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Zeitmanagement für Freelancer

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Der Tag fing prima an: Meine beiden Jüngsten fanden ihre Socken nicht und machten riesiges Theater, als ich bat, sie zu suchen. Wäre ja nicht weiter schlimm, wenn es nicht Zeit gewesen wäre zur Schule zu fahren. Wir kamen auf den berühmten letzten Drücker dort an, und mir blieb noch eine knappe halbe Stunde um wieder nach Hause zu fahren, zu frühstücken, Mails abzurufen und diese Kolumne zu schreiben, denn um neun Uhr findet mein wöchentlicher Termin mit der Schulleitung ("Du hast doch vormittags Zeit, kannst es dir ja einteilen!") statt.

Danach nach Hause hetzen, und in die Stadt fahren, weil etwas für meine Mutter zu erledigen ist, die derzeit im Ausland weilt. Länger kann ich es nicht aufschieben, und ich kann mir die Zeit ja schließlich einteilen. Hoffentlich schaffe ich es rechtzeitig nach Hause, bevor die Kinder Schulschluss haben!

Dann wollen sie essen, und weil ich nicht da war, gibt es Müsli, Joghurt, Obst, oder sonst irgendetwas, das ich nicht noch kochen muss. Danach die Hausaufgabenbeaufsichtigung. Wenn ich nicht daneben stehe, lässt sich Philipp, mein Erstklässler, alle zehn Sekunden von etwas anderem ablenken und braucht den ganzen Tag dafür. Aber ich habe ja Zeit. Ich kann auch zwischendurch meinen anderen drei Kindern zuhören, die alle gleichzeitig etwas Wichtiges loswerden wollen (und damit Philipp von den Hausaufgaben ablenken). Dann wird es Zeit, die Chauffeurdienste zu übernehmen. Was ist denn heute dran? Klavier oder Geige? Judo haben wir schon gestrichen, der Weg war immer so weit und stand in keinem Verhältnis mehr zur (Un)lust meiner Kinder.

Von der Musikschule zurück, fällt mir ein, dass ich dringend noch etwas einkaufen muss, falls wir heute Abend irgendetwas essen wollen.

Dann ist es bald schon Zeit zum Kochen, aber ich habe bislang weder Wäsche gewaschen, den Geschirrspüler bestückt, noch sonst etwas Sinnvolles zustande gebracht. Und da war dann noch... Ach, meine Arbeit! Also ran an den PC, die Terminsache geschrieben, wie immer davon geträumt, dass das Essen einfach irgendwann ohne mein Zutun fertig wäre.... Ist es natürlich nicht, und ich muss mitten im Satz abbrechen, kochen, die Kinder ermahnen wenigstens den Tisch zu decken. Sie mit ihrem Gestreite, wer was deckt, dann doch kurz vor dem Fernseher parken, bis das Essen endlich fertig ist. Ist schon wieder so spät, schnell, wer fertig ist, bitte waschen, Pipi, Zähne putzen und ab ins Bett! Noch vorgelesen und geküsst - schon wieder halb neun.

Nun schnell zurück an den PC. Ach, ja, mein Mann. Den kann ich doch nicht schon wieder den ganzen Abend alleine sitzen lassen. Na, dann stehe ich morgen eine Stunde früher auf und mach den Text fertig, ich kann mir als Freiberuflerin meine Zeit ja glücklicherweise einteilen!

© Petra A. Bauer , 13.09.2002

 

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