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Weihnachtsfrust und die Geschenkmaschine

Weihnachtsfrust?

Lichtjahre vor der Geburt meines Sohnes hatte ich ein eher gespaltenes Verhältnis zu Weihnachten, das lag vor allem an meinem damaligen Arbeitgeber.

Paul, der beste aller Ehemänner, war zu dieser Zeit noch mein Lebensabschnittbegleiter und wir fanden es furchtbar schick zu Weihnachten auf die „Dom-Rep“ zu flüchten.
Aus heutiger Sicht finde ich das ebenso merkwürdig wie die Kleidung mit der ich mich in den 80zigern auf die Straße traute. (Flatterbluse & Leggings!)

Aber der Reihe nach:
In meiner damaligen Firma war ich diejenige, die die Weihnachtsgeschenke für interne und externe Kunden besorgen musste. Interne Kunden, so ein Blödsinn.
“Total Quality Management“, flötete Marie von der Disposition und kicherte glockenhell, denn sie wusste genau, dass sie meinetwegen mit diesem Blödsinn zur Hölle fahren konnte. Pardon. Warum sollte ich Kollegen was schenken, die mich bei der Ausübung meines Jobs meistens mehr behindern als unterstützten?
Meinen Vorschlag, jedem pauschal eine Milka-Weihnachtstüte für, damals noch, 9,99 DM zu schenken, hatte mein Chef nicht akzeptiert. Etwas mehr Mühe sollte ich mir schon geben, meinte er. Und so musste ich mich damit herumärgern, denn es sollte wie immer was besonderes sein, dürfte nichts kosten, musste vorgestern geliefert werden und sollte von mir auch noch individuell verpackt werden.

Damit verglichen waren die echten, die externen Kunden nahezu harmlos. Die Weihnachtsgaben-Philosophie der Firma war simpel: Wir verschenken Highlights. Kleine Momente des Erlebens, sozusagen. Manchmal schickte ich den Außendienst hin, damit einer unserer Mitarbeiter sich die Zeit für ein nettes ausführliches Gespräch nahm, mal tat es schon eine Karte für Roncalli und oft war es nötig, dass man sich die Kundenkartei und alle verfügbaren Daten gründlich vornahm, um das passende Geschenk zu finden.
 
Nichts lief  so, wie es sollte. Nur mal angenommen, ich würde zu Gabi oder Petra aus dem Schreibpool gehen und erwarten, dass sie meine neuen, wahrhaft himmlischen Geschenkideen für die zwölf Vorsitzenden der Geschäftsleitung elektronisch im System erfassen, damit die Bestellung termingerecht erfolgen konnte. Man sollte meinen, dass sei eine Kleinigkeit - die machten den ganzen Tag nichts anderes und ihre Aufgabe war es noch obendrein. Aber so lief das natürlich nicht!
Nach vielen Jahren administrativer Tätigkeit dürfte man von Gabi und Co. nicht erwarten, dass sie irgendwie mit einer Kollegin zusammenarbeitet hätten, die anlässlich des Geschäftsjahresabschlusses womöglich auch noch Hektik verbreitet.
"Mal schauen" war die verbindlichste Auskunft, die sich dieser Frau entlocken ließ, bevor sie wieder in demonstrativ errichteten Papierbergen versank. Und Petra brauchte ich nicht erst zu fragen - sie würde meine Liste entweder neben sich legen und da vergessen oder fröhlich alles direkt fehlerstrotzend ins System eintippen.

Ich fragte ich mich, ob ich diesen Job wirklich bis zur Pensionierung durchziehen sollte. Wenn man mir eine Abfindung angeboten hätte, ich hätte sie genommen, aber das war natürlich nur ein Hirngespinst. Dafür erhielt ich garantiert ein weihnachtliches Trauma, inklusive dem nervösen Tick, die Anfangsmelodie von "Jingle Bells" vor mich hinzusummen.
Jedes Jahr dasselbe. Meine Motivation war wirklich auf dem Tiefpunkt angelangt.
Und dann kam der Tag an dem mein Chef mich um einen Termin bat - um 15.00 Uhr in seinem Büro. "Bald ist Ostern, wir müssen reden" hatte er gesagt.
Zum dem 15.00 Uhr Termin brachte ich dann auch gleich meine Kündigung mit.

Das alles liegt nun schon viele Jahre hinter mir. Anstrengend ist Weihnachten immer noch: Geschenke finden und kaufen, das Haus dekorieren, Plätzchen backen, endlose Menüs planen, dass üblichen eben.
Doch am heiligen Abend erhalte ich meine „Entschädigung“ für all die Mühe. Mein Sohn Benjamin, nun schon sechs Jahre alt, glaubt immer noch an den Weihnachtsmann. Es macht solche Freude ihn während der Vorweihnachtszeit zu beobachten, wie sich die Spannung mehr und mehr aufbaut. Wenn es dann endlich soweit ist und er zum Weihnachtsbaum und seinen Päckchen darf, sind seine Augen riesengroß und die Wangen knallrot vor Aufregung.

Ihnen ist das jetzt zu melodramatisch? Mag sein, dass es so ist, doch seit wir unseren Benjamin haben, haben wir endlich unseren Frieden mit Weihnachten und all dem hektischen Drumherum gemacht.
Doch wer weiß, vielleicht hocken Paul und ich in zehn Jahren wieder auf der „Dom-Rep“ und schimpfen über Weihnachten.

 


Die Geschenkmaschine

Weihnachtsgeschenke finden zählt zu den letzten Herausforderungen unserer Konsumwelt!
Das gilt sowohl für den praktischen Teil des Unterfangens, nämlich dem Kampf im Gewühl, als auch für den theoretischen: Was schenke ich wem? Ein Umstand, der uns in der ohnehin mild stimmenden Vorweihnachtszeit so empfänglich macht für die Ratschläge anderer Menschen.
Und so heftet sich die Wahrnehmung geradezu magnetisch auf die Verheißung, das richtige Buch für die richtige Person zu finden. Mittels einer "Geschenkmaschine". Das klingt nach deutscher Gründlichkeit. Also ab ins Internet, denn dort wartet die Maschine mit dem Geschenke-Know-how.

Unter „www.weiß-der-geier.was.de“  bieten unzählige Unternehmen die versprochene Orientierungshilfe.

In die entsprechenden Felder kann man ein thematisches Stichwort und den zu Beschenkenden eintragen. Also los:
Essen und Oma. "Das dicke Weihnachtsbuch" … Hmm.
Geschichte und Opa: "Der kulinarische König. Essen und Trinken wie August der Starke".

Da wird die Freude aber groß sein.
Nächster Versuch: Sport und Sohn. "Energie Cottbus - Das Wunder aus der Lausitz".

Vielleicht besser nicht. Auch "Das Rekordbuch DDR" ist vermutlich kein Garant für wahre Dankbarkeit.

Letzter Versuch: Krimi und Ehemann. "Leider keine Artikel gefunden".
Ich habe verstanden und stelle mich ein weiteres Mal der letzten großen Herausforderung unserer bunten Warenwelt.

Doris Richter

 

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