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Alle Jahre wieder

Vor gut zehn Jahren hatten wir einen großen Familienrat zum Thema Weihnachten und Streß. Wir, das heißt meine zwei Schwestern, mein Bruder, meine Eltern, mein (auch damals schon) Ehemann, seine Eltern und ich. Schnell war man sich einig, daß Heiligabend künftig an einem Ort mit allen Familienmitgliedern gemeinsam gefeiert werden soll. Die Lösung war daher ganz einfach: Wer am meisten Platz hat, bei dem wird gefeiert und so viel die Wahl auf uns.

In den ersten Jahren versuchte ich noch die perfekte Gastgeberin zu sein, doch mit der wachsenden Zahl von Ehemännern, Ehefrauen und Kindern war dies unmöglich zu schaffen. Heute hat sich unser Familien-Heiligabend sozusagen verselbstständigt.

Am 22.12. kaufen mein Mann, mein Sohn und ich den Weihnachtsbaum. Irgendwie schaffen wir es auch immer wieder so ein zwei Meter Monster in einem gewöhnlichen Mittelklasse PKW nach Hause zu transportieren. Daheim wird der Baum sodann aufgestellt und geschmückt. Wie in jedem Jahr verheddert sich mein Mann in der Lichterkette und erst nach diversen Flüchen bekommt er selbige an den Baum. Und auch wie in jedem Jahr, fällt meinem Sohn mindestens eine Kugel herunter und die Scherben werden dann erstmal ausgiebig betrauert. Letztendlich, so wie in jedem Jahr, kriegen wir dann aber doch einen wunderschön geschmückten Baum zustande.

Am 23.12. brauche ich die Haustür garnicht mehr zu schließen, denn eigentlich kommt ständig irgendein Familienmitglied vorbei um Geschenkepäckchen und Salate, Soßen oder kalte Platten für das Büfett vorbei zubringen. Die Geschenke kommen sofort ins Wohnzimmer, dass bis zur Bescherung verschlossen bleibt. Es hat sich im lauf der Jahre als Überlebenswichtig erwiesen, dass jedes Päckchen korrekt mit "von ..." "für ..." beschriftet ist. Diesen Geschenkeanhänger-Check mache ich immer bevor ich die Päckchen unter den Weihnachtsbaum lege. Der 24.12. beginnt ganz entspannt mit einem langen Frühstück für meinen Mann, meinen Sohn und mich.

Danach wird aus meinem Arbeitszimmer mit Hilfe eines Tapeziertisches und meinem Schreibtisch ein Speisesaal. Mit ein wenig Dekoration ist im Handumdrehen ein schönes Weihnachtsbüffet gezaubert.

Zwischen 15.00 und 16.00 Uhr trudelt die Familie ein. Bis zur Bescherung um 17.00 Uhr versuchen die Kinder immer wieder einen Blick durch das Schlüsselloch ins Wohnzimmer zu erhaschen. Die Erwachsenen tauschen den neuesten Klatsch und alte Weihnachtsgeschichten aus. Dann ist es endlich soweit, ich schleiche mich ins Wohnzimmer und läute mit einem kleinen Glöckchen den alljährlichen Geschenkewahnsinn ein. Eigentlich ist es beschlossene Sache, dass nur die Kinder beschenkt werden, doch wie immer hält sich keiner dran und so gibt es auch wie immer große und kleine Überraschungen und die ein oder andere Träne der Rührung fließt. Wenn alle Päckchen ausgepackt sind, mache ich mich unauffällig daran das Papier zu entsorgen. Die Väter sind jetzt eine Weile damit beschäftigt das Spielzeug der Kinder in Gang zu bringen. Wenn das erledigt ist beginnt der Sturm auf das Büfett und bald kommt der Moment auf den ich schon den ganzen Tag warte. Die Kinder spielen, die Erwachsenen haben ihren Teller gefüllt und suchen sich ein gemütliches Plätzchen um zu genießen. Und ich gehe von Raum zu Raum und schaue ihnen zu...

Ein gefräßiger Frieden legt sich über das Haus. Murmelnde Gespräche, leises Lachen, heitere Gesichter ... ja es ist wieder Weihnachten und ich möchte ihn festhalten, diesen Augenblick.

Ich sehe meinen Vater, wie er sich nach so vielen Jahren immer noch etwas steif bei Erik bedankt. Erik ist der Lebensgefährte von meinem Bruder Patrick.

Mein Schwager Uwe, der mit seiner Tochter spielt und seiner Frau Anna läuft eine Träne über das Gesicht ... vor einer Woche haben die beiden ihre Scheidung eingereicht.

Meine Nichte Tanja, sie kam mit dem Downsyndrom zur Welt und ist das fröhlichste Kind das man sich nur vorstellen kann. Meine Schwiegereltern, beide schon weit über achtzig Jahre alt, wie oft werden sie noch mit uns allen feiern können?

Meine Schwester Ulla mit ihren kleinen Zwillingen, vor einem halben Jahr hat ihr Mann seine Arbeit verloren. Seine Chancen, in absehbarer Zeit etwas Neues zu finden, stehen schlecht.

Ich gehe durch den Flur und mein Blick fällt in den Spiegel. Ich sehe eine Frau ohne Haare und das früher volle Dekolleté wirkt seltsam unsymmetrisch. Na und, denke ich grimmig ... ich habe gewonnen, ich bin noch hier.

Heuchler, mag so mancher nun sagen. Doch sind wir das? Nein, ich denke nicht ... es ist einfach nur Weihnachten und wir feiern das Fest der Liebe. Wer da nun wenn liebt und warum, wenn interessiert das schon? Ließe sich doch aus unserem Haus nur ein Fünkchen dieses Friedens und der Liebe in die Welt hinaus tragen, dann könnte jeder Tag ein bißchen mehr wie Weihnachten sein.


Text © Doris Richter
Foto: www.photocase.de, neomaster

 

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