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Ursachengefüge von Angststörungen (5)

Die Frage nach den Ursachen von Angststörungen ist nicht einfach zu beantworten. Man nimmt heutzutage an, dass Angststörungen von mehreren Bedingungen abhängig sind. Die Suche nach den Ursachen wird dadurch erschwert, da sich die einzelnen Bedingungsfaktoren gegenseitig beeinflussen können. Dennoch sind die Erkenntnisse über Einflussgrößen auf die Entwicklung von Angststörungen im Kindesalter von grundlegender Bedeutung. Durch sie können Angststörungen frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen ergriffen werden.

Einflussgrößen können aus verschiedenen Bereichen stammen. Zu nennen sind

  • Biologische Faktoren
  • Psychische Faktoren
  • Familiäre Faktoren
  • Kritische Lebensereignisse

Die ersten drei Faktoren werden im Weiteren kurz dargestellt.


Biologische Faktoren

In bezug auf Angststörungen steckt die biologische Ausstattung eines Menschen lediglich die Grenzen ab, innerhalb derer andere Einflussfaktoren wirksam werden. D.h. es gibt nicht ein bestimmtes Gen oder ein bestimmtes körperliches Merkmal, das eine Angststörung auslösen kann.

Wissenschaftler erhalten Hinweise auf biologische Einflüsse unter anderem aus sogenannten Zwillingsstudien. Mit Zwillingsstudien wird versucht, abzuschätzen, welchen Anteil die Gene an dem Zustandekommen einer Angststörung haben können. Dabei zeigt sich, dass die Erblichkeitsschätzungen für die verschiedene Angststörungen unterschiedlich hoch sind. Zum Beispiel konnte für die Trennungsangst festgestellt werden, dass der Einfluss der äußeren Umgebung/Umwelt 10mal höher ist, als der der Gene. Für die manifeste Angst liegt der Einfluss der Gene höher als bei der Trennungsangst.

Ein anderer biologischer Zusammenhang wird im Einfluss der Sexualhormone gesehen. Mädchen im Jugendalter sind nämlich eher von Panikattacken betroffen als Jungen. Dies wird mit einer fortgeschrittenen sexuellen Reife der Mädchen und der damit verbundnen erhöhten Ausschüttung der Sexualhormone erklärt.

 

Psychische Faktoren

Studien haben gezeigt, dass zwischen Kindern schon von Geburt an Verhaltensunterschiede bestehen. Sie beziehen sich u.a. auf ihr Annäherungs- bzw. Rückzugsverhalten, ihre Anpassungsfähigkeit an neue Situationen und ihre Stimmungslage.

In bezug auf die emotionale Regulationsfähigkeit eines Kindes fällt auf, dass es sozial ängstlichen Kinder schwerer fällt, sich selbst zu beruhigen, als Kindern, die nicht sozial ängstlich sind. Diese Fertigkeit ist aber von Bedeutung für ein angemessenes Verhalten in sozialen Situationen.

In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurden 68 Kinder in vier unterschiedlichen Situationen beobachtet. Die Kinder wurden von den Wissenschaftlern z.B. aufgefordert, ein Gespräch über den eigenen Geburtstag vor der Kindergruppe zu führen. Dabei stellte sich heraus, dass Kinder mit einer geringen Interaktionshäufigkeit und Kinder mit geringer Regulationsfähigkeit in den Situationen am ängstlichsten und zurückgezogensten reagierten. Die mangelnde Fähigkeit zur Selbstberuhigung kann durch eine erhöhte physiologischen Erregung verursacht werden, unter der sozial ängstliche Kinder leiden.

Weiterhin nehmen ängstliche Kinder bestimmte Situationen in einer bestimmten Art und Weise wahr. Ein Beispiel. Ein Kind steht auf dem Schulhof in der Pause und geht auf eine Gruppe anderer Kinder zu. Als es gerade dort ankommt, fangen die Kinder in der Gruppe an zu lachen. Entscheidend ist nun, auf welche Art dieses Lachen von dem Kind interpretiert wird: Negativ oder Positiv? Negativ: Das heißt, das Kind denkt, "die lachen bestimmt über mich." Oder Positiv: "Da hat einer einen guten Witz gemacht, scheint eine lustige Gruppe zu sein." Solche Gedanken können verhaltenssteuernd sein, das heißt in dem einen Fall, wird das Kind ängstlich und geht nicht weiter auf die Gruppe zu, in dem anderen Fall wird es guten Mutes weitergehen und Kontakt mit der Gruppe aufnehmen.

 

Familiäre Faktoren

Merkmale der Eltern und ihr Erziehungsverhalten haben einen wichtigen Einfluss auf die Entstehung einer Angststörung bei ihrem Kind.

Haben Eltern eine psychische Störung, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind selbst eine Störung entwickelt.

Es konnte weiterhin beobachtet werden, dass Eltern im Umgang mit ihren ängstlichen Kindern oft ein überkontrollierendes und beschützendes Verhalten zeigen. Ein solches Interaktionsverhalten kann autonomes und sozial kompetentes Handeln der Kinder einschränken, weil dadurch das Kind wichtige Erfahrungen nicht machen kann. Es lernt nicht, effektive Problemlösungsstrategien zu entwickeln. Die Eltern erleben ihre Kinder wiederum als ängstlich und fühlen sich in ihrem bisherigen Erziehungsverhalten bestätigt. Wenn sie ihr überkontrollierendes Verhalten fortsetzten, entsteht ein Teufelskreis aus Überfürsorge, steigenden Verhaltensdefiziten und erhöhter Ängstlichkeit.

Auch inkonsistentes Verhalten der Eltern wirkt sich negativ auf ihre Kinder aus, da sie nicht lernen, welche Reaktionen der Eltern auf ihr Verhalten folgen. Wird das Kind für das gleiche Verhalten einmal belohnt und einmal bestraft, kann es keine angemessenen Erwartungen in bezug auf das Verhalten der Eltern aufbauen. Das erschwert den Aufbau von Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen beim Kind.

Auch bestrafendes Verhalten wirkt sich schädigend auf das Kind aus.

Abschließend soll darauf hingewiesen werden, dass Merkmale des elterlichen Erziehungsverhaltens auch eine Reaktion auf das Kind darstellen können. Das bedeutet, dass sich Erziehungsstil der Eltern und Temperament des Kindes gegenseitig bedingen.

 

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