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Mia und Tante Milda

Illustratorin: Sabine Wiemers

 

Erscheinungsjahr: 2005

Verlag: Herder Verlag

 

Genre: Bilderbuch

Thema: Familienalltag

Alter: 3-6 Jahre

 

ISBN/ASIN: 3451706261

Preis: 11.90 €

Diesen Titel kannst Du hier bestellen »»


Rezension

Ein gar nicht typische Babysittergeschichte

Mias Eltern mchten wieder einmal einen Abend mit Freunden verbringen, doch Mia ist noch zu klein, um alleine zu Hause zu bleiben. Also engagieren Vater und Mutter kurzerhand einen Babysitter - Tante Milda von nebenan. Zunchst ist Mia davon gar nicht begeistert und lsst das Milda auch spren. Dann entwickelt sich der Abend aber ganz anderes als es das Mdchen erwartet hat. Und zum Schluss muss man sich gar die Frage stellen, fr wen hier eigentlich ein Babysitter engagiert wurde!? Klar, dass Mia auch beim nchsten Mal wieder von Tante Milda beaufsichtigt werden mchte...

Karin Gndisch wurde 1948 in Rumnien geboren und lebt seit 1984 als freischaffende Autorin in der Bundesrepublik Deutschland.  Sie hat bereits verschiedene Preise erhalten, zuletzt wurde die Geschichte "Mili und Tante Mia", die als Vorlage fr das bei Kerle erschienene Buch dient - mit dem dritten Platz beim Kurzgeschichtenpreis "Der Oberrheinische Rollwagen" ausgezeichnet.

Da es aber schon eine bekannte Kinderbuchfigur namens Mili gab, wandelte die Schriftstellerin nach Absprache mit ihrer Lektorin fr das Buchprojekt im Kerle-Verlag den Namen einfach in Mia um.
Die Geschichte von Mia und Tante Milda beginnt wie alle Babysittergeschichten, bleibt dann aber nicht im Alltglichen stecken. Es ist auch nicht das Buch, das mit dem Zeigefinger darauf aufmerksam machen mchte, wie schn es ist einen Babysitter zu haben und wie wichtig es fr Eltern ist, einmal einen freien Abend zu genieen. Nein, wer das von Karin Gndisch` Geschichte erwartet, liegt fehl. Es ist ein Buch gegen die Erwartungen, ein Buch das zum Schmunzeln animiert und bei dem man sagt "das war schn".

Mir ist an dem Buch wichtig, sagt Karin Gndisch, dass es um ein sehr selbstbewusstes Kind geht, das zwischen lauter Erwachsenen lebt.Mia ist einfach schlauer als Tante Milda, die aber ein kindliches Gemt hat und Mia fr sich einnimmt.

Das Buch legt zudem eine neue Personenkonstellation offen. In einer Gesellschaft, in der die Familien immer weiter auseinander rcken, wird eine fremde Frau pltzlich sehr wichtig fr das eigene Kind. Es ist nicht mehr die Gromutter, die das Mdchen abends  beaufsichtigt, sondern die auf den ersten Blick ein wenig kauzig wirkende Alte mit ihrem aufflligen Gummibrchenkleid, die Mias Familie bislang eher fremd war. Doch Tante Milda fhlt sich wohl in und mit ihrer neuen Aufgabe. Sie schafft es sogar, in Vaters Bademantel zu schlpfen und seinen Bimsstein zu benutzen. Und zum Schluss der Geschichte geht sie sogar noch einen Schritt weiter mehr aber wird hier nicht verraten.

Der hintergrndige Text korrespondiert mit den Illustrationen, die Sabine Wiemers beisteuert. Auch hier whnt man sich zunchst ganz sicher im "typischen" Bilderbuch. Aber auch hier lohnt sich das genauere Hinsehen. Wer zweimal schaut, der wird beispielsweise die realistischen Fotografien entdecken, die klein und versteckt eingebaut worden sind.

"Mia und Tante Milda" - auf jeden Fall ein Buch, dass man mehr als einmal zur Hand nehmen sollte.

Martina Meier


 

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