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Manolo und das wirkliche Leben

Einmal im Leben ein Paar Schuhe von Manolo Blahnik besitzen, sowie Carrie Bradshaw aus der Fernsehserie Sex in the City. Davon träume ich nun fast drei Jahre und ebenso lange spare ich schon dafür. Heute endlich soll mein Wunsch in Erfüllung gehen, einmal London und zurück an einem Tag.

Im Flugzeug überkommen mich Zweifel, wann und wo soll ich eigentlich so sündhaft teure Schuhe tragen?

Mein Kleidungsstil hat sich in den vergangenen fünf Jahren radikal geändert. Wenn ich mit meinem Sohn Fußball spiele, auf Bäume klettere oder mit ihm Fahrrad fahren übe, sind eher Jeans und Pullis angesagt.

Damals, in einem anderen Leben, habe ich für so eine furchtbar schicke Werbeagentur als Texterin gearbeitet. Alle dort waren ja so "in" und ständig auf der Jagd nach dem neusten Trend. Als ich dann schwanger wurde, hat das nur Unverständnis ausgelöst. Ein Kind macht deine Karriere kaputt, ein Kind kostet viel Geld, ein Kind raubt dir deine Freiheit, du bist doch schon fünfunddreißig ... und so weiter. Das mein Leben in den letzten fünf Jahren nie schöner, erfüllter und aufregender war können sich diese Leute ganz bestimmt nicht vorstellen.

Die Stimme der Stewardeß reißt mich aus meinen Gedanken, der Landeanflug auf London beginnt und meine Manolos kommen immer näher. Mit dem Taxi geht es in die Old Chruch Street 49-51. Ein wenig verloren stehe ich vor dem Schaufenster, staune und komme mir ein bißchen wie Carrie Bradshaw in New York vor. Mit Herzklopfen betrete ich das Geschäft und werde sogleich von einem äußerst zuvorkommenden Verkäufer in Empfang genommen. Er plaziert mich in einem sehr bequemen Sessel und der Zauber beginnt. Meine Füße werden begutachtet und vermessen, dann verschwindet Dave, der Verkäufer, und taucht kurz danach mit unzähligen Kartons wieder auf.

Das dritte Paar Schuhe zaubert ein lächeln in mein Gesicht und ich entschließe mich mutig zum Probelaufen. Weil die Absätze aber gut drei Zentimeter höher sind als ich es gewohnt bin, schwanke ich ein wenig unsicher in diesen Pumps durch den Laden. Vorsichtig gehe ich zurück zu Dave und der holt immer schönere Schuhe aus seinen Kartons hervor. Und dann sehe ich sie endlich: ein Paar entzückende Riemchen-Sandalen in fünf verschiedenen blautönen ... ein Traum. Sofort denke ich an mein blaues Seidenkleid im China-Stil, daß ich mir vor Jahren in einem Thailand Urlaub machen lassen ließ. Als ich vor dem Spiegel stehe und die Schuhe betrachte, kann Dave sich vor Begeisterung kaum halten: "Wonderful, how lovely, verry sexy!" Seine Tonlage ist dabei so schrill, daß ich vermutete er trägt nach Feierabend selbst ganz gerne Pumps. Wieder alle Vernunft kaufe ich die Schuhe und finde mich bald darauf im Flugzeug Richtung Heimat wieder.

Zwei Tage nach meinem London Abenteuer erreicht uns eine Einladung zu einer Ausstellung und endlich kann ich meine Manolos einmal ausführen. Ich habe jedoch nicht bedacht, daß es bei solchen Vernissagen kaum Sitzplätze gibt und so schmerzen meine Füße nach nur einer Stunde schon fürchterlich. Natürlich würde ich das nie im Leben zugeben, doch als wir nach drei Stunden endlich nach Hause fahren, habe ich nur noch den Wunsch die Schuhe endlich auszuziehen. Auf dem Weg von der Garage zum Haus passiert es dann, ich knicke um und der Schmerz treibt mir die Tränen in die Augen. Mein Fuß wird dick und bald hat er genauso schöne blautöne wie meine entzückenden Riemchen-Sandalen.

In der Notaufnahme im Krankenhaus erfahre ich dann, daß ich mir einen Bruch des Mittelfußknochen zugezogen habe. "Mindestens fünf Wochen Gips, dann sehen wir weiter", sagt mir die Ärztin. Ihr Blick fällt auf meine Schuhe, die neben mir liegen. "Oh, sind das echte Manolos"?, fragt sie und ich nicke. "Wunderschön, nur laufen kann man darin nicht", sagt sie und ich nicke wieder.

Mit Gipsfuß und Krücken darf ich am nächsten Tag nach Hause. Mein Mann malt mir ein dickes Herz auf den Gips und auch mein Sohn macht sich vergnügt daran das Teil zu verschönern.

Nach ein paar Tagen haben sich noch einige Freunde auf dem Gips verewigt und irgendwann fällt mir auf, daß sie alle blaue Stifte benutzt haben. Wer den Schaden hat, braucht für den Spot nicht zu sorgen!

Ob Mister Blahnik bei dem Entwurf dieser entzückenden Riemchen-Sandalen in fünf verschiedenen blautönen daran gedacht hat, daß Frauen in diesen Schuhen auch laufen wollen?

Ich habe Carrie Bradshaw, Samantha Jones und Charlotte York in ihren Manolos eigentlich auch immer nur höchst attraktiv sitzen sehen und Miranda Hobbes hält die Preise dieser Schuhe ohnehin für total überzogen. Sex and the City hat eben nichts mit dem wirklichen Leben zu tun, wie ich schmerzhaft feststellen mußte.

Aber schön sind sie doch, meine Manolos ... solange ich in ihnen nicht umher laufen muß!

Text © Doris Richter
Foto by photocase.de, docknack

 

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Nutzer-Kommentare zu diesem Beitrag

12.02.2008

danke (von christina)

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02.01.2005

grauenhaft. (von hanna)

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