoS
Foto: photocase.de; rebirth

 

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Nutzer-Kommentare zu diesem Beitrag

06.10.2004

weiter so!!! (von Stefanie Pries)

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