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Die psychosexuelle Entwicklung von Kindern

Schon im Laufe des ersten Lebensjahres macht ein Kind erste sinnliche/sexuelle Erfahrungen: Überwiegend über den Mund nimmt es das Saugen an der Brust/ der Flasche wahr und befriedigt seinen Hunger. Der Mund ist in dieser Phase ein wichtiges Sinnesorgan, über das das Kind seine Umwelt wahrnimmt: Die sinnliche Freude am Nuckeln und Saugen überträgt sich auf Gegenstände wie Schnuller, Daumen oder Schmusetuch.

Ebenso werden interessante Gegenstände, die das Kind erkunden/ausprobieren will in den Mund genommen.

Auf diese Art und Weise nimmt das Kind Informationen über diesen Gegenstand auf und verarbeitet sie. Auch die Haut ist in dieser Zeit ein wichtiges Sinnesorgan: Schmusen, Baden, Streicheln und Eincremen/Pflegen sind nur einige Beispiele für die angenehmen Empfindungen, über die das Kind neben den schönen Gefühlen wichtige Informationen über seine Umwelt aufnehmen & verarbeiten kann.

Mit wenigen Monaten erlernt das Kind zu greifen und etwas anzufassen. Neben der Erkundung seiner Umwelt beginnt das Kind nun auch den eigenen Körper inklusive seiner Genitalien zu erforschen und erkennt, dass diese Berührungen angenehme Gefühle auslösen können. Schon in diesem Alter kann man manchmal beobachten, dass Jungen und Mädchen sich zur Entspannung an den Genitalien herumspielen, erste Erektionen bei Jungen sind nichts Ungewöhnliches.

Ab dem 2./3. Lebensjahr entwickeln Kinder ihre Sprache. Sie erfahren, dass alle Dinge um sie herum, die sie im Laufe ihres ersten Lebensjahres über Sehen, Hören, Tasten, etc. kennen gelernt haben, auch einen eigenen Namen haben: Sie zeigen darauf und wollen wissen wie es heißt. Durch ständiges Fragen lernen Kinder, der Wortschatz erweitert sich, das Kind lernt zu unterscheiden und Zusammenhänge herzustellen und seine Welt zu ordnen. Da werden natürlich auch die Geschlechtsorgane mit einbezogen.

Kinder beginnen nun bewusst, ihre Geschlechtsorgane zu untersuchen/zu stimulieren und erkennen, dass sie ein Mädchen oder ein Junge sind. Die sexuelle Identität entwickelt sich. Sie erkennen erstmals, dass die Stimulation lustvolle Gefühle hervorruft und erleben durchaus schon erste Orgasmen. Auch die Ausscheidungen werden nun für das Kind interessant, sie erlernen die Kontrolle über die Schließmuskeln und erfahren dabei, dass das bewusste Loslassen und Zurückhalten lustvoll sein kann.

Zwischen ca. vier und fünf Jahren beginnen Kinder sich für den Unterschied zwischen Mann & Frau zu interessieren und wollen gleichzeitig etwas über die Zeugung und die Geburt wissen. Das Interesse an sexuellen Dingen wächst stark, die ersten Doktorspiele können nun Thema werden.

Die Geschlechterrolle des Kindes bildet sich weiter aus: Als "Puppenmutti"/"schöne Prinzessin"oder "Macho"/"Cowboy" werden die Geschlechterrollen im Spiel gefestigt. Mädchen umgarnen jetzt den Vater, Jungen machen der Mutter oft Heiratsanträge ("Wenn ich groß bin heirate ich Dich!"). Gleichzeitig können sie auf den gleichgeschlechtlichen Elternteil mit Eifersucht reagieren. Nach dem fünften Lebensjahr beginnen Kinder verstärkt, sich mit gleichgeschlechtlichen Spielpartnern zu beschäftigen - das stärkt noch einmal die Ausreifung der eigenen Geschlechterrolle.

Oft bringen die Kinder aus dem Kindergarten umgangssprachliche Begriffe mit wie "Schwanz" für Penis oder "Möse", "Pussi" für die Scheide, und miteinander schlafen wird zu "ficken", "bumsen", oder "vögeln". Kinder sind neugierig und stellen viele Fragen, trotz alledem erwarten sie keinen langen Vorträge und Erklärungen; sie wollen einfach wissen, was sie selbst und die Eltern angeht. Vielleicht kann man mit den Kindern gemeinsam schon in einem Sexualaufklärungsbuch für Kinder blättern oder im Lexikon etwas gemeinsam nachschlagen und darüber klären.

Eltern dürfen auch ruhig mal sagen, wenn sie etwas nicht genau wissen, man muss nicht alles genaustens erklären können. Wichtig ist, dass man sich mit dem Kind austauscht und auf seine Gefühle eingeht; es kann für das Kind auch sehr lehrreich sein, wenn es merkt, dass es auch Erwachsenen nicht immer leicht fällt über intime Dinge zu reden, bzw. zu erzählen, welche Tabus es in der eigenen Kindheit gab. Ein offenes Gespräch vermittelt dem Kind auf jeden Fall, dass seine Fragen ernst genommen werden "Dafür bist Du zu klein" oder "Das verstehst Du nicht". Solche Sätze helfen niemandem weiter, weder den Eltern noch dem Kind: Das Kind fühlt sich alleine gelassen. Auch das berühmte Märchen vom Klapperstorch sollte man vermeiden. Dadurch vermitteln Eltern falsches Wissen und laufen Gefahr, das Vertrauen der Kinder zu verspielen - früher oder später erfährt und versteht das Kind, dass es den Klapperstorch nicht gibt. Fragt das Kind nach der Herkunft der Kinder, so genügt es zu diesem Zeitpunkt meist schon, wenn man ihm erklärt, dass sie im Bauch der Mutter wachsen.

In der Zeit zwischen dem Schuleintritt und dem 10. Lebensjahr setzt sich die sexuelle Entwicklung fasst komplett zur Ruhe-Schamgefühle erwachen und die Kinder beginnen sich von den Eltern abzugrenzen - sie weisen körperliche Zärtlichkeiten und Nähe zurück. Gleichzeitig werden sie selbstständiger; sie sind nun gerne in kleinen Grüppchen zusammen wobei zu bemerken ist, dass Jungen größere Gruppierungen bevorzugen. Die Jungen- und Mädchengruppen treten in diesem Alter im Rahmen von spielerischen Neckereien in Kontakt - obwohl man das andere Geschlecht momentan "doof" findet, sind diese Spielereien doch sehr aufregend.

Ungefähr mit dem 11.Lebensjahr setzt die Pubertät ein und der Körper beginnt sich durch die vermehrt ausgeschütteten Geschlechtshormone rasant zu verändern. Mädchen werden mit der ersten Regelblutung zwischen 11 und 16 Jahren geschlechtsreif; Jungen erleben erstmals zwischen 10 und 12 Jahren ihren ersten Samenerguss. Die kindliche, auf sich selbst bezogene Sexualität wendet sich nun dem Gegenüber zu. Sexuelle Phantasien spielen nun eine Rolle und fasst alle Jugendlichen machen ihre ersten Erfahrungen mit Selbstbefriedigung. Ebenso kommt es zu den ersten sexuellen Kontakten.

Dadurch, dass die Hormone in dieser Zeit verrückt spielen, leiden die Jugendlichen stark unter Stimmungsschwankungen und innerer Zerrissenheit - es fällt ihnen oft schwer, ihr verändertes Äußeres anzunehmen.

In dieser schwierigen Zeit sollten Eltern versuchen, ihren Kindern als guter Freund zur Seite zu stehen und sich ihren Fragen und Ängsten zu öffnen.

Sonja Schmitt
Foto: photocase.de, ritschratschklick

 

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